| Rauchen: Nadine Jehle - Müller (vocals), Fritz Heidel (drums), Fritz Kröbel (bass), Philipp Oppenhäuser (guitar) (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Dienstag, 21. Dezember 2021
1. Teil des Interviews mit Fritz und Fritz von Rauchen.
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Rauchen - Nein (Zeitstrafe/Fleet Union)
Rauchen fetzt. Natürlich ist der Name der Band provokant, man hat aber sofort einen Aufhänger. Mit Nein hat man ein Album aus drei EPs geschrieben und aufgenommen. Diese drei EPs grenzen sich auch akustisch ab.
Zu Beginn schwoft man mit Shoegaze ganz entspannt durch die Gegend, auch wenn man mit dem Text von Monopol(y) eindeutig auf die Zustände in der Polizei hinweist. Darauf folgt ein ewiges Hamsterrad, und zwar von der Schule bis zur Rente. Man merkt der Band an, dass hier einiges unter den Fingernägeln brennt. Mit Aufnahme wird die zweite EP eingeläutet, auf dem Album befinden wir uns passend im zweiten Drittel. Ab hier wird einem 4 Titel lang in den Rücken getreten. Die Band dreht alle möglichen Regler auf und die Sängerin ist am Anschlag. Hier besinnt man sich auf die alten Tugenden, hier trifft Hardcore-Punk auf pures Chaos und Zerstörung. Fast wie bei The Dillinger Escape Plan. Man bleibt den Thematiken treu: es geht um die aufgezwungenen Rollen der Frau, um Arbeit und Freundschaft.
Nachdem man dann alles durchgewühlt hat und jeder schwitzend am Boden liegt, tritt die Band auf die Bremse und singt einem vor, wie sich das alles nach einem Konzert anfühlt. Man ist glückselig und man kühlt langsam wieder herunter. Danach gibt man dem "Schlüsselkind" den Raum, sich so zu verhalten, wie ein Mann. Bei ihm stellt man einiges an merkwürdigem Verhalten nicht in Frage, bei Frauen eigenartigerweise schon. Hier lädt man sich sogar ein paar Trompeten ein, die am Ende des Stücks ordentlich eskalieren.
Man kann sich dieses Album wie einen Aufstieg auf einen Berg vorstellen, im Mittelteil ist man oben angekommen und dann geht es wieder abwärts. Wir werden auch bald in einem Interview erfahren, warum man diese Konstellation gewählt hat.
Der Sound auf dem Album, was nicht mal eine ganze halbe Stunde lang ist, ist großartig. Das Schlagzeug hat ordentlich Druck bekommen und der Bass darf sich recht viel Raum nehmen. Der Gesang wirkt in den ruhigen Tracks recht gelangweilt, das kann aber Absicht sein. Die Effektgeräte kann man in einzelnen Tracks rauschen hören, wenn mal kein Instrument gespielt wird.
Release: 03.12.2021
Label: Zeitstrafe
Anspieltipps: Wasserglas, Monopol(y), Schlüsselkind
6/6 Punkten (Achterbahn mal anders.)
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| Rauchen - Nein (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Sonntag, 1. November 2020
Bitch Falcon - Staring At Clocks (Small Pond Records/Fleet Union)
Bitch Falcon, die hatten wir hier mal, könnte man getrost als Band der Lagen bezeichnen, obwohl die Musiker_innen nur zu dritt sind. Das dubliner Trio gibt es bereits seit 2014, nur hat man es noch nicht geschafft, ein Album auf die Beine zu stellen. Es gab eine EP und ein paar Singles. Nun Starren wir zusammen mit den Künstlern, die allesamt einer normalen Tätigkeit nachgehen, auf Uhren. Staring At Clocks beginnt mit einem relativ verstörendem Geräusch. Wenn ihr Nachbarn habt, die ihr ärgern wollt, dann könnt ihr das Intro von "I'm Ready Now" nehmen. Dabei ist das Album alles andere, als eine lose Ansammlung von Geräuschen, das konnte man bei der Single Gaslight ausgiebig erkunden.
Wir betreten eine 41 Minuten große Kathedrale. Das ist als Raummaß schon eigenartig, das Album ist nun mal nicht länger. Von allen Seiten wird der Klang reflektiert, von klaren, riesigen wänden, die kühl scheinen. Man wähnt die Band an jeder Ecke, der Bass ist stets präsent, die Gitarren geben mal pure Verzerrungen wieder, ein anderes Mal werden die Saiten klar angeschlagen und fast ungefiltert über die Verstärker wiedergegeben. Und trotzdem es um echt Teilweise finstere Thematiken wie Depressionen, niedriges Selbstbewusstsein und Ängste geht, sind die Songs mit Energie geladen. Es gibt schnelle Rhythmen, wie in Damp Breath; es wird auch mal entspannt mit verschlafenen Augen zu Klängen getanzt, die aus den 80ern sein könnten. Der Bass und die Gitarre stehen auch mal in einem Konflikt zueinander, als würden sie das eine nicht mit dem anderen in Übereinstimmung bringen können. Die Band bezeichnet ihre Musik als Dream Grunge. Vielleicht fühlt sich eine Depression auch so an, denn dies ist nicht nur ein Stimmungsbild, sondern befällt den Organismus. Die vielen Einflüsse von außen treffen zusätzlich auf einen ein und um klar zu kommen, verkriecht man sich.
Die Produktion ist übermächtig gut und wird der Musik mehr als Gerecht. Die Samples, die aus Trickfilmserien der 80er sein könnten, passen ins Bild, dabei sind die Künstler zu dritt und bedienen eigentlich nur die analogen Instrumente. Das wird auf der Bühne sicher lustig. Obwohl, da war ja was.
Release: 06.11.2020
Label: Small Pond Records
Anspieltipps: Gaslight, Damp Breath, Test Trip
6/6 Punkten (Jetzt werden alle auf den Kalender starren & auf das Ende des Novembers warten.)
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| Bitch Falcon - Staring At Clocks (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Samstag, 17. Oktober 2020
Crippled Black Phoenix - Ellengæst (Season Of Mist)
Wer sich vielleicht erinnern kann, die Band Crippled Black Phoenix hatten wir hier mal, mit ihrem recht verstörenden Video zu Lost, welches nicht mehr und nicht weniger als bittere Wahrheit über das Leben zeigt, welches hinter unserem Leben abspielt.
Dabei fing alles gar nicht mal so gut an. Als man mit den Aufnahmen für Ellengæst beginnen wollte, hatte sich der Sänger Daniel Änghede kurzfristig dazu entschieden, die Band zu verlassen. Natürlich könnte man an dieser Stelle schon mal den Sand in den Kopf stecken (das fühlt sich sicher ekelhaft an), nicht so diese Band, obwohl man schon etwas Glück gehabt haben muss. Denn es meldeten sich genügend andere Musiker, darunter Berühmtheiten wie Gaahl oder Vincent Cavanagh. Und eben durch diese Gastmusiker und Freunde (so werden sie zumindest in der Mail von Season Of Mist aufgeführt) wirkt jeder Song in sich, wie ein eigenständiges Teilstück, dass mächtiger ist, als der Titel davor.
Die generelle Grundstimmung auf "Ellengæst" (ein Wort aus dem Altenglischen mit einem Hauch Skandinavischer Sprache angehaucht, steht für einen starken Geist) ist recht düster, fast unangenehm, aber dennoch pompös. Das Grundgerüst besteht hier nicht nur aus den einfachen Rock-Zutaten (nicht das Kleidungsstück), sondern integriert alles, was die heutige Technik möglich macht. So auch Samples eines alten Zahlensenders in "Lost" oder aus Filmen, wie in In The Night. Dieser Titel wirkt so, als hätte Nick Cave eine ziemlich depressive Phase gehabt und diese lyrisch sowie musikalisch umgesetzt. Dabei hören wir eben Gaahl, den ehemaligen Sänger der Black-Metal-Band Gorgoroth. Die Gitarren klingen so, als hätten wir seit den Achtzigern nichts besseres gehabt, es gibt sogar ein Gitarrensolo. Der Sound aus der Vergangenheit zieht sich zum größten Teil durch das gesamte Werk, was über 56 gewaltige Minuten misst. Man könnte es einen Hauch von Shoegaze nennen, für Blackgaze ist hier zu wenig physische Gewalt auf der Platte enthalten.
Durch den stetigen Wechsel der Gäste auf den Titeln und die dadurch entstandenen, eigenen kleinen Microkosmen, kommt keine Langeweile auf, auch wenn viele der Titel die Grenze von sieben Minuten übersteigen. Trotzdem wirkt hier nichts unglücklich gestreckt und der aufgefüllt, alles es ist so geworden, wie es eben hätte werden sollen. Jeder, der sich dem Album hingibt, wird seinen eigenen Favoriten finden und vielleicht auch nachforschen wollen, wer der ein oder andere Gastmusiker ist und was für Musik dieser gemacht hat oder auch noch macht.
Release: 09.10.2020
Label: Season Of Mist
Anspieltipps: Lost, She's In Parties, Cry Of Love
5,5/6 Punkten (Der richtige Soundtrack für diese ungemütlich dunklen Tage.)
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| Crippled Black Phoenix - Ellengæst (Quelle: Presskit von Season Of Mist) |
Samstag, 7. September 2019
Miss June - Bad Luck Party (Fleet Union)
Der Spagat ist wahrlich etwas breiter, funktioniert auf dem Langspieler, der mit etwas mehr als 31 Minuten eigentlich gar nicht so lang ist, aber relativ gut. Man zieht hier alle Register des Grunges, Rocks und Shoegaze aus den letzten drei Jahrzehnten und verteilt sie liebevoll auf die elf Titel. Für ihr erstes Album hat das neuseeländische Quartett Tom Healy verpflichten können. Der hatte unter Anderem auch die Alben von Die! Die! Die! und Tiny Ruins produziert. Dementsprechend ist die Qualität der Produktion, man passt den 80er-Jahre-Flair in die Gitarrensounds von heute ein, man verliert aber niemals die Punk-Rock-Attitüde. So ist der Gesang mal eher schräg alleine neben dem Schlagzeug, mal gibt es leichter Rhythmus-Hüpfer. Wer The Pack A.D. feiert oder vielleicht auch etwas mit den Blood Red Shoes anfangen kann, der darf hier gerne zugreifen. Veröffentlicht wurde das Album am 06.09. auf Frenchkiss Records.
Anspieltipps: Polio, Twitch, Best Girl
4,5/6 Punkten (Von Down Under ein wenig die Welt aufmischen.)
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| Miss June - Bad Luck Party (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Dienstag, 30. April 2019
An Horse - Morden Air (Fleet Union)
Nach einer Weile, wo beide miteinander kaum kommunizierten, erreichten Damon ein paar Songschnippsel. Er fügte seine Ideen hinzu und schickte diese wieder an Kate. Man machte das eine Weile so, traf sich in Brisbane und Kanada und schon war das dritte Album Modern Air fertig.
Auf diesem Album bekommt man eine Mischung aus aktuellem Indie-Rock, etwas Rock aus den 90ern, modernem Shoegaze und Pop vorgespielt. Dabei ist man nicht nur auf die Gitarre fixiert sondern kramt auch mal die Trompete, das Klavier, eine Geige oder andere digitale Instrumente aus (wie auf "Bob Ross [Be The Water]), was wahrscheinlich am Entstehungsprozess liegen mag. Man traut sich mehr, man verlässt musikalisch, vielleicht aber auch textlich, seine Wohlfühlzone und betritt selbstbewusst neue musikalische Gefilde. Das Album klingt dennoch Rund, man merkt das man wieder Energie für die Musik hat und das man etwas erzählen will. Wer Fan von Tegan and Sara ist oder sich auch für The Pack A.D. erwärmen kann, darf hier getrost auf die moderne Luft zugreifen. Veröffentlicht wird der Langspieler, der knapp 40min lang ist, am 03.05. auf dem Grand Hotel Van Cleef,
Anspieltipps: This Is A Song, Get Out Somehow, Breakfast
5/6 Punkten (Happy little accidents)
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| An Horse - Modern Air (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Dienstag, 17. Oktober 2017
Die 26. Fleet Union: Makthaverskan - III
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| Makthaverskan - III (Quelle: Presskit von Fleet Union) |
Sonntag, 10. April 2016
The 1st Midsummer Record: This April Scenery - Liminality
Übersetzt bedeutet Liminality so viel wie ein Zwischenzustand beziehungsweise kann dies auch Schwellenzustand beschrieben werden, man ist im Begriff der Veränderung. Betrunken lässt sich dieser Albumtitel sicher nicht aussprechen, mag das vielleicht jemand statistisch einmal erheben? Dieser Zwischenzustand schiebt sich hier durch das Album schwallartig voran und überschwemmt einen hin und wieder mit dicht gepackten Gitarren, die nicht volle Elle verzerrt sind, sondern gerade so, dass der Gitarrenheld noch viele kleine Details übermitteln kann. Das zeigt sich besonders auf „Modern Hustle“, wobei man davon ausgehen möchte, dass ein Teil des Riffs doch von einer kanadischen Band stammen könnte, die mit dem Talent im Namen. Man kann aber auch Parallelen zu anderen Bands ziehen, wie Dredg, wer das Album "Catcht Without Arms" kennt, wird mir auch hier zustimmen können. Denn trotz der elektrischen Gitarren, schafft man es einen Zustand des Schwebens zu erfassen, vor allem in den Skits. Da die Titel teilweise ineinanderlaufen, kommt man angenehm voran und merkt die Phasen des Aufbäumens und des Abklingens, bis man sich im Finale, am Ende das Albums, vor lauter Glückseeligkeit am liebsten Erschlagen möchte. Der Sänger kann mit seiner Stimme viele Spektren abbilden, alles zwischen fast verzweifeltem Kreischen und fröhlichem Chorgesang (wie in Shifty Eyes; hier das Musikvideo dazu) wird dargeboten. Nach 35 Minuten ist der Zwischenzustand beendet und es liegt alleine beim Zuhörer sich noch einmal in den verschiedenste Gefühlen zu suhlen und dabei abzugehen, der Produktion sei dank, fällt das hier nicht so schwer. Am 15. April wird der Langspieler auf Midsummer Records/Cargo Records veröffentlicht.
Anspieltipps: Levitation Pt.1, Modern Hustle, Windy Chill
6/6 Punkten (Sollen Dredg und Billy Talent das erstmal nachmachen)
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| This April Scenery - Liminality (Quelle: Presskit von Midsummer Records) |
Freitag, 13. Juni 2014
4. Rosine der Resultpromotion: Seasurfer - Dive In
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| Seasurfer - Dive In (Quelle: jpc.de) |






