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Donnerstag, 6. April 2023

Konzertbericht: Fettes Brot - Is History - Abschiedstour (04.04.2023 Gladhouse, Cottbus)

Die Fetten Brote aus Hamburg verkrümeln sich, aber nicht ohne vorher nochmal ordentlich Krach zu machen. Zu allem Erstaunen war der Tourauftakt eine Pop-Up Show im Gladhouse in Cottbus. Die Karten seien wohl innerhalb kürzester Zeit vergriffen gewesen, was wohl für den Erfolg des Trios spricht. 

Vor Ort angekommen, sah man erstaunlicher Weise ein bunt gemischtes Publikum. Der Altersdurchschnitt war irgendwas in den 30ern, Eltern haben Ihre Kinder mitgebracht, Schulfreunde trafen sich nach fast zwei Jahrzehnten wieder und das Who is Who der Stadt war ebenso am Start.


Fettes Brot on Stage im Gladhouse, Cottbus
(Quelle: eigenes Bildmaterial)


Wie das bei alten Leuten so ist, muss alles pünktlich anfangen, so auch bei den Broten. Punkt 20:00 betraten die Papas die Bühne und die ersten Klänge von Jein schallten durch die Boxen. Zwischen den Tracks gab es immer wieder kleine Geschichten und Anekdoten, so nach dem Motto: "Wisst ihr noch, damals, als....?" Nach mehr als drei Jahrzehnten als Band hat man viele Geschichten zu erzählen, die Zeit scheint die Männer aber verschont zu haben. 


Brot182? Die Brote legen eben noch selbst die Hand an.
(Quelle: eigenes Bildmaterial)


Die Halle sang jede Strophe mit, die 700 Menschen waren eine einzelne Masse, die durch die Halle sprang, tanzte und zappelte. Am Rand standen die ruhigeren Gemüter und genossen das Spektakel. 

Einzig der Mittelpart schleppte sich etwas. Es gab ruhigere Songs und die Band ließ sich Instrumente auf die Bühne stellen, die Musiker im Background hatten somit eine kurze Verschnaufpause. Zwischendrin wurden immer wieder mal Songs gewünscht, man hielt sich aber an sein Programm. 


Was macht der Sänger von Disturbed da?
(Quelle: eigenes Bildmaterial)


Gegen Ende holte die Band ihre Kracher aus dem Ofen und die ganze Halle tobte. Mit den schwulen Mädchen riss man alles ab und jeden mit. Und dann, nach etwas über zwei Stunden des Spektakels, des Schwitzens, Gröhlens, Tanzenz und Singens, war alles aus. Die drei aus dem hohen Norden verneigten sich und sagten tschüss. So, wie man es im Norden eben macht.

Wenn ihr den Broten noch einmal die letzte Ehre erweisen wollt, für folgende Städte gibt es noch Karten:

08.04.2023 Bremen - ÖVB Arena
09.04.2023 Frankfurt - Festhalle
10.04.2023 Leipzig - Quaterback Arena
26.04.2023 CH-Zürich - The Hall
27.04.2023 Köln - Lanxess Arena
01.05.2023 München - Zenith
02.05.2023 Stuttgart - Porsche Arena
04.05.2023 Hannover - ZAG Arena
06.05.2023 Kiel - Wunderino Arena

Samstag, 28. September 2019

Konzertbericht: Thees Uhlmann (26.09.19. Gladhouse, Cottbus)

Wenn Thees Uhlmann ruft, nehmen viele einen weiten Weg auf sich, so auch am 26.09. in Cottbus. An den Straßenrändern und auf den Parkplätzen der näheren Umgebung standen gar Autos mit Nummernschildern aus sächsischen Landkreisen. Dementsprechend voll war auch das Gladhouse, auch wenn es nicht ganz ausverkauft war.


Alle Gäste waren relativ entspannt, es gab kein großes Gedränge und jeder hatte ein Lächeln auf den Lippen. Der Altersdurchschnitt schien auch etwas höher zu sein, anscheinend waren viele der Besucher Fans der Band Tomte und waren deswegen bei Thees. Der kam Punkt 20:30 auf die Bühne und begrüßte die Meute mit einem netten "Moin". Die Menge tobte und die Band legte direkt los.


Thees Uhlmann (Mitte) und Band
(Quelle: eigenes Bildmaterial) 

Zwischen den einzelnen Titeln wurde Thees mal eine Gitarre gereicht oder gab sie wieder ab. Er erzählte aber auch viele Geschichten zu fast jedem Titel und hatte immer wieder einen Spruch auf Lager. "Mehr Depeche Mode war nie im Deutschrock" oder "Kernkraft Thees Uhlmann trifft auf Energie Cottbus". Auch wenn er den zweiten Satz wohl nicht hätte bringen sollen, zumindest erwähnte er das quasi im selben Atemzug. Man erfuhr auch, wie er zu den Toten Hosen steht, was für E-Mails er von Fans bekommt, wie seine Einstellung zur Politik ist und bezieht Position. Das kam positiv an, es wurde einfach nicht langweilig.

Viel Atmosphäre durch viel Licht.
(Quelle: eigenes Bildmaterial)

Während der Songs, wenn er mal nicht gesungen hat, war Thees wie ein Duracell-Hase. Er hüpfte, tanzte wild auf der viel zu engen Bühne und begann natürlich zu schwitzen. Diese Energie und die Lebensfreude übertrug sich zu hundert Prozent auf alle Besucher. Jeder tanzte auf seine eigene Weise und keiner mobbte den anderen deswegen. Und es wurde natürlich wärmer im Konzertsaal. Man spielte Titel aus allen Epochen des Künstlers, auch ein Track von Tomte wurde zum besten gegeben.

Nach knapp 90 Minuten stimmte die Band und Thees die Single Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf an. Nachdem die Truppe die Bühne verlassen hatte, war das Publikum im Rausch und summte den Hintergrundgesang des Liedes ewig weiter, bis Thees in einem neuen T-Shirt auf die Bühne kam. Er selbst sagte, dass das seit 25 Jahren Bühnengeschichte selbst für ihn ein Novum sei. Man gab als Zugabe noch zwei Songs zum besten und verabschiedete sich dann gebührend. Jeder war zufrieden, auch wenn die zwei Stunden Spielzeit wie im Fluge vergingen.

Freitag, 14. September 2018

Konzertbericht: Deez Nuts + Tobende Ossis + Deluminator (30.08.18 Zum Faulen August, Cottbus

Eine kleine Spätlese.

Es passiert nicht oft, dass die große musikalische Welt sich im relativ kleinen Cottbus, welches auch noch irgendwo im Nirgendwo befindet, trifft. Deez Nuts waren bereits schon mal im Zum Faulen August und haben sich zusammen mit Tobende Ossis und Deluminator am 30.08. wieder hier eingefunden.

Den Anfang machen die Jungs von Tobende Ossis. Die Menge lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht so gut bewegen, wie es später der Fall sein sollte. Dennoch ist der Sound richtig gut, man wirft, wie es ich für Hardcore gehört, politische Statements in die Menge, die gegen die rechten Ausschreitungen in Chemnitz gehen. Man wird auch aufgefordert sich in eine kleine Polonaise einzuklinken und bekommt immer wieder ein paar kleine Witze zu hören. Man merkt, die Jungs sind voll bei der Sache und geben einen guten Opener ab.

Tobende Ossis, vor und auf der Bühne.
(Quelle: eigenes Bildmaterial)


Nach einem kurzen Stageover knipsen Deluminator mit einer Mischung aus Stoner, Hardcore und Punk die Lichter aus, nur um ein kleines Feuerwerk auf der Bühne anzuzünden, sinnbildlich versteht sich. Der Sänger springt wie ein Flummi über die Bühne und es wundert einen, dass die anderen Jungs dabei nichts abbekommen. Man könnte die Mannen auch "Die Band Der Oberlippenbärte" nennen, vom Styling her ist alles dabei: einer könnte direkt von QOTSA kommen; der andere ist der echte, dunkle Black-Metaller; zwei Musiknerds, wobei der Drummer immer tiefenentspannt wirkte, und der Flummi am Mikrofon. Auch hier ist der Sound durchweg gut, ein paar echte Fans stehen an der Seite und singen jede Silbe mit. Auch hier versucht man die Menge etwas zu bewegen, macht ein paar schlechte Witze mehr als die Band zuvor, dennoch macht sich eine starke Wärmeentwicklung in der, zugegebenermaßen, kleinen Location bemerkbar.

Keine Gesichter zu erkennen, Deluminator
(Quelle: eigenes Bildmaterial)

Dann, der Moment auf den alles gewartet haben. Die vier Jungs aus Down Under betreten die Bühne, durch die Menschen vor eben dieser und die wilden Bewegungen wird es immer wärmer. Man knüppelt direkt los, es gibt hier und da ein paar kurze Sätze in Publikum. Getrunken wird, trotz der enormen Wärme, wenig. Der Sound ist basslastiger, die Gitarre kommt nicht mehr so klar hervor. Dennoch wird man mitgerissen und freut sich auf jeden Song der gespielt wird. Ab und an darf auf die Meute im Pit ein paar Laute ins Mikrofon geben, da man sich der Tatsache bewusst ist, dass alle textsicher sind. Doch dann, völlig unvermittelt, stürmt ein Roady durch die Menge und macht dem Drummer einen Weg frei. Der hat sich, wahrscheinlich durch die anhaltende, mittlerweile fast unerträglich Hitze, übergeben und hinterließ hier und da ein paar große Pfützen Erbrochenes. Man darf nicht vergessen, dass er da hinter den anderen Bandmitgliedern im Sitzen Leistungssport macht und keinen Luftzug abbekommt. So wurde das Konzert sprichwörtlich abgebrochen.

Deez Nuts drehen frei.
(Quelle: eigenes Bildmaterial)

Auch wenn die Location recht klein ist, war der Sound außerordentlich gut. Die Stimmung war ausgelassen und keiner hat irgendein böses Wort verloren oder hat sich unangemessen benommen. Das Ende des Abend kann mit Sicherheit als Anekdote eingehen, die man den eigenen Sprösslingen irgendwann erzählen kann. "Ich habe gesehen, wie der Drummer von Deez Nuts ein Konzert 'abgebrochen' hat."

Sonntag, 17. Juni 2018

Konzertbericht: Laut gegen Nazis (15.06.2018)

Zum zehnten Mal gibt es Laut gegen Nazis auf dem Campus der BTU-Cottbus. Dieses Jahr gab es ein interessantes Line-Up, welches die Jahre zuvor schon in den Schatten stellt.

Als erstes durften die Leoniden, die hatten wir hier schon mal, auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Jeder steht in Jogginghose auf der Bühne, die Show ist zugegebenermaßen auch sportlich, schaut man sich den Gitarristen an. Die Performance ist gut für die erste Band, man hat sogar Bock auf nen Rave und dreht Kreise mit dem Publikum in einem Cirlce Pit.

Leoniden als Vor- und Sportgruppe
(Quelle: Selbst geschossen)

Nach dem Stage Over war die Bühne relativ leer, nur ein Mischpult mit dem obligatorischen MacBook schmückte die Bretter. Der nächste Act des Abends war Afrob, der nach dem Motto "Bass, Bässer, am Bässten" erstmal ordentlich die Brustkörbe der Zuschauer massierte. Irgendwann hatte der Mischer dann wohl ein Einsehen und regelte den Bass herunter. Der Künstler brachte aktuelle Werke wie auch seine alten Glanzstücke mit und wirkte zwischendurch sogar komödiantisch. Leider bremste der mit Reggae die Masse etwas aus, was schade ist, vielleicht aber zu seinem Konzept dazugehört.

Afrob zwischen alten und neuen Tracks
(Quelle: Selbst geschossen)

Leider hat man, trotz mehrjähriger Erfahrung immer noch kein schlüssiges und zufriedenstellendes Konzept für die Toiletten, trotzdem es mehrere Lehrgebäude gibt, nutzte man nur die eines einzigen. Könnte man wohl nochmal überdenken. 

Zugezogen Maskulin sind die letzten, die vor dem Mainact auf die Bühne dürfen, beschallen den gesamten Campus, auch wenn nicht die ganze Menge vor der Bühne steht. Es gibt die ersten Gäste, die von der Security vom Gelände befördert werden, einige torkeln schon durch die Gegend.

Und dann war es soweit, die Band, auf die jeder gewartet hat, alles steht dicht an dicht vor der Bühne und die Beatsteaks betreten eben diese und reißen die Menge an sich. Jeder kann hier mindestens einen Titel mitgröhlen, auch wenn es schon spät ist, ist die Band gut drauf und lässt die Meute tanzen. Alle Hits werden gespielt und man gibt sogar zwei Titel als Zugabe.

Nein, das ist nicht Fred Durst, sondern Arnim.
(Quelle: Selbst geschossen)

Der Abend war mehr als gelungen und dafür, dass der Eintritt frei war, bekam man richtig was geboten. Auch die Fress- und Getränkestände waren okay. Also, seid laut gegen Nazis und feiert nächstes Jahr einfach selber mit.

Samstag, 15. April 2017

Konzertbericht: Jinjer + Nullachtfuffzehn (13.04.17 Sage Club, Berlin)

Eine Geschichte in drei Akten. So könnte man diesen Abend im Sage Club bezeichnen. Wo fängt man hier an? Der Einlass war wohl später als gewohnt, aber das war noch zu verkraften. Aber denkt jetzt nicht, dass der Abend komplett für die Hose war. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, legt ein Plattenspielalleinunterhalter auf... am MacBook natürlich. Dabei kramt er von Beginn an die Rock-Klassiker der frühen 2000er aus und lässt dabei auch nicht Nickelback oder Sum41 aus. Er erwischt sogar einen Titel der Filthy Dukes und Incubus.

Nach etwas mehr als 2 Stunden Musik aus dem Rechner kommt die erste Band auf die Bühne. Nullachtfuffzehn wollen die Jungs genannt werden. Der erste Gedanke vieler, die in edlen schwarzen Bandshirts im Pit stehen: "What the fuck?" Wer hat bitte den basketballspielenden Hippster vom Spielfeld geholt auf die Bühne gelassen? Ach so, die Jungs meinen das also ernst? Jeder mit einem schwarzen Shirt einer Metalband verdreht die Augen und wähnt sich im falschen Film. Die Band selbst spielt irgendwas zwischen Pop, Funk und Rock, zwar nicht härteste Schiene, aber immerhin werden Saiteninstrumente bedient. Ihr Handwerk beherrscht die Gruppe, ohne Frage, wenn man aber Metal erwartet oder irgendetwas in härterer Gangart, bietet sich jedoch dort auf der Bühne ein akustischer Autounfall. Der Großteil der Masse wird dabei auch nicht bewegt, außer die paar Groupies, die brav nach jedem Titel jubeln. Nach einer knappen Stunde bedankt man sich fleißig bei Jinjer, die ja danach kommen sollen, kündigt den eigenen Merch an und verschwindet von der Bühne. Ob die wussten, dass der Mainact mit seinem Sound Wände einreißt? Auf ein Campusfestival, wie Laut gegen Nazis, würde diese Band super passen, aber nicht vor einer Metalkapelle. Der Merch bleibt dementsprechend liegen.

Während des Stage-Over gibt es auch einen Crowd-Over, der DJ (müsste der jetzt nicht eigentlich MacJ heißen oder MJ?) legt nun eine Spur härter auf, Nirvana und The Offspring plärren nun aus den Boxen und die Menge geht mit. Das Publikum ist zunehmend in schwarz gehüllt und jeder wartet sehnsüchtig auf Jinjer.

Die Band wird vom Intro des aktuellen Albums auf die Bühne geleitet und schmettert sofort los, als gäbe es kein Morgen mehr. Die gesamte Menge bewegt sich auf und ab, von links nach rechts und von oben nach unten. Kein Stein bleibt auf dem anderen und das hat einen guten Grund. Es gibt technisch versierten Metal in vollstem Klanggewand. Das was man auf Platte bekommt, wird genauso live wiedergegeben und der Rest der Nullachtfuffzehn-Fans fragt sich: "Kommt das aus ihrem Mund?" Man spielt sich durch die bekannten Singles, wobei die Stimme und Saiten der Hitze und der dazugehörigen Anstrengung standhalten. Und ehe man sich versieht zeigt die Uhr 1:00, mitten in der Nacht. Die Band kommt so gut an, dass man zur Zugabe aufgefordert wird. Die Sängerin klopft auf ihren Brustkorb, 90 Minuten zwischen klarem und gutturalem Gesang belastet und dazu noch diese Hitze, die von den sich bewegenden Körpern vor der Bühne ausgeht. Das Publikum ist sicht- und hörbar begeistert. Das Outro von "King Of Everything" geleitet die Band wieder von der Bühne und jeder feiert sie, die Dame und die drei Jungs. Der eindeutige Gewinner des Abends, wenn man das als Wettstreit bezeichnen würde, ist die Metalband aus der Ukraine.

Aktuell sind die Ukrainer noch auf Tour, jeder der die Chance hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen.

Jinjer @ Rock At Sage (13.04.17)
(Quelle: eigenes Bildmaterial)

Wo die Band weiterhin Wände einreißen wird, seht ihr hier:
15.04. - Easter Cross Festival - Oberndorf
16.04. - Alte Hackerei - Karlsruhe
18.04. - Rudeboy Club - Bielsko Biala (PL)
19.04. - U Bazila Club - Poznan (PL)
21.04. - Backstage - München
22.04. - Viper Room - Wien (AT)
28.04. - Werkk - Baden
29.04. - Les Prisons - Moudon (CH)
30.04. - Les Rats - Puget Sur Argens (F)
03.05. - Azkena - Bilbao (ES)
04.05. - Sala Lemon - Madrid (ES)
05.05. - La Burbuja - Castellón (ES)
06.05. - Razzmatazz - Barcelona (ES)
07.05. - 16 Toneladas - Valencia (ES)
09.05. - Gibus Live- Paris (F)
10.05. - Le Fridge - Bordeaux (F)
12.05. - Come Inn - Renchen
13.05. - Circus - Florenz (IT)
14.05. - Traffic Club - Rom (IT)
15.05. - Rock Town - Pordenone (IT)
17.05. - Freaked Studio - Reims (F)
18.05. - Der Kult - Nürnberg
19.05. - Channel Zero - Ljublijana (SVN)
20.05. - Cross Fest - Ceske Budejovice (CZ)
21.05. - M-Klub - Valašské Meziříčí (CZ)
27.05. - Rock Metal Camp Festival - Hilaire Les Places (F)

Donnerstag, 17. November 2016

Konzertbericht: Rise Of The Northstar (15.11.2016 im Gladhouse)

Es regnet, das Thermometer zeigt kaum mehr als 4°C an, eine kleine Gruppe hat sich bereits vor dem Gladhouse versammelt. Punkt 19:00 wurden die Türen geöffnet, dennoch sind kaum mehr als 20 Leute da. Die Stimmung ist fröhlich, da die Stadt klein ist, sind die Gesichter, die man auf "solchen Veranstaltungen" sieht eigentlich immer die selben. Als sich dann um ca. 20:30 ca. 120 Menschen im Hauptsaal versammelt haben, werden die Vorhänge geöffnet und es zeigt sich ein recht aufwändiges Bühnenbild mit Fässern, aus denen angedeutet Flammen wabern (Feuer ist geschlossenen Räumen eh nicht so prall). Überall sind Kanji zu bestaunen. Die Band Rise Of The Northstar betritt in aufwändigen Kostümen die Bretter und legt fulminant los. Der Stil erinnert an den Hardcore aus den 90ern, der in New York aus dem Boden gekrochen ist. Die Menge, zumindest ein Teil davon, tobt. Arme, Beine und die dazugehörigen Leiber fliegen einmal quer übers Parkett. Wer am Boden liegt, wird umgehend aufgelesen, bis auf ein paar Kratzer sind keine weiteren Schäden zu beklagen. Die Fans sind textsicher und dürfen dies am Mikro mehrfach unter Beweis stellen. Besucher, die diese Band noch nicht kennen, werden dennoch herzlich willkommen geheißen, weil man so das gesamte Spektrum der Szene abbilde.

 Der Tonmeister hat ganze Arbeit geleistet, es klingt so, als hätte man die CD direkt auf die Boxen gelegt, das will live schon was heißen. Nach einem kleinen Break vor dem letzten Drittel geht es weiter, die Garderobe musste wohl kurz gewechselt werden, die Meute im Pit ist schon etwas aus der Puste, aber glücklich.

Rise Of The Northstar @Gladhouse
(Quelle: selbst geschossen)

Um 22:00 wird dann das Outro eingeleitet, man darf sich zu den Klängen des Soundtracks von Ghost In The Shell noch ein paar Fistbumps abholen und am Merchstand ein paar Fotos mit den Mitgliedern schießen und natürlich werden hier und da ein paar LPs, CDs und Arme signiert. Alles in allem ist hier ein großartiger Abend gelungen, auch ohne Vorband.

Wer die Jungs verpasst hat, kann sie sich noch in anderen Städten geben.

16.11. - Stone im Ratinger Hof, Düsseldorf (D)
18.11. - NAUMANNS/FELSENKELLER, Leipzig (D)
19.11. - L.A. Cham, Cham (D)
20.11. - Arena, Wien (AT)
26.11. - Nyon's On Fire Festival, Nyon (CH)
27.11. - LE JAS ROD, Les Pennes Mirabeau (FR)
28.11. - Le Saint des Seins, Toulouse (FR)
29.11. - Le Ferrailleur, Nantes (FR)
30.11. - Ô TOTEM, Rillieux La Pape (FR)
01.12. - LA LAITERIE, Strasbourg (FR)
02.12. - L'Autre Canal, Nancy (FR)
03.12. - Le Brise Glace, Annecy (FR)
04.12. - Le Trabendo, Paris (FR)
16.12. - C.C.J. Moulin, Limoges (FR)
18.12. - Knockdown Festival, Karlsruhe (D)

Montag, 31. August 2015

2nd Flix Agency: Konzertbebricht Will Wood + Sammy Battle + Freddy Fudd Pucker (29.08.15 im Ramones Museum)

Will Wood
Eine solch lange Überschrift für so ein schönes Konzert. Auch wenn es für Berliner Verhältnisse im Ramones-Museum relativ früh angefangen hat, so war es doch gut mit Leuten besucht. Wer die Location kennt, wird wissen, dass auch nicht wirklich viel Platz ist, von der Luftzirkulation ganz zu schweigen. Der Abend stand im Zeichen von Fröhlichkeit, Heiterkeit und etwas Wehmut.


Zur Primetime begann der Neuseeländer Will Wood sein Bestes zu geben. Und dann sieht man ihn da
oben stehen, voller Tattoos, in Skinny-Jeans und einer kupfernen (?) Akustikgitarre stehen. Er ist der Fingerpicker des Abends wenn man es so will. Seine Technik stammt wohl von seinen Trommelkünsten, genial. So schnell wie er begann, so schnell war sein Teil der Show leider auch wieder vorbei, aber es galt noch zwei Künstler zu sehen.

Sammy Battle
Nach einem kurzen Soundcheck stand Sammy Battle aus England auf den Brettern, die die Welt bedeuten und begann sein Set. Leider wurde er vom Pech verfolgt, welches sich durch ein Knacken oder Übersteuern der Lautsprecher äußerte, der Junge spielt aber auch hart an den Saiten. Er bekam zunächst nichts davon mit, man tauschte erst das Kabel, dann die Gitarre und zu guter Letzt auch noch das Pedal. In einem ruhigen Stück, es ging um Verluste, hielt die Technik zu ihm, am Ende bekam der Mischmeister dann ein Setup zustande, welches die Show doch guten enden ließ. Der Brite war jedoch sehr verunsichert und meinte, dass es wohl nicht so ganz sein Abend war. Man kann ihm aber keine Schuld geben. Manchmal hält die Technik zu einem, manchmal nicht.

Freddy Fudd Pucker
(nicht Ben Stiller!)
Das letzte Drittel wurde von Freddy Fudd Pucker (ein Schelm, wer das F im letzten Wort ansetzt), angestimmt. Sein Setup bestand aus einem Stuhl, einem Tamborin und einem Koffer, welche als Bassdrum herhalten musste. Die Geschwindigkeit, mit der der junge Neuseeländer die Gitarre spielte, ist irre. Ist das noch Folk??? Mittendrin setzten sich ein paar Gäste und warfen Rosen auf die Bühne, die einer der vielen Rosenverkäufer Berlins vorbei brachte. Es gab wohl auch ein paar neue Stücke.

Trotzdem man viele Menschen in Schwarz gesehen hat, viele Menschen mit bunt verzierter Haut, viele aus Großbritanien, waren doch alle richtig zufrieden. Der Abend war wie ein Konzert an einem Lagerfeuer... nur überdacht, mit einer Bühne und einer Bar nebenan. Alle haben gelacht und gefeiert und der Abend endete gegen 22:30... leider.

Auf jeden Fall sind diese drei definitiv einen Besuch wert, man beginnt zu lächeln, zu lachen und bei entsprechend viel Raum kann wohl auch getanzt werden. Und keine Angst, auch wenn die Leute schwarz tragen, Tattoos haben und nen fetten Bart, sie sind die nettesten und höflichsten Menschen, die man sich vorstellen kann... und sie haben Geschichten zu erzählen. Ein gelungener Folk-Punk-Abend und Tourauftakt.

Freddy und Sam sind zusammen auf Tour:

29.8. Berlin, DE - Ramones Museum
31.8. Leipzig, DE - Stoned
02.9. Soest, DE - Pub Music Night // Alter Schlachthof
03.9. Erfurt, DE - Duck Dich // Engelburg
04.9. Schwäbisch Gmünd, DE - Hinz und Kunz am Boulevard
05.9. Aalen, DE - Frapé
06.9. Brandys Nad Labem, CZ - Sklep
07.9. Kosice, SK - Pokhoi
08.9. Budapest, HU - 100 as Club
09.9. Wien, A - Loft
10.9. Timelkam, A - Bart
11.9. Oberstaufen, DE - Jones Bar
12.9. Baden, CH - Treibguet 
13.9. Stuttgart, DE - Wagenhallen
14.9. Zürich, CH - Dynamo
15.9. Freiburg, DE - Rufetto
16.9. Koblenz, DE - Freiraum
17.9. Paris, FR - Le Pop In
18.9. Bree, BE - Ammeloela
19.9. Amsterdam, NL - House Show

Montag, 30. März 2015

1st Flix Agency: Konzertbericht Dearly Beloved + Dark Horses (28.03.15 im Grünen Salon)

Was ein Abend. Das viertel, in dem der Grüne Salon steht, war am Abend recht dunkel, gar unbeleuchtet. Grund dafür war wohl ein Stromausfall. Die Bands waren kurz schockiert, machten aber das beste aus der Situation und probten wohl kurz, ob man das Unplugged-Set noch kann. Doch dann überlegte es sich der Gott der Elektrizität unter Zuhilfenahme der Mitarbeiter der Stadtwerke doch anders und so war bereits vor acht Uhr alles wieder beim Alten.

Typisch für Berlin an einem Samstag ist der späte Start von Konzerten, so auch hier. Um 22:00 wagte sich Niva Chow auf die Bühne und an ihre Technik, die zu Beginn noch funktionierte. Mit ihrem Theremin erzeugte sie zu Beginn eine dunkle und wabernde Atmosphäre. Die anderen vier Bandmitglieder von Dearly Beloved kamen auf die Bühne und plötzlich brach ein Sturm voller positiver Energie los. Man merkte sofort, dass die Bühne zu klein war, alle sprangen umher und bewegten ihre Instrumente gefährlich nah an den Köpfen der anderen vorbei.  Der Bassist und die Sängerin gingen sogar ins Publikum, einfach weil sie es konnten. Einzig die Technik machte Chow nach dem fulminanten Start bis zum dritten Song einen Strich durch die Rechnung. Passiert. Das grande Finale gab es nach 35 Minuten mit der aktuellen Single Living Proof. Beide standen vor der Bühne und die Menge tobte. Das war Rock'n'Roll wie er leibt und lebt. Am Ende bekam die erste Reihe eine verschwitzte Umarmung und Rob einen Schluck kaltes Bier von Jennifer Rostocks Gitarristen.


Wenn das dieses berühmte Ying war, folgte darauf definitiv ein Yang. Bei Dark Horses war alles anders, die Band stand vor der Sängerin auf der Bühne, diese versteckte sich erstmal mit einem Räucherstäbchen in der Menge, bevor sie die Bretter, die die Welt bedeuten, betrat. Was von Dearly Beloved vorher an Kraft versprüht wurde, saugten die dunklen Pferde komplett auf, alles implodierte förmlich. Die Energie war eine andere, ruhigere, jeder stand wie eine Säule. Die Videoinstallation der Band war in schwarz-weiß gehalten und unterstrich die Mystik, welche die Band von sich gab. Die Menge war erstarrt, gebannt und fasziniert. Die Sängerin sprach ab und an, die Hitze war wohl nicht ihr Ding. Dennoch hielten alle Wacker durch und gaben ein starkes Set ab. So ging ein Abend voller Rock und Energiekontrasten sehr schnell vorüber. Am 31.03. gibt es beide Bands noch mal in der Hamburger Molotow Bar zu sehen. Geht hin, ihr werdet es nicht bereuen.