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Mittwoch, 19. Oktober 2022

Boundaries - Burying Brightness (3DOT Recordings/Kinda Agency)

Um gleich mal in die Vollen zu gehen, die Platte  Burying Brightness beginnt wie eine Hardcore-/Deathcore-/Metalcore-Platte nun mal klingt. Alle Standards werden abgefahren und man macht überall seine Häkchen, weil man da schon mal gehört hat aber geil findet. Aber dennoch schmeckt die Soße so, als hätte man die schon einmal erwärmt. Weil die Band Boundaries aber ihr Handwerk beherrscht, hört man weiter durch das Album, ein Gefühl des Getriebenseins macht sich breit. 

Es gibt hier und da ein paar Lichtblicke, es gibt ab und an Gesang, nicht nur derbes Geschrei. Ab Resent and Regret merkt man einen leichten Bruch. Die Band kann auch einfühlsam sein, man erinnert sich an vergangene Emo-Zeiten. In der Mitte des Tracks wird es auf einmal etwas glicthi, beim ersten Durchlauf könnte das vielleicht garnicht auffallen. Der Folgetrack, Realize and Rebuild, bleibt auch ziemlich emolastig, dabei ist das eine offizielle Single. 

My Body Is A Cage hat ein verstörendes Intro, wenn man darüber nachdenkt, dass ein Kind sagt: "My Body Is A Cage". Als das Outro einsetzt und der Sound auf einmal vor dem Ohr verwischt, verzerrt und in einen Clubbeat mündet, merkt man, dass die Jungs mehr vorhaben. Sie wollen nicht nur brettern, auch wenn sie das sehr gut können. - ist dann einfach nur ein Technokracher vor dem Herren, dass Ding hätte easy Platz in einem Berliner Technokeller gefunden. 

Nach diesem Ausflug schlägt man wieder voll zu und greift in die 7, 8 oder 9 Saiten. Aber dieser kurze Glitch lässt eben aufhorchen. Man betrachtet die Künstler mit anderen Augen. Das opulente Ende, was fast so klingt, als hätte man um ein paar Ecken mit Silver Snakes Album Year Of The Snake (hatten wir hier mal) rumgemacht oder wolle den Deftones imponieren. The Tower misst 10 Minuten, schon mal was von nem hidden Track gehört? 

Das Album ist mehr als gelungen, die Produktionsqualität ist über alle Zweifel erhaben und macht, vorausgesetzt, die Kopfhörer können den Druck wiedergeben, von vorn bis hinten Spaß. 

Release: 14.10.2022
Label: 3DOT Recordings

Anspieltipps: It Begins To Speak, -, My Body Is A Cage, The Tower

6/6 Punkten (Zwischen Pogen und Violent Dancing einfach mal gekonnt nen Rave reinschieben.)

Boundaries - Burying Brightness
(Quelle: Presskit von Kinda Agency)

Dienstag, 17. November 2020

Sólstafir - Endless Twilight of Codependent Love (Season Of Mist)

Die Männer von Sólstafir schaffen es immer wieder, dass ihre Musik so klingt, wie man sich Island vorstellt. Rau, kalt, verlassen und menschenleer, windig und unbarmherzig. Auf Endless Twilight Of Codependent Love setzt sich dieser Sound fort, den man seit Äonen beherrscht. Dabei bewandert man aber nicht nur alte, bereits ausgetretene Pfade, die man mitunter hier im Blog bereits gehört hat, sondern versucht sich im Black Metal oder eher Blackgaze. Selbst ein Teil der Deftones hat es auf Úlfur geschafft, es kann mir hier keiner erzählen, dass er da nicht die Gitarren von Change (In The House Of Flies) hört. Aber es sei ihnen gegönnt, denn auch dieser Sound steht ihnen irgendwie. 

Was etwas irritiert, ist das Intro von Drýsill. Man betreibt Tapping, aber irgendwie scheint die Gitarre nicht ganz sauber gestimmt zu sein oder es klingt einfach nur wegen der Spielweise so. Zum Glück dauert es nicht lang, bis man eine Orgel in den Raum stellt. Das Album klingt generell etwas rauer, man bettet nicht mehr alles riesige Soundwände ein, wie auf dem Vorgänger Berdreyminn. Die Produktion tut ihr übriges, so dass man wirklich denkt, dass einem der starke Wind Islands ständig und unentwegt ins Gesicht bläst. Überlange Titel konnte man schon immer, so gibt es auch hier Songs die gut und gerne mal um die 7 oder gar 8 Minuten lang sind. Es wirkt aber nichts unnötig in die Länge gezogen, jede Minute bleibt spannend und kurzweilig. 

Thematisch ist dieses Album sehr dunkel, es geht um die eigenen Dämonen und die des Umfeldes. Es geht darum, wie Menschen sich langsam umbringen. Und es geht um psychische Krankheiten, die Menschen verändern, bis sie daran sterben, wie Alzheimer. Man ist dann wie im Film und wartet darauf, das bestimmte Dinge eintreffen. Man kann nichts machen, außer zuzusehen. 

Wer die Vorgänger der Band bereits hatte, der wird auch dieses Album haben/kaufen und feiern. Menschen, die Sólstafir bisher nicht kannten, können hier einen Einstieg finden. Die Sprache könnte vielleicht eine Hürde darstellen, aber es gibt weltweit Fans, die ihre Songs auf Isländisch mitschmettern. Man muss es eben nur wollen und sich auf Titel einlassen, die jenseits des 3:30-Schemas sind und ein Albumhörer sein.  

Release: 06.11.2020
Label: Season Of Mist

Anspieltipps: Úlfur, Alda Syndanna, Akkeri

6/6 Punkten (Man kann den kalten Wind auf der Haut schon spüren.)

Sólstafir - Endless Twilight of
Codependent Love
(Quelle: Presskit von Season Of Mist)

Samstag, 10. Oktober 2020

Deftones - Ohms (Reprise Records/Neues aus dem CD-Regal)

Die Deftones sind die Deftones sind die Deftones sind die Deftones. Jedes Album, was die Herren aus Sacramento aufgenommen haben, hat seine eigene Atmosphäre und einen eigenen Grundton. Dennoch hört bei jeder Scheibe heraus, dass man die Tones in den Ohren hat. 

Und nun hat man sich nach 17 Jahren wieder mit Quasi-"Haus- und Hofproduzent" Terry Date zusammen getan. Man möchte meinen, dass man das sogar heraushören kann. Wirkte Gore (hatten wir hier mal) noch recht gestückelt, jeder Titel in sich wirkte wie "Jetzt Part A, nun Part B...", wirkt Ohms wie aus einem Guss. Die Songs laufen ineinander über (ein Graus für jeden Mediaplayer, der das nicht beherrscht) und schaffen somit eine Atmosphäre, die einen einfängt. Die gesamte Platte wirkt wärmer und zugänglicher als sein Vorgänger, auch wenn man hier und da ein paar Ecken blicken lässt. Man greift sogar moderne Elemente wie Dreampop in den eigenen Stil auf und lässt es so wirken, als hätte man in all den Jahrzehnten nichts anderes gemacht. Als wäre dieser Sound schon immer da gewesen. 

Die Gitarre von Stephen Carpenter hat wieder eine Saite mehr bekommen. Wenn die Tones so weiter machen, sitzt der gute Mann in fünfzehn Jahren an einer Harfe oder macht bei den Djentgods mit. Egal welches angestrebt werden würde, man würde es ohne Probleme trotzdem in den eigenen Sound einfließen lassen, komme was wolle. Durch die neun Saiten gibt es dementsprechenden Tiefgang, aber die Axt schwingt hier weniger derbe als in Titeln wie Poltergeist oder Goon Squad vom Album Koi No Yokan (hatten wir hier mal). Dass der Bass nicht ganz so nutzlos geworden ist, zeigt der Titel Radiant City, der mit einem Basssolo beginnt, um später dann doch die anderen Bandmitglieder einzuladen um wie die Deftones anno 2003 zu klingen. 

Dem weißen Pony rennt die Band anscheinend nicht mehr hinterher (wie auch mit den tiefen Gitarren?), dennoch ist es der Maßstab, den viele Hörer und Fans ansetzen. Aber von diesem Vergleich muss man sich trennen, da jedes Album, wie anfangs erwähnt, nicht nur ein neues Kapitel öffnet, sondern ein ganzes Buch, welches ein Anfang und ein Ende hat. Die Deftones sind nicht gemacht für Singles, auch wenn es das Label und/oder das Management gern anders hätten. Man hat einmal nachgegeben, den Titel binnen 30 Minuten neu geschrieben und es zutiefst bereut.  

Ohms' ist erschreckend aktuell. Wegen des Viruses stellt man vieles in Frage, es geht um Einsamkeit, um die Abkapselung von der Gesellschaft und die digitale Welt. Das ist aber eher dem Umstand geschuldet, dass Chino Moreno, der Sänger der Band, eine Zeit lang relativ abgeschieden gelebt hat und sich wieder mehr Kontakt zu Menschen wünschte. Nun wohnt er mit seiner Familie wieder am Rand einer größeren Stadt, hat nun aber, wie jeder andere auch, mit der Pandemie und seinen Folgen zu kämpfen. So steht es zumindest in einem Interview mit der Visions. 

Das Album erschien bereits am 25.09. auf Reprise Records, mit den Rezensionsexemplaren scheint man ordentlich gegeizt zu haben, denn selbst Loudwire hat berichtet, dass man zum Album noch nicht viel hätte sagen können, da man kein Exemplar für eine Rezension bekommen hat. Man ist im 21. Jahrhundert, man hat schnelles Internet und jederzeit Zugriff auf Musik, auch aus illegalen Quellen. Es gibt dennoch Wege (wie das Management von Code Orange mit C-Right) es besser zu lösen. Vielleicht ist das aber auch Meckern auf hohem Niveau. 

Release: 25.09.2020
Label: Reprise Records/Warner

Anspieltipps (Das ist schwerer als ihr denkt):
Genesis, Error, Headless

6/6 Punkten (Gibt es eigentlich ein schlechtes Album dieser Band?)

Deftones - Ohms
(Quelle: Amazon.com)

Freitag, 21. August 2020

Youtubisch Vol. 38

Wir sind in einer düsteren Welt gelandet, die Apokalypse ist ausgebrochen und wir stehen vor den Scherben, die einst unsere Welt waren. Dennoch bietet diese zerstörte Welt eine Möglichkeit für einen Neuanfang. Genau das wollen uns die Deftones mit ihrem neuen Titel "Ohms" sagen. Das Intro zum Song ist bereits nicht so düster, wie man es von den Männern aus Sacramento gewöhnt ist. Die Gitarre hat nun wieder eine Seite mehr bekommen, also gibt es nun neun umwundene Drahtfäden (oder sind das schon Seile?) am Instrument. Sie klingt auch etwas dreckiger. Die Stimme von Chino erkennt man aus tausenden immer wieder. Gegen Ende des Songs klingt die band wieder optimistisch, als wenn man seine dunkle Vergangenheit und alles Schlechte hinter sich gelassen hat und nun nach vorne gucken kann, frei von alten Lasten. Das Album Ohms wird am 25.09.2020 in verschiedenen Versionen erscheinen. 

Deftones - Ohms
(Quelle: Youtube.com)


Lage, Lage, Lage. Das ist nicht nur im Immobilienmarkt wichtig. Auf "Gaslight" von Bitch Falcon trifft das ebenso zu. Hier liegen so viele Lagen Musik übereinander, dass man sich sofort eingelullt fühlt. Die gezeigten Bilder geben ihr Übriges dazu. Der Bass und das Schlagzeug drücken ordentlich von unten und jede neue Note fordert den Zuhörer und erzeugt immer mehr Spannung. Auch der Track Test Trip zeigt, dass der Bass hier eher das Sagen hat und viel voran treibt... achja, Lagen gibt es hier ebenso viele Das dazugehörige Album wird Staring At Clocks heißen und am 06.11.2020 veröffentlicht. 

Bitich Falcon - Gaslight
(Quelle: Youtube.com)


Und wer noch tiefer in den Kaninchenbau will, höre sich Things That Fall From The Sky von Laboratory Noise an.

Donnerstag, 6. Februar 2020

Loathe - I Let It in and It Took Everything (Sharp Tone Records/Kinda Agency)

Das man sich im Genre nicht immer gleich festlegen muss, das bewies Igorrr hier schon. Dabei zeigte er, dass man eben eine Ziehharmonika auf einen Track packen kann, auf den dann auch noch ein wenig Black-Metal und Drum'n'Bass draufgepackt wird. Loathe aus Liverpool gehen zwar nicht ganz so drastische Wege, dennoch zeigt man sich auf I Let It In and It Took Everything sehr diverse und wagt hin und wieder Experimente bzw. wandert dann auf den Chillwave-Pfaden, die einen kurz etwas entspannen lassen.

Wenn man gemein wäre, könnte man ihnen auch vorwerfen, dass sie teilweise ziemlich dolle nach den Deftones klingen. Die Gitarren grummeln tief, sind aber nicht voll verzerrt. Drüber gibt es himmlischen Gesang, der dann im Refrain zweistimmig wird. Die Single Two-Way Mirror ist der beste Beweis dafür, der könnte fast ein Titel sein, der Saturday Night Wrist Platz hätte. Aber das ist so gut, dass man diesen Vergleich verschmerzen kann. Aus anderen Titeln, wie New Faces In The Dark, weht einem nur der Druck des Metalcore (darf man das überhaupt noch schreiben?) entgegen, auch hier könnte man meinen, dass die Deftones für bestimmte Parts Pate gestanden haben.

Ganz hart kann das Quintett auch. Auf Tracks wie "Red Room" wird Technical Metal ausgepackt, man ist wild, dissonant, es quietscht und schrabbelt an jeder Ecke und kannte, die Stimme ist dann am Anschlag. Man legt sich halt nicht fest und kann dann mehrere Lager abholen, obwohl man eher die Metalfans erwischen wird als jemanden, der auf das hiesige Radioprogramm steht. Was schade ist, denn so geht denen hochqualitative Musik durch die Lappen.

Wie ihr vielleicht merkt, kann man weder über das Album noch die Künstler meckern. Die Produktion des Langspielers ist sehr gut, die Spieldauer mit knapp 50 Minuten, verteilt auf vierzehn Titel, wirkt erwachsen. Das dargelegte Portfolio ist sehr divers, kein Genre wirkt jedoch fehl am Platz oder ist ausgestellt.

Release: 07.02.2020
Label: Sharp Tone Records

Anspieltipps: A Sad Cartoon,  Aggressive Evolution, Screaming

6/6 Punkten (Hier sind so viele Klangfarben.)

Loathe - I Let It In And It Took Everything
(Quelle: Presskit von Kinda Agency)

Dienstag, 15. Oktober 2019

Unitytx - Madboy (Kinda Agency)

Vor ein paar Wochen fragte ich mich bereits, was mit dem Nu-Metal passiert ist und warum es nicht so prägende und vor allem auch gute Musik aus dieser Stilrichtung gibt. Es mag zwar sein, dass es sein, dass dieses Genre von vielen verteufelt wird, dennoch muss man einigen Bands ihren Erfolg zugestehen.

Die Band Unitytx kommt, wie die letzten beiden Buchstaben es erahnen lassen, aus Texas, genauer aus Dallas. Der Sänger beschreibt, dass er sich in der härteren Musikszene repräsentiert fühlt, aufgrund seiner Hautfarbe. Ihm ist es eher wichtig, dass man sich auf den Shows der Band frei fühlt. Und er mag es, die verschiedenen Stilrichtungen, die man auf der EP Madboy findet, miteinander zu vermischen. Natürlich könnte man nun aufstehen und rufen, dass es das doch schon gegeben hat. Rap auf Gitarre, Gitarren wie Scratches und Samples. Dazu die Tracks, die einfach nur reiner Hip-Hop sind, ohne Gitarren. Zumal man teilweise auf alte Bekannte trifft. Piece Of Mind klingt so, als würden P.O.D. gemeinsame Sache mit den Deftones machen. Textlich geht es dabei sehr persönlich zu, da geht es darum, dass man zu einer Person aufgeschaut hat und nun die Wahrheit kennt (IUSED2LOOKUP2U) oder Freunde die einen Hintergehen (Cross Me). Auch wenn es sich hierbei nur um eine EP handelt, die nur um die 20 Minuten lang ist, wird man anständig unterhalten und man wird an vielen Stellen schmunzeln. Vergesst dabei aber nicht die guten Kopfhörer oder eine anständige Anlage, hier gibt es viel Bass.

Release: 25.09.2019
Label: Pure Noise Records

Anspieltipps: Cross Me, Bang Sh!t, Piece Of Mind

5/6 Punkten (Der Bass kommt tief.)

Unitytx - Madboy
(Quelle: Presskit von Kinda Agency)

Freitag, 10. Mai 2019

We Never Learned To Live - The Sleepwalk Transmission (Fleet Union)

Es gibt ja so Bands, die schießen gefühlt jedes Jahr ein Album auf den Markt. Manch Nachfolgewerk ist sogar brauchbar. In der Regel darf man so um die zwei Jahre brauchen, bis man einen neuen Langspieler auf den Markt bringt. Und dann gibt es Ausnahmen, wie die Deftones, Tool oder auch Korn. Die Band We Never Learned To Live aus Brighton kann hier jetzt auch eingereiht werden, denn zwischen dem ersten Album und The Sleepwalk Transmission liegen vier Jahre.

Schon bereits beim Opener Permafrost wird klar, dass es die nächsten 45 Minuten nicht gerade leicht verdaubare Kost geben wird. Denn hier werden alle Tasten der Klaviatur des Post-Hardcores und des Rocks gespielt. Und um den Zuhörer bei der Stange zu halten, bleibt man undurchschaubar. Mal wird einfach nur straight geradeaus gepeitscht, wie in Luma / Non Luma (hatten wir hier mal), und mal wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der dann voller Inbrunst gelöst wird. Man wartet förmlich auf einen infernalen Schrei, auf das drückende Schlagzeug, auf die offen gespielten, zerberstenden Gitarrenriffs und darauf, dass man in diesem aufbrausenden Meer aus Sound eintauchen kann.

Selbst textlich ist man gut bewaffnet: alles ist dystopisch, die Zukunft unsicher und es wird infrage gestellt, ob alles wirklich so rosig sein wird, wie es an vielen Ecken versprochen wird. Das einige Dystopien, die in der Vergangenheit angezettelt wurden, vielleicht schon Wirklichkeit sind, macht einem Angst. Aber diese fünf Jungs aus Brighton schaffen es, selbst im schlimmsten Sturm eine kleine, ruhige Insel der Sicherheit zu schaffen, wie im letzten Drittel von Human Antenna oder From The Sixth Floor.

Zusammengefasst sind die knapp 45 Minuten auf The Sleepwalk Transmission keine leichte Kost. Es ist ein anspruchsvolles Werk, was den Zuhörer immer wieder fordert aber auch belohnt, wenn er sich auf die wilde Reise einlässt. Veröffentlicht wird das Album am 10.05.2019 auf Through Love Records und kann auf Bandcamp gestreamt werden.

Anspieltipps: Owari, Android Anaesthethist, Luma / Non Luma

6/6 Punkten (Derbes Album, derbes Albumcover)

We Never Learned To Live -
The Sleewalk Transmission
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Donnerstag, 30. August 2018

14. Nachschlag: Jet Black - L'Ère Du Vide (Fleet Union)

Es gibt Bands, denen hört man ihre jahrelange Erfahrung an. Jet Black gehört definitiv in die Riege, diese Gruppe existiert immerhin seit 10 Jahren. L'Ère Du Vide ist der vierte Langspieler und verbreitet von der ersten Sekunde an ein Gefühl der Wärme, man mag sich erinnern, an Bands, die in den späten 90ern und frühen 2000ern einen ähnlichen Sound zustande gebracht haben. Da wären die Deftones, das Seitenprojekt Team Sleep von Chino Moreno oder Dredg, als sie noch zu El Cielo abgingen und ihren neuen Sound eingeläutet hatten. Irgendwo progt es sich ein und nimmt den Zuhörer mit.

Es geht entspannt und dennoch unter Spannung voran, die Gitarren nicht am Anschlag überdreht, dennoch ergibt sich ein schöner Drive, der in Verbindung mit dem Schlagzeug, dem Bass und dem Gesang fast hypnotisch wirkt. Was vor allem nicht ausbleibt, ist die Bewegung des eigenen Körpers und das geistige Wandeln auf Traumpfaden, geschmückt mit allerhand großartiger Landschaft, erschaffen aus einem dichten, fast undurchdringlichem Soundgewand. Selbst die Songs in sich sind nicht stätig auf dem gleichen Weg, sie winden sich an einigen Stellen einfach in eine andere Richtung und bollern unter grollenden Bässen gen Sonnenuntergang. Acht Titel erstrecken sich auf 38 Minuten und laden, durch die interne Entspanntheit, zum Wiederhören ein. Veröffentlicht wurde das Album am 24.08. auf I.CORRUPT.RECORDS und kann vollständig auf Bandcamp gestreamt werden.

Anspieltipps: Like Gravity Wells, Dissonant Echoes, All Is Wrong, Constant Midnight

5,5/6 Punkten (Kanada kann Musik.)

Jet Black - L'Ère Du Vide
(Quelle: Bandcamp.com)

Sonntag, 10. Juni 2018

Youtubisch Vol. 32

Sicher kennt der ein oder andere unter euch dieses Gefühl, wenn Töne, Lieder, Gerüche oder Geschmäcker einen an Früher erinnern, auch wenn es was völlig neues ist? Chino Moreno, Sänger der Deftones und mitwirkend bei Team Sleep und anderen Seitenprojekten (man macht momentan auch in Bier), hat für den Film Dark Nights: Metal einen Song aufgenommen. Schon bei den ersten Klängen merkt man, welche Schuhe sich der Mann hier morgens angezogen hat um "Brief Exchange" zu schreiben und aufzunehmen. Wer hier nicht an Around The Fur, White Pony und vielleicht noch an Deftones (das Album) denken muss, kennt die Band noch nicht wirklich. Dennoch, der Sound, das Gefüge, der Spannungsbogen, das Spiel zwischen dem Bass und der Stimme, mit der Gitarre im Hintergrund, lässt einen Aufhören. Man wird das Gefühl nicht los, dass man einen verschollenen Track aus dem Jahre 2000 auf den Ohren hat, wo man Wes Borland mal kurz die Gitarre bedienen durfte. Es klingt, man möge mir hier meine Wortwahl entschuldigen, geil. Einfach so. Es macht spontan Spaß, den Track zu hören, nicht wie sonst bei den Alben, dass man die erst verstehen musste. Es kann daran liegen, dass man White Pony und Deftones kennt und den Sound aus dieser Ära mag und den Song deswegen anhimmelt. Oder ist der Track eben doch einfach zugänglich? Es bleibt auf jeden Fall im Kopf hängen.

Chino Moreno - Brief Exchange (Stream)
(Quelle: Youtube.com)

Zur Zeit arbeitet die Band an neuen Titeln für den Nachfolger von Gore. Die Frage stellt sich, wie bei fast jedem Album dieser Band, in welche Richtung es nun gehen wird.

Samstag, 31. März 2018

Bloggeburtstag Nummer 6

Wieder ist ein Jahr neben dem Strom vorüber. Wieder ein Jahr voller Musik der verschiedensten Stilrichtungen, wenn es nun auch mehr Musik aus dem Bereich Pop und Electro gibt, seid beruhigt, der Fable für harte, derbe Musik ist immer noch vorhanden und flammt mal mehr und mal weniger stark auf.

Es war auch ein Jahr mit Konzerten und voller Interviews, mehr als die Jahre davor. Dabei hatte ich hier Behead The Broken Queen, Kid Dad und, was ich nie erwartet hätte, Margrét Ran von Vök. Auch hier durchzieht sich ein bunter Straus an Musikrichtungen, vom Deathcore über den Grunge bis zum Dreampop aus Island. Ein Interview, welches schon etwas älter ist, hat nun die 10.000er Marke überschritten und manifestiert sich knallhart auf Platz 1 der Lesercharts, auch wenn es die Band Nu Nation in dieser Form gar nicht mehr gibt. Wie ich bereits einst gelesen habe, gehen Interviews, warum auch immer, besser als Reviews. Ob es daran liegt, dass man den Künstlern ein Stück näher sein kann und einen Blick hinter die Kulissen bekommt oder daran, dass manche Leute sich weniger für Kritiken an Musik interessieren, als an der Person, die die Musik entworfen hat, das sollte wohl irgendwann mal eruiert werden.

2017 kamen auch ein paar neue PR-Firmen und Label hinzu, unter anderem Nettwerk, Metal Blade Records und Platinum PR. Es gilt nicht nur ihnen zu danken, da man immer wieder neue Musik bekommt, sondern auch den anderen Personen, Labels und PR-Agenturen, die mir, salopp formuliert, die Stange halten. Sie fragen mich auch immer wieder, ob ich nicht jemanden hier auf den Blog hieven will oder ob ich ein Interview mit einer Band durchführen möchte. Natürlich tut es mir auch leid, dass ich nicht alle Künstler, die mir auf die Trommelfelle gerieben werden, gut finde und sie deswegen nicht hier landen. Dieser Blog ist mein Zuhause und, bis auf ein paar kleine Ausnahmen in den letzten Jahren, versuche ich hier nur die Perlen herauszupicken. Vielleicht vertrauen mir ja ein paar Leute mit meinem Musikgeschmack.

Mir ist auch aufgefallen, dass Fleet Union hier die meisten Einträge bekommt, das spricht für die Qualität, welche diese PR-Agentur bietet, ganz zu schweigen von den netten Leuten dort. Klar habe ich auch Träume und Wünsche für das nächste Blog-Jahr. Mit Wizpro habe ich dieses Jahr Kontakt aufgenommen, um vielleicht, mit ganz viel Glück und wundgedrückten Daumen, an ein Interview mit Limp Bizkit zu kommen. Leider gab es von dieser Warte noch keine positive Antwort. Natürlich möchte ich irgendwann die Deftones, Korn und Incubus vor mein Mikrofon zerren, dann wären zumindest ein paar Ziele erreicht.

Ein paar andere Dinge hatte ich mir über das Jahr überlegt, was die Übersichtlichkeit dieses kleinen Blogs angeht. Die Interviews sollten wohl bald mal in alphabetische Unterkategorien verschwinden, das vermindert Ladezeiten und man findet eher das, was man sucht. Auch habe ich über einen Glossar nachgedacht, da hier mittlerweile ein breites Spektrum an Themen, Genres, Labels und Plattformen abgedeckt wird. All das wird aber die Zeit zeigen, wie ich das arrangieren werde. Die Releases werde ich weiterhin so beibehalten, sinnvoll wäre es vielleicht, einmal pro Woche nicht nur den Katalog zu pflegen, sondern auch die kleine Übersicht, die ich sonst immer handschriftlich erfasse, in den fließenden Blog zu implementieren, damit ihr eher seht, ob eine Band eurer Wahl in einem Monat etwas veröffentlicht.

Meine kleinen Highlights aus diesem Blogjahr zusammengefasst.
Das Konzert von Jinjer, das Interview mit Margrét Ran von Vök (und das dazugehörige Konzert), das aktuelle Album von Rolo Tomassi (ist eine 7 oder gar 8 von 6 Punkten), Spotlight's Seismic, Myrkur's Mareridt, Igorrr mit seiner verrückten Platte und nicht zu vergessen, die wärme der sterbenden Sonne von Employed to Serve.

Und da jetzt Ostern ist und der Blog Geburtstag hatte, gibt es einige Geschenke.

Terrible Love ist eine Band aus London. Diese bietet auf ihrem Bandcampaccount ihre aktuelle EP Doubt Mines für einen Preis eurer Wahl an, ohne dass ihr einen Wert eingeben müsst. Musikalisch bewegen wir uns hier irgendwo zwischen der Emo-Scene und derben Metal- und Hardcore. Wem das Osterfest noch zu ruhig ist, kann sich das Album ruhigen Gewissens ziehen. Wer auf die Hartkopie steht, kann die Platte auch auf Through Love Records kaufen.

Terrible Love - Doubt Mines
(Quelle: Bandcamp.com)


Wem das etwas zu Brutal ist, dem kann ich das Erstlingswerk von Belmont aus Chicago ans Herz und auf die Trommelfelle legen. Vicissitude, was nichts anderes als Wandel bedeutet, ist mehr Punk, mehr klarer Gesang und dennoch druckvoll und emotional mit allen Wassern gewaschen. Der Preis ist auch hier wieder allein eure Sache.

Belmont - Vicissitude
(Quelle: Bandcamp.com)

Und wem das alles immernoch zu laut ist oder vielleicht nicht auf Gitarren steht, der kann sich voller Vorfreude auf das Album Baroque von RunC.T stürzen. Hier geht es eher um ruhige Musik zum Lernen, Entspannen und Kopfnicken und dabei wummert es ordentlich in den Kopfhörern. Das Label Cult Classic Records bietet euch das Album ebenso für einen Preis an, der am Monatsende immer geht.

RunC.T - Baroque
(Quelle: Bandcamp.com)

Also freue ich mich auf ein neues Jahr mit und neben dem Strom. Mögen sich viele neue Gesichter und Bands auftun und mir einige Träume noch in Erfüllung gehen.

Samstag, 14. Oktober 2017

6. Nachschlag: Spotlight - Seismic (PIAS)

Was man nicht alles als Ehepaar anstellen kann. Manche bauen Häuser, andere liegen sich öfter in den Haaren und das nächste beschäftigt sich mit ganz banalen Problemen. Man kann es aber auch wie das Ehepaar Quintero aus Brooklyn angehen: Instrumente in die Hand nehmen und Musik machen. Fertig ist die Band Spotlight.

Zu Beginn kommt man nicht darüber hinweg, dass das Duo klingt, wie ganz große Bands. Hier werden brachial große Gitarrenwände aufgestellt, unterfüttert mit Synthies und einem Gesang, der ganz leicht zwischen den Instrumenten, Schlagzeug und E-Gitarre sind auch am Start, platz nimmt. Die Geschwindigkeit ist eher was für Liebhaber von Sludge und Doom, auch wenn man weniger rotzig ist. Die Produktion lässt auch keine Wünsche offen, wobei, wie bereits erwähnt, der Gesang nicht alle Wände einreißt und mit ein paar Ausnahmen (wie auf den letzten 45 Sekunden von Under The Earth oder auf A Southern Death) eher seicht vonstatten geht. In Gedanken sieht man, wie sich die deftones mit Team Sleep paaren und Mínus (Anspieltipp: Pulse) heimlich zugucken, was eigentlich den Sound perfekt in Worte fasst, mit ersteren war man wohl mal auf Tour, wenn man dem Presskit glaubt. Aber ist dann alles gut, was man auf dem Erstling findet? Mit Nichten, denn es gibt zwei Titel, die aus dem Rahmen laufen, die acht Minuten sprengen, Hang Us All und Hollow Bones: da fragt man sich nun, ob man das nicht hätte abkürzen können, Sludge und Doom gut und schön, aber warum? Nur damit man die eine magische Stunde Spielzeit überspringt? Dies geschieht in der heutigen Welt der Musik zwar selten, dennoch sollte man nicht durch solche Spielereien versuchen, irgendwas zu strecken. Wer sich die Seismic nun dennoch gibt und sich dafür entscheidet, auch die beiden genannten Brecher zu überstehen, merkt, dass man mit diesem Album von einem ständigen Rausch umgeben ist, man bewegt hier und da zur Musik den Kopf, fängt ein paar Ohrwürmer einzufangen. Man bekommt für sein Geld definitiv was geboten. Wer mag kann sich das Album, das bereits am 06.10. auf Ipecac Recordings erschienen ist, komplett auf Bandcamp geben um dann zu entscheiden.

Anspieltipps: Learn To Breathe, Ghost Of A Glowing Forest, A Southern Death, The Opening

5,5/6 Punkten (Wie das Rauschen der Blätter im Oktober)

Spotlights - Seismic
(Quelle: Presskit von PIAS)

Freitag, 16. Juni 2017

Die 22. Fleet Union: Alpha Male Tea Party - HEALTH

Viel Lärm ohne Gesang, zumindest fast, dass ist die Band Alpha Male Tea Party aus Liverpool. Dieses Trio schafft es, Sounds vieler Genres aus dem Rock- und Metal-Bereich so zu verknüpfen, dass einem der Nacken nach dem ersten Durchlauf definitiv schmerzen wird, dabei drückt das Trio nicht mal pervers irgendwo aufs Gas.

Von Beginn an schafft man mit Gitarre, Bass, Drums und den dazugehörigen Effekten Landschaften, die man mit eigenen Gedanken füllen kann. Man könnte es sich so vorstellen, als wenn Dredg ("No More") mit den Deftones ("Ballerina") rumgemacht hätten und dabei die Gesangsspuren vergessen haben. Also durchaus geil. Der Spagat reicht von ruhig trudelnden, fast alternative-rock-triefend Stücken, wie "Have You Ever Seen Mik" bishin zu Fast-Metalcore-Brechern, wie I Still Live At Home oder die letzten paar Sekunden von "Don't You Know Who I Think I Am", nur eben ohne Gesang. Zwischendrin gibt es dann Tracks, die erinnern an Anime-Serien aus den 2000ern oder an die Menümusik aus Computerspielen, ebenfalls aus den Nullerjahren.

Den Gesangspart kann man sich optional selbst hinzudenken oder singen, genug Platz ist eigentlich da, die geschaffenen Klangteppiche heben sogar fast ab, so viel Atmosphäre schafft das Dreiergespann. Einen kleinen Bruch, was die Gesangsfreiheit angeht, gibt es am Ende, auf den letzten eineinhalb Minuten von "No More". Man wird belohnt, es ist so erlösend, man kann nicht anders als blöd in die Welt hinauszugrinsen und das will nach mehr als 40 Minuten purer instrumenteller Beschallung schon was heißen. Die Produtkionsqualität ist anständig und fast 44 Minuten Spielzeit verteilt auf zehn Titel sind mehr als angenehm, bei maximalem Repeatfaktor. Veröffentlicht wird HEALTH am 23.06. auf Big Scary Monsters.

Anspieltipps: No More, Have You Ever Seen Mik, Powerfull and Professional

6/6 Punkten (Fast sprachlos!)

Alpha Male Tea Party - HEALTH
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Sonntag, 26. März 2017

Bloggeburtstag Nummer 5

Seit nun mehr fünf Jahren sind wir, bin ich, hier neben dem Strom. Fünf Jahre voller Erfahrungen und auch Arbeit. Fünf Jahre voller Wow-Effekte und Momente, bei denen man sich fragte, ob das der Künstler oder die Band wirklich ernst meint. Fünf Jahre in denen ich teilweise geflucht habe vor dem Rechner, weil eben dieser (einer ist seit 2006 in meinem Besitz) nicht genau das tat, was ich ihm aufgegeben hatte oder in einer Zeit, in welcher man eben locker einen Kaffee kochen konnte.
Fünf Jahre zwischen derbstem Core und leichterer Popmusik, zwischen Sprechgesang und akustischen Gitarren, von einem Label zumal, von welchem man sowas am wenigsten erwartet hätte. Fünf Jahre zwischen kostenloser Musik von Bandcamp und Jamendo und Musik von den ganz großen Plattenfirmen wie Roadrunner oder den kleinen, feinen Plattenfirmen wie Big Scary Monsters. Hätte mir jemand vor fünf Jahren gesagt, was ich in dieser Zeit alles erleben werde, wen ich alles auf diesem Wege treffen werde, was für kleine Träumchen erfüllt werden, welche Platten ich einmal rezensieren darf, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht für voll genommen. Fünf Jahre zwischen dem Suchen nach guter, kostenloser Musik und dem Überfluss.

Dieses Blogjahr brachte nun doch weniger hervor, als vielleicht vermutet. Das hat viele Gründe: Arbeit, Arbeitgeberwechsel, wenig Zeit um Musik zu hören durch andere Hobbies und viele anderer Umstände. Wie ihr jedoch bei den Releases sehen könnt, zu hören gäbe es genug, allein in diesem März mehr als 30 Alben. Pro Tag also mehr als ein Langspieler. Wer sich erinnern kann, die Band Nu-Nation aus St. Petersburg hatte ich interviewt und was soll ich sagen. Dieses Interview schlug ein und bescherte diesem kleinen Ding hier neue Besucherrekorde, zumal der dritte Teil in englischer Sprache immer noch häufig angeklickt wird.

Auf der anderen Seite lief und läuft mir die Zeit davon, ich entdecke neues oder bekomme Rezensionsexemplare, deren Qualität exorbitant gut ist. Dann kommt jemand anderes und auf einmal könnte man drei Reviews schreiben und merkt dann, dass der Release-Termin bereits in der Vergangenheit liegt. Dafür muss ich mich bei den Platten- und Promotionfirmen entschuldigen. Natürlich gilt ihnen auch mein Dank, denn ohne diese kleinen und großen Helden des Business wäre das hier alles vielleicht weniger interessant, auch wenn manche Platten hier ins extremste abdriften. Der Redaktionschef, Hörer und Schreiberling bin immer noch ich, alles in einer Person. Sicher habe ich auch schon ein paar Leute, die eine differenzierte Meinung über Musik haben, gefragt, ob sie vielleicht für diesen Blog schreiben würden wollen. Es traut sich nun mal nicht jeder zu ein paar Zeilen Text zu einem Album zu schreiben, was zumal hier in den Stil passen muss. Bringt ja alles nichts, wenn man dem Text nicht folgen kann, weil die Schreibe uninteressant wirkt.

Wer weiß, wo ich mit dem Ding hier in fünf Jahren stehen werde oder ob ich immer noch neben dem Strom schwimmen werde. Es gibt Blogs, denen ich gefolgt bin und die leider gestorben sind. Dann gibt es Blogs, die unglaublich groß geworden sind, wie das Kraftfuttermischwerk. Natürlich bin ich weiterhin auf der Suche nach guter Musik, immer in der Hoffnung, dass weiterhin gute Musik in meine Postfächer (analog wie digital) trudelt. Natürlich wünsche ich mir, dass mein Blog weiterhin lebt und ich nicht kapituliere. Ich habe ja immer noch ein paar kleine Wünsche, die ich mir erfüllen möchte, sei es ein Interview mit den Deftones oder vielleicht Incubus oder eine Platte von eben diesen Bands, zur Rezension.

Keiner wird wissen wo man in fünf Jahren sein wird, die letzten fünf waren aufregend und auch aufreibend. Aber ohne das ganze, was passiert ist, die durchgemachten Nächte, die Zeit vor den Bildschirmen, das Hetzen durch die Stadt (meist Berlin) um einen Interviewtermin rechtzeitig zu erreichen, ohne das ganze wären wir hier heute nicht an dieser Stelle und ich vielleicht nicht der, der ich heute bin.


Picture taken from my Instagram.

Montag, 10. Oktober 2016

Die 17. Fleet Union: Eau Rouge - Nocturnal Rapture

Es gibt Momente im Leben, die einem für den Rest des eigenen Seins im Kopf bleiben, sich einbrennen und durch ein paar psychische Tricks im Kopf noch verschönert werden. Und dann gibt es Musik, bei der man sich wünscht, dass man genau diesen oder jenen Titel in diesem Moment gehört hätte. So etwas schafft aktuell das Trio Eua Rouge aus Stuttgart.

Man wird zunächst zart in ein Bad aus Synthies getragen, die einen sanft einlullen und einen umherschweben lassen. Mit Margery (NSFW-Video) wird dann sofort losgelegt. Es handelt sich hierbei zweifelsfrei um eine Pop-Platte, aber nicht vom Schlage der aktuell austauschbaren Künstler. Nein, man schafft es mit Gitarren, Synthies, einem Bass, Gesang und anderen klanglichen Spielereien einen Klangteppich zu schaffen, der gefällt, der episch ist und kurzweilig. Hier klingt man wie The XX, dort kommt man an die Deftones heran, an anderer Stelle winken einem The Naked And The Famous zu, das alles passt zusammen. Der nächste Travis Rice-Film könnte komplett mit diesem Album unterlegt werden, jeder einzelne Ton würde wie Arsch auf Eimer passen. Ein Snowboarder der hier durchs Bild fliegt und ein anderer dort, der einen irrwitzig steilen Hang hinunter fährt. So funktioniert auch Nocturnal Rapture, es gibt Vollgastitel, wie "Get Me Up" und auf der anderen Seite steht dann ein Interlude (mit dem extrem langen Namen "A Feather with the Weight of the World wafts towards my Head") , den man sich getrost mehrere Stunden im Loop geben könnte, so genial ist dieser geraten.

Fast 45min sind gefüllt mit Pop-Musik, die in die Vergangenheit blickt, sich zwischendurch vom Rock etwas abholt und dann doch gekonnt in die Zukunft blickt. Das Album erschien am 16.09. auf AdP-Records.

Anspieltipps: Margery, Golden Nights, Hunting Melodies, A Feather with the Weight of the World wafts towards my Head

6/6 Punkten (Am besten zum Verkriechen in alte Fotoalben)

Eau Rouge - Nocturnal Rapture
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Live und auf die Augen:

13.10. - Stuttgart - Zwölfzehn
14.10. - Augsburg - SOHO
18.10. - Köln - Studio 672
20.10. - Bielefeld - Bunker Ulmenwall
21.10. - Ulm - Roxy
25.10. - Heidesheim - Wohnzimmer

Freitag, 22. April 2016

Neues aus dem CD-Regal, Ausgabe 5: Deftones - Gore

Ein Deftones-Album ist nicht immer einfach, weder für die Band noch für den Zuhörer. Seit dem weißen Pony weiß man, dass man dieses eigentlich nicht mehr toppen kann, zwischendurch gab es auch noch ein paar persönliche Probleme, sei es mit Rauschmitteln oder auch untereinander. Für den Zuhörer erschließen sich die Alben auch nicht immer sofort, es sei denn man ist der absolute Fanboy oder ein Fangirl, aber das ist nur eine wage These.

Der mediale Hype um diese Band scheint aber auch nicht abzureißen, weil man eben weiß, was für eine Qualität die Deftones mit jedem neuen Langspieler an den Tag legen, auch wenn es die Band vielleicht nicht so wahrhaben mag. War Koi No Yokan noch recht drückend produziert, gibt es auf Gore mehr freiräume und auch einen Blick über die Schulter in die Vergangenheit der Rockmusik, in dem man, wie in Doomed User, neben den Achtsaitern mal eben einen Gitarrenpart in den Vers packt, als sei man in den Achtzigern gelandet. Das könnte auch an den Vorbildern von Chino Moreno liegen, ihr wisst schon, dem Sänger der Band. Wurde man auf dem Vorgänger gleich richtig fett überrollt, winkt einem Gore mit Prayers/Triangles erstmal lieb zu und lädt zum genauen hinhören ein. Wie bereits erwähnt, dass ist hier keine leichte kost, sondern Haute Cuisine, etwas für den Musikgenießer, der sich auch einfach mal so hinsetzt oder legt und bewusst der Musik lauscht, feine Nuancen wahrnimmt und sich vielleicht auch darüber freut. Dennoch wissen die Bandmitglieder, wo der Hammer hängt und können teilweise richtig derbe austeilen, wie in Gore, auch wenn der Titel zu Beginn recht langsam anrollt, die Wut in der Chinos Stimme, als wären die letzten sechzehn Jahre nie gewesen. Allein diese Konstanz ist es wert, sich nicht nur von einer, sondern von mehreren Seiten zu nähern, zumal der fast eigenwillige Sound, dem keine Beschreibung so recht passen will, hängen bleibt. Man kann irgendeinen Titel der Band anwerfen, außer vielleicht von Adrenalin, man wird diesen Sound immer wieder erkennen. Das Rezept für genau eben diesen einzigartigen Soundteppich werden alle Mitglieder sicher mit ins Grab nehmen, akut mag einem aber auch keine Band einfallen, die einen ähnlichen Sound hat. Ob es am Gesang liegt? An der Atmosphäre aus den Instrumenten, analog wie digital, gemischt mit dem vokalen Einsatz, der zwischen zwischen himmlischen Klängen bis hin zum infernalen Biest alles abdeckt? Aber man wird den Gedanken auch nicht los, dass man zu diesem Album, so wie auch zu all den anderen Alben, außer Adrenalin, Sex haben soll, mit verschiedenen Rhythmen und unterschiedlicher Härte. Was die Deftones wohl selbst von dieser hier aufgestellten These halten würden? Wer weiß.

Die Produktion ist, wie auch sonst, über alle Zweifel erhaben, auch wenn man wohl einen zweiten Mix bestellt hatte, weil der erste der Band überhaupt nicht gefallen hätte, deswegen soll sich das VÖ-Datum auch auf den 08.04.2016 verschoben haben. Ursprünglich war der Plan, das Ding im letzten Jahr auf den Markt zu hieven. Ob es vielleicht auch mit den Anschlägen im Bataclan zu hat, das wissen nur die fünf Mannen.

Anspieltipps: (mal davon abgesehen, dass man dieses Album am Stück hören sollte)

Doomed User: Hier geht es mit Brechstange in Form eines Achtsaiters fett voran, gepaart mit Chinos infernalem Gesang geht gen achtziger, ihr wisst schon, dieser verrückte Gitarrenpart in den Versen. Hier zeigt sich, dass die Deftones auch noch hart können.

Hearts and Wires: Das Intro wirkt zwar recht lang, man wird von Gitarren, Bass und Synthesizer getragen, bis der Bass und Stephens Gitarre um die Wetter drücken, während im Hintergrund die Stimme von Chino wirkt. Atomsphärisch ist dieser Titel sehr dicht bepackt.

Rubicon: Von einem Schlagzeug wird man hier direkt ins Meer der Unruhe geworfen und Chino brüllt dir erstmal ins Gesicht, bevor er dich zum Sitzen auffordert, während im Hintergrund Gittare und Bass wütend wettern. Die Auflösung des Knoten um Refrain weiß einen glücklich zu stimmen.

6/6 Punkten (Wo kommen denn jetzt bitte die pinken Federn her?)

Deftones - Gore
(Quelle: deftones.com)


Wer auf die Flamingos steht, sollte sich diese Daten merken:
03.06.16 London (UK), The SSE Wembley Arena
04.06.16 Mendig, Rock am Ring
05.06.16 Nürnberg, Rock im Park
07.06.16 Milan (IT), Trezzo Sull'adda Live Club
08.06.16 Interlaken (CH), Greenfield Festival
10.06.16 Paris (F), Download Festival Paris
11.06.16 Derby (UK), Download Festival
12.06.16 Nickelsdorf (AT), Nova Rock 2016
14.06.16 Köln, Palladium
15.06.16 Berlin, Columbhiahalle
17.06.16 Aarhus C (DK), Northside Festival
18.06.16 Reykjavik (ISL), Secrete Solstice 2016

Mittwoch, 16. März 2016

Deftones mit Stream zu "Doomed User"

So schnell kann es gehen. Gab es vor eineinhalb Monaten mit Prayers/Triangles die erste "Single" zum neuen Album "Gore", welches am 08.04.2016 das Licht der Welt erblicken wird, gibt es ab heute auf SiriusXM heute den Titel "Doomed User" zum Streamen.

Mit "Doomed User" machen die Deftones mittels Brechstange gleich mal eben klar, wie so eine Tür zu funktionieren hat. Die Achtsaiter packt dich neben dem Gesang von Chino gleich beim Nacken und drückt dich an die Wand. Man merkt, dass es Sektionen gibt, in die das alles unterteilt ist. Wobei sich der Gesang nicht immer gleich zur Gitarre verhält. Im Refrain machen die Deftones wieder einen auf Schweben, Fliegen, Lieblich, fast harmonisch, nur um dir zu sagen, dass du doomed bist, also ruiniert. Ebenso macht sich ein Gefühl der Schizophrenie breit. Wer "Diamond Eyes" oder auch Koi No Yokan mochte, vielleicht auch wegen der tiefen Gitarren, darf hier gerne seine Ohren drauf werfen. Alle anderen, die die Deftones so oder so schon mochten natürlich auch.

Gestatten, die Deftones
(Quelle: Presskit von Velvet Hammer)

Dieses Jahr wird die Band auch auf einigen Bühnen in Deutschland zu sehen sein:

03.06. - 05.06. Vulkaneifel, Rock Am Ring
03.06. - 05.06. Nürnberg, Rock Im Park
14.06. Köln, Palladium
15.06. Berlin, Columbiahalle

Ob das mit dem Interview klappen wird, dass weiß niemand genau, aber noch ist nicht aller Tage Abend.

Samstag, 12. März 2016

Bandcamptage Vol. 151

Aus dem Nord-pas-de-Calais, ihr wisst schon, aus dem hohen, kalten Norden Frankreichs, kommt hier eine Ladung sludgiger Doommetal, oder umgekhert. Die Band Love Sex Machine kommt aus Lille, also fast aus dem ganz oberen Norden dieses Landes und hat am 04. März ein Album auf Bandcamp veröffentlicht, vollgepackt mit scheppernden und dröhnenden tiefer gestimmten Gitarren sowie eingestreutem gutturalen Gesang. Für Asexual Anger müsst ihr aber nicht euer Schulfranzösisch ausgraben, es geht hier in der Sprache zu, die jenseits des Ärmelkanals gesprochen wird. Die Texte sind zugegebenermaßen nicht wirklich lang, drehen sich aber nicht gerade ums Blumenpflücken. Wäre das eine Punkband, die Lieder wären maximal 30 Sekunden lang. Die Produktion des Albums geht hier für den frei wählbaren Preis (wie immer unter diesem Thema, ohne Minimum) mehr als in Ordnung. Ihr bekommt glatt acht Titel, fast alle über vier oder gar fünf Minuten.



Love Sex Machine - Asexual Anger
(Quelle: Bandcamp.com)

Krank und Wochenende hat sich noch nie vertragen, 

Donnerstag, 4. Februar 2016

Youtubisch Vol. 23

Das die Deftones Ihre Fans zappeln lassen können, haben sie schon oft bewiesen. Das hatte aber auch viele Gründe, manchmal gab es Alben schon vor Release im Netz, ein anderes Mal war es unklar, wie einzelnen Titel denn nun heißen sollten und dann gab es einen tragischen Unfall zu verkraften... das inmitten der Arbeiten zum Nachfolger von "Saturday Night Wrist".

Was danach kam, kennen vielleicht einige. Es gab akustische Befreiungsschläge in Form von "Diamond Eyes" und "Koy No Yokan". Nun haben die Deftones, zumindest Teile der Band, die Katze nach und nach aus dem Sack gelassen, zugegeben ein lustiges Bild. Und heute, am 04.02.2016 wurde der Titel "Prayers/Traingles" zuerst vollständig auf einem Radiosender gestreamt und dann doch, ein paar Stunden später, auf der Website der Band veröffentlicht.

Der Sound des Tracks liegt merklich vor den beiden oben bereits erwähnten Brechern, es klingt alles recht lieblich, auch wenn es hier und da ein paar Ausraster von Chino gibt. Die Gitarre ist nun nicht mehr tiefer als der Bass, die ruhigen Gitarrenparts könnten sich gut auf dem weißen Pony oder auf der selbstbetitelten Platte einreihen, vielleicht auch noch auf dem eingeschlafenen Arm (so die grobe Erklärung zum Titel "Saturday Night Wrist"). Man schwebt, getragen von Gitarren, über dem Boden und freut sich über die einzeln angespielten Saiten, die durch den Raum flirren. Aber hört selbst. 

Die Idee zum "Musikvideo" kommt von Chris Bonguorno, ihn müsst ihr fragen, warum da Flamingos durch das Bild flattern. 

Deftones - Prayers/Triangles (Offizieller Stream)
(Quelle: Youtbe.com/Deftones.com)

Am 08.04.2016 kommt dann endlich auch der lang ersehnte Langspieler mit dem Namen "Gore" in die Plattenläden dieser Welt, ein Rezensionsexemplar vor Release wäre natürlich Bombe, aber da velvethammer nicht mal antwortet, zwecks eines Interviews mit den Deftones in Berlin im Juni, ist die Hoffnung doch verschwindend gering. Schade eigentlich. Und wenn das jetzt Warner oder den Deftones nicht passen sollte, dann einfach eine E-Mail schreiben und das Ding ist vom Blog, was zwar Schade wäre, aber so spielt das Leben manchmal. 

Donnerstag, 28. Januar 2016

6th Backstage Broadcast: Basement - Promise Everything

Was macht man als erstes, wenn man das erste Album auf den Markt gebracht hat? Genau, man nimmt sich eine Auszeit von mehr als zwei Jahren. Klingt vielleicht für den ein oder anderen komisch, aber genau das haben die Jungs von Basement aus dem Vereinigten Königreich getan.

2015 hatte man sich dann wieder zusammengesetzt und Musik geschrieben, woraus dann das Album "Promise Everything" entstand. Mag sein, dass es an der Pause gelegen haben mag, das Album klingt nach jeder Menge neuer Ideen, als ob jeder seine Idee einfach zu einem Musikstück formulieren durfte. Als wenn jeder dem anderen genug Raum gelassen hat, seine Ideen auszuführen. Auf der anderen Seite wirkt dies, als hätte jeder seine musikalischen Einflüsse 1 zu 1 umgesetzt. "Halo" und Oversized klingen zum Beispiel, als wurden sie von 311 geschrieben, Aquasun's Riff klingt wie der Mainriff von Be Quiet and Drive der Deftones, hier und da meint man auch Good Charlotte ("Blinded Bey") oder gar Rise Against (Promise Everything) zu hören. Das gestaltet das Album natürlich bunt und auch vielfältig und es gibt natürlich auch Titel, die klingen nach etwas eigenem, wie zum Beispiel "For You The Moon". Hier geht es mehr gen Post-Irgendwas, das merkt man schon an den Gitarren, die keine satten Riffs wiedergeben, sondern etwas leicht unharmonisch angerissenes. Auf der anderen Seite kann man sich natürlich auch hier fragen, ob es genau das ist, was man haben will, ein Album ohne gefühlte Linie, ohne den roten Faden. Vielleicht ist das auch ein Phänomen der Generation Shuffel?

Auf der Habenseite steht definitiv die Produktion, denn die ist fett und lässt nirgends Wünsche offen. Bass und Schlagzeug bekommen neben der Gitarre und dem Gesang genügend Platz. All das wird am 29.01. auf Run For Cover Records veröffentlicht.

Anspieltipps: Promise Everything, For You The Moon, Aquasun

4,5 von 6 Punkten (Für Good Deftones Against 311 a.k.a. die guten alten Zeiten)

Basement - Promise Everything
(Quelle: Soundcloud.com)

Ab Februar gibt es die Band zusammen mit Tiger Jaws live zu sehen:
14.02.16 Brüssel (BE), AB
15.02.16 Eindhoven (NL), Dynamo
16.02.16 Köln, Luxor
21.02.16 Hamburg, Knust
23.02.16 Berlin, Lido
25.02.16 Wien (AT), Arena
26.02.16 München, Strom
29.02.16 Zürich (CH), Dynamo
01.03.16 Stuttgart, Universum
02.03.16 Paris (FR), La Mécanique Ondulatoire

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Bandcamptage Vol. 103

Es ist Dezember, nur das Wetter scheint davon noch nichts gehört zu haben. Am Wochenende konnte ich doch noch Slinghsot Dakota und Koji zusammen mit Into It. Over It. live sehen und interviewen. Diese werden dann auch hier im Blog auftauchen.

Aber heut machen wir erst mal ein wenig Musik, wenn auch etwas anders als sonst. Heut gibt es Breakcore, Dubstep, Glitch und Beats auf die Ohren, in einem Ausmaß, was seinesgleichen sucht. Der DJ Mr.Bill aus Sydney hat sein Projekt, so nenne ich das hier einfach mal spontan, jede Woche einen Titel zu Mixen, über ein halbes Jahr durchgezogen. Dabei sind 26 Titel herausgekommen. Es ist so vieles vertreten, sogar meine Lieblinge, die Deftones. Es gibt hier und da Gitarren und manche Beats und "Wobbler" sind richtig dick bepackt und drücken in die Ohren oder in den Kopf, schwirren von links nach rechts und wieder zurück. Lauter solche Spielchen eben. Wer sich Plattencover anguckt, wird hier angenehm überrascht sein, da jeder Titel ein eigenes Cover bekommen hat. Das Album The Collaborative Endeavors dürft ihr für einen Preis laden, der euch gerade passt oder die Geldbörse nach den Weihnachtseinkäufen noch gerade zu lässt. 

Mr.Bill - The Collaborative Endeavors
Manchmal kann mobiles Internet nützlich sein.