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Mittwoch, 5. April 2017

Gunner Records die 10te: Mobina Galore - Feeling Disconnected

"Punk's not dead!" Dieser Gedanke kommt einem zuerst in den Sinn, wenn man die ersten paar Akkorde von Mobina Galores aktuellstem Werk Feeling Disconnected hört. Denn von Sekunde eins wird dir hier alles entgegengeschmissen was man aus Gitarre und Schlagzeug so rausholen kann und das volles Ballet in Sachen Geschwindigkeit. Der Gesang schwangt hier zwischen lauterem Geschrei mit leichter Melodie und Hymnen, die sich nach dem ersten Durchlauf komplett in den Hirnwindungen festsetzen und da auch nicht mehr weg wollen, Ohrwumrgarantie wird hier groß geschrieben. Es klingt an vielen Stellen so, als hätte man dem Pop-Punk die nötige Attitüde und den Rotz verliehen, dem es eben diesem Genre aus der Jahrtausendwende fehlte. Und dabei bleibt man nicht bei den üblichen Drei-Akkord-Schemen, das zeigt sich in Titeln wie Partner In Crime.

Eben diesem Genre entsprechend hat man auch die Titel sowie das ganze Album kurz gehalten. Mit dem letzten hidden Track, der nach ein paar Minuten Stille aufschlägt, kommt man auf 36 Minuten. Mehr braucht es auch nicht. Es ist wie beim Sex, manchmal liegt die Würze in der Kürze. Dieser Ansatz hält das Machwerk frisch und verführt zum Repeat des Albums. Die Produktion ist auf Höhe der Zeit und lässt keine Wünsche offen. Am Ende vom Tag will man sich das Ding laut im Autoradio geben und durch die kaputtesten Ecken der Stadt cruisen, mit Porno-Brille auf der Nase und Beanie auf dem Kopf. Released wird der kurze Kracher am 07.04. auf Gunner Records und kann bereits auf dem Bandcamp-Account der Band gestreamt werden.

Anspieltipps: Vancouver (der beste Track überhaupt), Partner In Crime, Suffer

5,5/6 Punkten (WHOA! I HERE VANCOUVER CALLING)

Mobina Galore - Feeling Disconnected
(Quelle: Bandcamp.com)

Dienstag, 31. März 2015

Bandcamptage Vol. 141

Da schlägt Wind da draußen gerade echt hart zu. Das kenne ich auch, da ich ja bis 99' an den Küsten unseres Landes gewohnt habe. Aus der Ecke kommt auch die Band No Weather Talks. Das Quintett hat sich irgendwo zwischen Hamburg und Kiel zusammengefunden und spielt nun eine Mischung aus Punk, Pop-Punk, ein wenig Emotional Hardcore und auch etwas Skate-Punk-Zeug. Auf jeden Fall was für den Sommer oder den frischen Trennungsschmerz. Wer Damn Mondays aus Österreich mag, wird auch diese Band mögen. Wer jetzt Damn Mondays nicht kennt, darf kurz hier oder hier klicken.

Ihre aktuelle EP Disintigrator gibt es für einen Preis, der euch so kurz vor Ostern in den Geldbeutel passt. Bald kommt auch ein Longplayer, den unser Gunnar auf seinem Label Gunner Records veröffentlichen wird. Also werdet ihr auch bald hier erfahren, wie die Band ihr erstes Album präsentiert.

Anspieltipps: Present Time Zone, No Name

No Weather Talks - Disintegrator
(Quelle: Bandcamp.com)

Donnerstag, 5. März 2015

Neues aus dem CD-Regal, Ausgabe 2: Stop Eating Robots - Keep Us Alive

Berlin ist seit je her ein Schmelztiegel der verschiedensten Kunst- und Musikrichtungen. So gibt es vom Rock, über Techno bis hin zum Rap alles, was das Musikerherz begehrt. Die Band Stop Eating Robots, eben aus der Bundeshauptstadt, legen mit Gitarren, Bass, Trommeln und Stimmbädern gen Richtung Alternative Rock ab. Die Ambitionen sind groß, einige Tourtermine kann man bereits vorweisen und der Kalender zeigt immer noch viele Ziele am Horizont. 

Die neue EP hört auf den Namen Keep Us Alive und kam - Obacht - am Sonntag, den 15.02.2015 auf den Markt, ob das gespiegelte Datum Absicht ist, weiß nur die Band selbst. Die Ambitionen hinter der zweiten EP sind Änderungen in den Stilrichtung und Gesang, da man aus dem Pop-Punk kam und damit nicht mehr so recht zufrieden war (EPK gibt es hier). Man versucht sich nun mehr an Shoutparts und es gibt sogar ein paar vorsichtige Versuche, Blastbeats erklingen zu lassen. 

Aber irgendwie scheint etwas Schwung zu fehlen, als wenn der Produzent nicht mit ganzem Herz dabei gewesen ist. Auch die Becken klingeln eher, als wenn man diese am Rechner zu stark komprimiert hätte, wie eine mp3 mit geringer Kilobitrate auf der Brust, wenn ihr versteht. Dafür kann aber die Band nichts, dies ist auch schon den Besten passiert, siehe Fongus Amongus von Incubus. Die Länge ist für eine EP mit 20 Minuten ordentlich, man kann die Pop-Punk-Wurzeln auch nicht überhören. Mit Dead For No Reason gibt es sogar einen Track mit Ohrwurm-Faktor.


Stop Eating Robots - Whithered Rose (Musikvideo)
(Quelle: Youtube)

Alles in Allem kann man nichts gegen diese EP sagen/schreiben, aber das mit der Produktion ist nicht ganz das Gelbe vom Ei, was bei der angestrebten Musikrichtung eigentlich sehr wichtig ist. Vielleicht wird sich das bei der nächsten EP ändern. 

4/6 Punkten (dies ist der Produktionsqualität geschuldet)

Stop Eating Robots - Keep Us Alive
(Quelle: itunes.apple.com)


Konzerttermine:
20.03.15 - Bandhaus Leipzig - Leipzig

27.03.15 - Studiclub - Eberswalde
28.03.15 - Faces Of Rock - Olbenau
02.05.15 - Wonnemond Festival Warm Up Party - Sebnitz

Sonntag, 8. Februar 2015

Ver-Flixt Nr. 16: Teil 1 des Interviews mit New Native vom 17.01.15

Wie das nun mal so ist, wenn man sich versteht und dann ein gutes, aber eben auch langes Interview. So war dies auch mit New Native aus Wien. Somit werde ich das in Teile separieren, damit ihr nicht so viel Textwüste habt.

--

Ihr seid New Native. Stellt euch doch der Reihe nach alle mal vor!

Michael: Ich bin der Michi, ich spiele Gitarre und singe.

Christian: Ich bin der Christian, ich spiele auch Gitarre und singe die zweite Stimme.

Alex: Ich bin der Alex und spiele Schlagzeug.

Klaus: Und ich bin der Klaus und bin nur so mit.

(alle lachen)

Simon+Alex+Christian+Michael=New Native
(Quelle: http://www.newnativeband.tumblr.com/)

Wir habt ihr eigentlich alle zueinander gefunden?

Christian: Wir haben alle schon von vornherein in verschiedenen Bands gespielt. Zum Beispiel haben Michi und ich vorher zusammen in einer Pop-Punk-Band zusammen gespielt. Simon, unser eigentlicher Bassist, spielt in einer Hardcore-Band. Alex spielt in einer Band, mit der unsere vorherige Band mal zusammen gespielt hat, das heißt, dass das etwas kompliziert ist. Wir hatten alle schon vorher Bands und so haben wir uns alle irgendwie kennengelernt. Ich bin auch erst später eingestiegen, Michi, Simon und Alex haben das alles eigentlich angefangen.

Wo du gerade das Wort Pop-Punk-Band erwähntest. Ist das eher ein österreichisches Phänomen? Denn mir fallen da noch Damn Mondays aus Salzburg und CANS aus Linz ein. Mit denen hatte ich auch schon mehr oder weniger viel Kontakt gehabt. Mir fällt gerade auch keine Pop-Punk-Band aus Deutschland ein.

Michi: In Deutschland hat es sich einfach nicht so durch gerungen, in Österreich waren wir so um 2011, 2012 in Pop-Punk-Bands. Im Anschluss zu unserer ersten EP sind Damn Mondays und CANS aufgekommen und haben das dann weiter getragen, als wir dann das Handtuch geschmissen haben. Aus Deutschland fällt mir auch keiner ein... Story Teller aus Dessau?

Wenn man mal so in die deutsche Musiklandschaft schaut, dann gibt es ja unzählige Bands. Deshalb ist es auch lustig, dass wir hier gerade über Damn Mondays reden, die in Deutschland aber kein Mensch kennt.

Alex: Das sind auch Freunde von uns.

Da haben wir die Frage, wie es um die Musikszene in Österreich steht, eigentlich schon viel früher angeschnitten, als eigentlich geplant. Wenn man sich das so ansieht, dann kennt man Money Boy, die Vamummtn...

Michi: Du hast es hier gerade mit Money Boy Fans zu tun...

Echt jetzt?

Alex: Wir feiern den Boy.

Man kann also Primät fest halten, dass es bei euch solche Trends, wie den Pop-Punk aktuell gibt.

Christian: Auf jeden Fall, da sprießen dann alle möglichen Bands aus dem Boden und vergehen dann halt. Und dann geht es in einem anderen Genre weiter.

Michi: Es ist halt auch lustig zu sehen, dass Bands in irgendwelchen Hardcore-Bands zusammen waren, sich auflösen und die Leute sich dann in anderen Bands wieder zusammenfinden. Im Endeffekt sind die Bands, die ich kenne, immer die selben Leute und die wir auch alle kennen. Wir waren in Hardcore-Bands, in Pop-Punk-Bands und haben uns dann eben zusammengerauft und eine neue Band gegründet.


Michi @ Magnetclub Berlin (17.01.15)
(Shot: AS-Pictures|Quelle: http://stageload.org)

Hängt das vielleicht auch mit der Fläche zusammen? Österreich ist ja nun etwas kleiner als Deutschland, dass man sich dann sagt: „Ich fahre mal eben zwei oder drei Stunden in's Land und bin dann in Linz oder Wien und bin dann mit einer anderen Band unterwegs“.

Michi: Ich denke schon, dass das ein großer Faktor ist. Es ist halt einfach nicht so groß, dadurch gibt es auch diese Szene, wodurch eben der Pop-Punk wiederbelebt wurde. Es gibt dann diesen Kreis von Leuten, die schon in Bands waren, sich für diese Gangart Punk begeistern lassen und mit anderen Leuten aus Wien zusammenfinden. Die Musikszene fühlt sich für mich sehr eng beisammen an, in Österreich. Wahrscheinlich eben durch die Fläche bedingt.

Wie habt ihr euch auf diese Musikrichtung geeinigt? Da hört man den Einfluss der 80er, Indie und Grunge.

Michi: Wir hatten im Vorfeld, der Alex, der Simon, der heute nicht da ist, zu dritt angefangen. Der Christian ist dann im Sommer dazu gestoßen, da waren wir bereits ein Jahr aktiv und hatten bevor wir mir dem Proben überhaupt angefangen hatten, schon alle möglichen Ideen. Da stand eine Country-Band im Raum und andere ganz bizarre Ideen. Wir wollten einfach mal was anderes machen, was möglichst wenig mit Punk, Hardcore oder Pop zu tun hatte. Wir sind dann im Endeffekt eh wieder bei poppigen Alternative-Rock-Nummern gelandet.

So dermaßen poppig ist das jetzt nicht, eine Spur hart ist das schon. Ihr habt auch in den Titeln ein paar Tempowechsel drinnen.

Anderes Thema: Wie seid ihr auf den Namen „New Native“ gekommen?

Michi: Rein aus der Ästhetik des Wortes und weil es über die Lippen geht. Da liegt jetzt nicht irgendwie eine großartige Bedeutung dahinter.

Also habt ihr nicht drei Stunden über einem Wörterbuch gesessen und dann gegrübelt.

Alex: Jeder hat seine Vorschläge eingebracht und ich glaube Simon hat am Ende dann „New Native" als Vorschlag gebracht. Jeder fand den Namen von Anfang an cool und das hat dann für jeden gepasst.

Michi: Das ist der erste Bandname, den ich nicht nach einem Jahr bereue den gewählt zu haben.

Wie viel Zeit ist verstrichen zwischen den ersten paar Zeilen und Ideen bis zum finalen Release eurer EP.

Michi: Bis das Release draußen war oder bis zu den Aufnahmen?

Bis das Release draußen war.

Michi: Die ganze Platte wurde im Sommer 2013 geschrieben, so in etwa im Juli, es hat ca. 4 bis 6 Wochen gedauert. Final kam die EP dann im Mai 2014 dann raus.

Wie habt ihr das mit der Produktion dann bewerkstelligt? Es klingt jetzt bei Weitem besser als so manche erste EP von anderen Bands. Hattet ihr da ein professionelles Studio an der Hand?

Alex: Wir haben in LeftSide-Studios in Wien. Der Michi und der Chris kennen die Leute dort, weil die bereits mit ihrer Pop-Punk-Band dort aufgenommen haben oder ich mit meiner Punkband. Wir wissen das der gute Arbeit macht und sind dann eben wieder zu dem gegangen.

Michi: Wir waren mit den Ergebnissen eigentlich immer recht zufrieden und das für einen sehr fairen Preis. Der Chef kennt unseren Workflow schon, von daher war es relativ einfach und wir wussten das das Ergebnis dann im Endeffekt passt.

Wer hat am längsten für seine Parts gebraucht?

Michi: Wahrscheinlich hat es beim Gesang am längsten gedauert.

Kennt ihr die DVD Sound City? Wo es auch einen Part gibt, wo eine Band einen Track zig mal spielen musste, aufgrund diverser kleiner Fehler.

Michi: Wir haben ja nicht live getrackt, haben schon Overdubbing. Also jeder Spur einzeln aufgenommen und dann übereinander gelegt. 

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Im nächsten Teil des Interviews wird es dann um die Vertriebswege der Musik gehen und ob die Jungs die Schallplatte eher mögen als die CD. 

Samstag, 19. Juli 2014

Bandcamptage Vol. 129

Achja, der Sommer. Zeit für Badeseen, zum Longboarden, zum Grillen mit Freunden und anderer schöner Dinge.

Er innert euch vielleicht an Damn Mondays aus Salzburg, die wir hier schon mal hatten? Wenn nicht, man kann es ja noch einmal hören. Die aktuelle EP Losing Years, mit einem schönen Dreirad auf dem Cover, schlägt in die gleiche Richtung. Sprich, es gibt pushenden Skate-/Poppunk, der dich komplett umhaut, aufhebt und mitnimmt, wohin die Reise auch immer gehen mag. Man bekommt vier Songs, voller Sommer, Sehnsucht und den Fragen nach Warum. Einfach die Titel anklicken, wer der Angelsächsischen Sprache mächtig ist, wird alles verstehen. Die EP gibt es aktuell für einen frei wählbaren Preis, egal ob Null Cent oder die Hälfte eures Millionenerbes. Meine Empfehlung habt ihr.

Damn Monday - Loosing Years

Das passt hier ja fast zu dem, was hier gerade läuft.

Freitag, 6. Juni 2014

Ver-Flixt Nr. 7: Tommy Gun - Of Roots And Trees


Auf Flix-Records laufen ja bekannter Weise recht viele Pop- und auch Skatepunkbands. Die Band Tommy Gun schlägt da in die ähnliche Kerbe, wenn auch etwas mehr ins Gesicht und mit ein paar mehr Hardcoreattitüden. Das Quintett kommt aus Amstetten, besteht aus zwei Gittarrenhelden, einem Bassisten, einem Trommler und einem jungen Mann, der sich am Mikrofon betätigt. Aber Österreicher und die berühmte Waffe, wie passt das zusammen? Todbringend sind sie schon mal nicht, so viel steht fest. Eher schmettern einem hier Weitermachparolen um die Ohren, direkt in den Gehörgang. Die Gitarren sind wuchtig und dem Bass wird genug platz gelassen, so dass er auch mal alleine glänzen darf, wie in „Right Now, Right Here“ oder „Sirens. Und der Skatepunk, ja der kommt auch um die Ecke, wenn er darf. In „Breaking Me“, wo man sich sogar mit eine Person mit zwei X-Chromosomen mit an das Mikrofon geholt hat, kann man hören, wie Good Charlotte klingen würden, hätten sie sich nicht total dem Pop verschrieben. Aber so scheint es nun mal zu sein, wenn man sich bei einem großen Label bemüht. Egal, es klingt sehr schön, harmonisch, man möchte eigentlich, dass dieser Song niemals endet, wegen der Harmonien, die die Sänger (Moment, wo kommt jetzt die zweite Stimme her?) hier erzeugen und einem so etwas wie Erinnerungen vor dem inneren Auge vorspielen. Wenn man diesen Titel hört, kann man die Sommerabende förmlich riechen, sowie die Badeseen, die man zusammen mit den Freunden aufsucht. Metaphorisch können sie Jungs auch sein, wenn sie in „Sirens“ vom Selbstmord trällern. Wer etwas genauer hinhört oder gar das Booklet vor den Augäpfeln hat, erfährt dass man die Umweltverschmutzung meint. Denn diese lässt die Erde sterben und damit auch uns, da wir ja bekanntlicher Weise auf diesem Planeten leben. Also bringen wir uns doch alle selbst um, in dem Umweltgifte in die Atmosphäre, Gewässer und den Boden lassen. Und dann kommt die Hoffnung, dass es dann doch keinen Morgen gibt, denn besser wird es nicht. Zehn Albumtitel passen, auch wenn man hier nur knapp über 28 Minuten spielt. Der Sound ist gut, die Gitarren machen Druck und laden ein zum Pommesgabelschwingen. Macht doch mit! Wie, könnt ihr nicht? Könnt Ihr doch, seit Release am 23.05., könnt ihr „Off ByHeart“ streamen, bis euch euer Internetanbieter aus der Leitung wirft. Und wenn das noch nicht geschehen ist, guckt sich das Video zu "Haste & Time" an.

5/6 Punkten.

Tommy Gun - Of Roots And Trees
(Quelle: Promopackage)

Dienstag, 1. April 2014

Bandcamptage Vol. 117

Ich versuche mich an der heimischen Rechenmaschine gerade mit einem neuen Betriebssystem, da XP in der nächsten Woche abgestellt wird. Unfreiwilliger Weise macht auch das neue open source OS gerade dem Rechner zu schaffen, zumindest was die Wärme angeht. Nun ja.


Vor dem Aufräumen des OS habe ich eine richtig gute Band aus Salzburg entdeckt, die eigentlich nicht mal im Ansatz nach Salzburg klingt, eher wie Kalifornien, Sonne, Skateparks und Partys mit Freunden. Damn Mondays, das sind vier junge Menschen, drei Männer, eine Frau, die hier mit richtig viel Druck Skate-Pop-Punk durch die Boxen schieben, ohne Rücksicht auf Verluste. Und das, obwohl man selbst "Old, Weak and Wasted" sei. Nun ja. Wer die Heartsounds oder auch Versus You mag, wird diese Band ebenso in sein Herz schliessen. Auch wenn die EP Hit It Till It Works nur zwei Titel beinhaltet, bekommt man hier was amtliches. Ihr könnt bezahlen womit und soviel ihr mögt. Auch 0Cent, obwohl das am Monatsanfang kein Problem darstellen sollte, sind erlaubt. 

 
Damn Mondays - Hit It Till It Work
Eine neue EP ist bereits in Arbeit. Also gebt euch die zwei Titel. Ich werde mich jetzt dann mal dem neuen OS zuwenden.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Ver-Flixt Nr. 3: Versus You - Moving On

Die frühen 2000er, was für eine Zeit das war. Good Charlotte veröffentlichen „The Young And The Hopeless“ und feiern damit ihre Erfolge. The Offspring feiern ihren White Guy, der ziemlich fly sein soll, auf den Playstations dieser Welt läuft Tony Hawk virtuell zu Höchstleistungen auf und in den Kinos laufen jede Menge Apfelkuchen über die Leinwand.

Wozu das Geplänkel? Es gibt da so eine Band, aus einem der kleinsten Staaten Europas, die mit ihren Instrumenten und ihren Stimmen eben genau diese feine Textur aus Pop- und Skatepunk erschafft. Versus You heißt sie und kommt aus dem beschaulich kleinen Luxemburg. 2005 von den beiden Freunden Eric Rosenfeld (Gitarre und Gesang) und Giordano Bruno (Bass) gegründet, ist die Band mit der Zeit auf vier Mitglieder angewachsen, mit einigen kleinen Änderungen hier und da. An der zweiten Gitarre sitzt oder steht, je nach Umfeld, der jüngere Bruder von Giordano, Dario. Ein paar Trommler sind wohl auch ins Land gegangen, heute drischt Jerry Kirpach auf die Felle.
 

Nun steht ihr dritter Longplayer „Versus You“ in den Startlöchern und der hört sich mehr nach Kalifornien an, als nach Luxemburg. Es klingt nach den langen Sommerabenden mit Freunden, nach Skaten auf den Asphaltplätzen der Stadt und nach Sommer, also genau dem Gegenteil, was gerade vor der heimischen Haustür abgeht, die Menschen auf der Nordhalbkugel werden wissen, was hier gemeint ist. Auch wenn es alles glücklich klingt und nach Mitgröhlen förmlich schreit, so sind die Texte doch recht ernst und regen an vielen stellen zum Nachdenken an. Da geht es um Tabletten, 30 an der Zahl, die eigentlich nur ein paar Nebenwirkungen, die mit dem HI Virus einhergehen, bekämpfen, aber nicht den Virus selbst, wie in „30 Pills“. Es geht um den lauten und schnellen Lebensstil und um dünne, verwirrte Menschen, wie in „Skinny & Distracted“. 


Das alles wird anständig unter Hochdruck verpackt, so dass die Kopfhörer zittern und die Boxen hüpfen, mit so viel Energie schmettern die Instrumente über die Membrane. Der Mensch hinter dem Mischpult hat also seine Arbeit richtig gemacht. Nach dem dritten Durchlauf von „Versus You“ kann man einige Hooks mitsingen, oder wenn keiner da ist, auch mitgröhlen, denn dazu lädt die Schose ein. Und wer dann etwas Zeit zum Luftholen braucht, kann das bei „You Are My Friend“, der einzigen Ballade auf dem Album, gerne machen.

Die harten Fakten zeigen 30min auf der Uhr, auf zwölf Titel verteilt. Wie für Punksongs üblich, überschreitet keiner der Titel die 3min-Marke. Durch die leichte Zugänglichkeit jedoch, kann man die Platte auch gut und gerne den halben Tag laufen lassen, man wird weder genervt sein noch stört sie unangenehm. Veröffentlicht wird diese Zeitkap… das Album am 14.02.2014 auf Flix Records. Wer wissen möchte, was er denn da kaufen kann, darf sich die Single „Better Then Me“ gerne zu Gemüte führen. Diese erschien am 14.01.2014 auf Flix Records. Hier bekommt ihr noch zwei Titel mit auf den Weg, die gut und gerne als B-Seiten durchgehen können, sie stehen aber dem Album in nichts nach.
 





Wer also noch mal akustisch in die frühen 2000er reisen möchte, auf guten Skatepunk steht oder die alten Good Charlotte vermisst, der darf das Album kaufen. Alle anderen auch, denn das Album hat das gewisse Etwas für einen Klassiker. Also die abgeranzten Chucks aus dem Schuhregal geholt, das verstaubte Skatedeck aus Jugendtagen aus dem Keller gesucht und ab dafür… obwohl, bei dem Schnee.

6/6 Punkten. 


Versus You - Moving On
(Quelle: Promokit von Flix Records)

Donnerstag, 11. April 2013

Bandcamptage Vol. 71

Der Frühling steht nun auch hier vor der Tür, die Musik wird auch so... sagen wir mal sommerlich.

Ihr erinnert euch sicher an solche Bands wie Blink 182 oder auch The Offspring. Die Band Uncommon Men From Mars klingt fast genauso. Sie spielen sich mit ihrem Pop-Punk oder auch Skate-Punk in euer Gehör und lassen euch so schnell nicht mehr los. Die Produktionsqualität weiß durchaus zu überzeugen, die Spielart so oder so. Wer also die alten Blink vermisst oder einfach so ein wenig Spaß braucht, darf sich die EP Inside Riot für einen freiwählbaren Preis, ohne Minimum, laden.

Uncommon Men From Mars -
Inside Riot

Mittwoch, 30. Mai 2012

Bandcamptage Vol. 25

Vor ein paar Tagen hatte ich hier mal Lipstick Homicide aus Iowa gehabt, also im Blog. Ein Mitglied der Blendours, Trevor Treiber, hatte bei denen auf dem Album Isnt It Glorious ein kleines Gastspiel, mit Gitarre und Gesang. Das habe ich aber erst herausgefunden, als ich auf die Facebookpage der Band ging. Aber fangen wir von vorne an.

Die Blendours muss man sich vorstellen wie Blink182 nur ohne Strom auf den Gitarren oder wie Buddy Holly mit auf doppelter Geschwindigkeit. Also ists das irgendwie Pop-Punk mit zwei Stimmen auf akustischen Gitarren.

 Der Humor der beiden ist richtig gut, mit Anspielungen auf große Filme wie Broke Back Mountain als Albumnamen. Und hier und da, wie in Mario Karts and Broken Hearts oder in Miley and Me, merkt dass man es wohl mit Nerds zu tun haben könnte. Das schadet der Musik aber keineswegs. Die ersten 3 Alben Country Grandpa (dieser Wortwitz wieder), Disability Blues und Broke-Zach Mountain sind jeweils kostenlos ladbar und sind durchgängig mit diesem Humor durchsetzt. Ich finde die Musik gut und aufheiternd. Wer danach nicht lachen kann oder zumindest schmunzelt, dem kann ich hier dann auch nicht mehr weiter helfen. 
The Blendours - Country Grandpa
The Blendours - Disability Blues
The Blendours - Broke Zach Mountain

Und woher nun die Namensänderung kommt, kann ich euch leider nicht erklären. Aber die Musik ist gut. 

Edit 11.06.2012:
Nachdem ich den Jungs von The Blendours meinen Post gezeigt hatte, sind die vor Freunde gar nicht mehr zur Ruhe gekommen. Sie waren begeistert davon, wie genau ich den gespielten Stil getroffen hätte und geben Christian und mir sogar die Erlaubnis, die Titel für unsere Sprechpausen ins Internet streamen zu dürfen.

Derweil gibt es wieder neuen Output. Die EP hört auf den Namen Go To The White House und ist ganz und gar The Blendours und für "Name Your Price" ohne Minimum. Somit ist hier alles studenten-freundlich und man kann so viel geben, wie man möchte. In diesem Sinne, haben wir wieder was gelernt für heute, auf wiederlesen.
The Blendours - Go To The White Houes EP

Montag, 28. Mai 2012

Bandcamptage Vol. 24

Stellt euch mal vor, wenn Blink 182 nicht mit 3 Typen bestückt wären sondern mit drei Frauen. Das Ergebnis ist zum Glück von Avril Lavigne sehr weit entfernt. Die Band Lipstick Homicide kommt aus Coralville, Iowa und spielen durchgängig Fun-, Pop- und Skate-Punk. Alle Alben werden im "Name-Your-Price"-Model verkauft, 0Cent sind aber auch akzeptiert. Und die Cover sind mal der Hammer.