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Sonntag, 14. Februar 2021

Dozer - Vultures (Heavy Psych Sounds/All Noir)

Mit Re-Releases ist das immer so ne Sache. "Man verwurstet ja nur altes Material" , "Geldschneiderei","... ist ja eh nichts neues." Dem kann man natürlich ohne weiteres zustimmen. Dozer-Fans der ersten Stunde könnten sich dennoch freuen, denn hierbei handelt es sich um Demos aus dem Jahre 2004 und 2005, die den Schweden zur Vorproduktion des Albums Through The Eyes Of Heathens dienten. 

Heavy Psych Sounds bringt Vultures auf Vinyl und auf CD auf den Markt. Auf der Platte geht es recht schnell voran, wer Red Fang oder Kyuss kennt, der wird sich auch hier gut zurechtfinden. Für die Sportzigarette zwischendurch ist das ganze hier zu schnell und zu wenig verstrahlt. Die Tracks eignen sich eher dazu einen Hang herunter zu stürzen, mit viel Schnee drauf und einem Brett unter den Stiefeln. Das Konglomerat eignet sich aber auch für ne Skatesession in irgendeinem vertrocknetem Pool unter der sengenden Sonne der Wüste.

Die Titel haben ordentlich Druck auf den Bass bekommen, die Bassdrum liegt gefühlt direkt am Trommelfell und schüttelt bei jedem Kick, den Hammer und Steigbügel ordentlich durch. Nach knapp 31 Minuten ist jeder noch so kleine Staubfusel von den Membranen geblasen.

Release: 12.02.2021
Label: Heavy Psych Sounds

Anspieltipps: The Impostor, Last Prediction, Vultures

5/6 Punkten (Was können die Schweden eigentlich nicht?)

Dozer - Vultures
(Quelle: Presskit von All Noir)

Donnerstag, 29. August 2019

Northlane - Alien (Uncle M)

Der Metalcore, so langsam verkommt er so ein wenig zum Nu Metal oder geht das nur mir so? Nehmen wir das aktuelle Album Alien von Northlane. Da werden viele Scream-Parts gegen Gesang ausgetauscht und der Elektronik macht man recht viel Platz. Sogar so viel, dass ein Track wie Rift plötzlich ins Konzept zu passen scheint.

Das man aber nicht jeder Häme entweichen kann, zeigt der kurze Clip des Youtubers Kmac2012 doch, wo sich die Band ihre Inspiration für den Track 4D geholt haben wird. Man muss zugeben, dass das wirklich sehr nah an der Matrix ist. Aber auch andere Bekannte, wie Rammstein oder Marilyn Manson scheinen einmal durch den Probenraum gelaufen zu sein, anders kann man sich Tracks wie Talking Heads oder Eclipse nicht erklären. Die ganzen elektrischen Spielereien gab es aber auch schon anno 2007, als Enter Shikari mit Take To The Skies ziemlich durch die Decke gingen und mit Sorry You're Not A Winner einen zeitlosen Klassiker geschaffen haben.

Die Produktion des Albums ist ausgezeichnet, das steht außer Frage. Dennoch wirkt es so, als würde man dem Metalcore entwachsen sein, also vielleicht doch eher Post-Metalcore spielen? Oder Nu-Metalcore? Bands wie Bring Me The Horizon haben sich ziemlich weit von dem entfernt, was sie zu Zeiten von Count Your Blessings oder Suicide Season gespielt haben. Den Architects geht es ähnlich. Wahrlich kann man nicht ewig den Tonus spielen, es gibt mittlerweile genug Beispiele (leider fallen mir hier keine ein), bei denen der Metalcore generell abgedroschen klingt. Als wolle man auf den Zug aufspringen, auch selbst wenn schon längst alle Wagons auf anderen Gleisen fahren oder gar komplett in andere Richtungen fahren. Mit dem Einschlag in andere Richtungen kann man aber auch neue Fans gewinnen, Menschen zum Metal bringen, die sich diesen "Lärm" früher vielleicht nie gegeben hätten. Mit dem Nu Metal war es einst ähnlich. Aber bevor wir hier zu weit ausholen, das Album ist gut, keine Frage. Die elektrisch eingestreuten Elemente taugen und schieben den Sound der Band in verschiedenste Richtungen. Mal wird ein himmlischer Klangteppich gelegt, ein anderes Mal wird gefährlich gesägt und der Sänger klingt wie ein Roboter im Angriffsmodus. Der Sänger hatte eine ziemlich üble Kindheit und ist froh darüber, dass er jetzt da ist, wo er nun mal ist. Mit knapp 45 Minuten ist das Album normal lang. man ist aber nicht unangenehm gehetzt, als würde man ein "normales" Metalcore-Album hören. Das kann man der Musikern hoch anrechnen. Ja, es gibt derbe Gitarren und Breakdowns. Ja, es gibt Shouts. Ja es gibt einen Bass. Dennoch fällt das Album nicht sonderlich auf, auch wenn sie sich viel Mühe gegeben haben und an keinem Ende irgendwelche Fehler zu finden sind. Das Album erschien bereits am 02.08.2019 auf UNFD.

Anspieltipps: Freefall, Jinn, Vultures

4/6 Punkten (Da sind ein paar Zacken zu wenig.)

Northlane - Alien
(Quelle: Presscit von Uncle M)

Donnerstag, 31. August 2017

Pias 6: Inheaven - Inheaven

Es gibt Singles, die eigentlich perfekt das Album, aus welche sich der Track befindet, komplett wiederspiegelt. Dann gibt es Albumauskopplungen, die nur einen kleinen Ausschnitt der gesamten Bandbreite das Langspielers wiedergeben. Zur zweiten Gruppe gehören die Singles Treats, Vultures und World On Fire. Denn hier gibt man sich nur von der wuchtigsten Seite, die man zu bieten hat.

Der selbstbetitelte Langspieler der Band ist eher wie ein bunter Strauß an Einflüssen, die man so über die Jahre eingesammelt hat, zumindest wirkt es so, wenn man sich die knapp vierzig Minuten Inheaven gibt. Das kann man zum einen gut finden, zum anderen kann man sich daran anstoßen, dass man eigentlich eine Latte fetten, einfachen Rock'n'Roll erwartet hat. Das kann auch mitunter am Produzenten Tom Dalgety liegen, der auch schon die Knöpfe für Royal Blood (hier haben wir ein Review zum Album "How Did We Get So Dark" und die Pixies gedreht hat. Aber man hört auch ein wenig Federal Lights (Reviews gibt es hier und hier), Japandroids und irgendetwas aus den 80ern. Wie es dazu gekommen ist, dass die vier Briten nun so viel in einen Topf geschmissen haben, bleibt leider unbeantwortet. Eigentlich fast schade, denn der Sound ist gut, die Albumlänge ist mehr als in Ordnung und mit zwölf Titeln ist man eben gut aufgestellt. Leider springen die Funken von dem "World On Fire" zum Beispiel leider nicht auf die anderen, umliegenden Titel über, da hat man einiges an Energie liegen lassen. Veröffentlicht wird das Album "Inheaven" am 01.09. auf Epic Records.

Anspieltipps: Treats, Vultures, World On Fire

4,5/6 Punkten (Mehr Bums und Krach hätte man auf der Platte schon haben können.)

Inheaven - Inheaven
(Quelle: Presskit von PIAS)

Montag, 28. September 2015

7th Carrycoal: Watch Out Stampede - Tides

Metalcore gibt es nun schon so ein paar Jährchen und hat schon ein paar Vertreter, die jeder irgendwo schon einmal gehört hat oder haben sollte. Auch wenn BMTH sich gerade aus diesem Genre verziehen und einigen anderen Bands den Platz freiräumen. Wie dem auch sei.

Aus dem hohen Norden machen sich die Bremer Stadtmusikanten von Watch Out Stampede bereit, um eine Flutwelle voller Gitarrenriffs, Shouts und ... Moment, wo sind denn jetzt bitte die Blastbeats oder der Subbass??? Ist das dann überhaupt Metalcore? Oder Hardcore? Auf jeden Fall ist es laut und schnell, das beruhigt ein wenig, denn die Jungs machen ihren Job richtig gut. Die Bassdrum ballert vernünftig, dass selbst in ruhigen Titeln, wie in dem 77 Sekunden andauerndem "Interlude". Da steckt gewaltig viel Energie hinter diesem Album, auch wenn es mit "50 50" recht langsam anrollt, aber das scheint gewollt zu sein. Wenn man dann aber zu "Vultures" geschwemmt wird, gibt es kein Halten. So muss das klingen, scheppern und an allen Ecken und Kanten zerren und nicht wie eine Kopie von Linkin Park. Auf den 32 Minuten dreht sich alles um Unbelehrbarkeit, um Katastrophen und eben um die nackte Tatsache, dass man eigentlich nur geboren wurde um zu sterben. Das mag im ersten Moment hart klingen, aber schlussendlich ist die Mortalität so oder so unausweichlich. Nur den Weg zischen Start und Ziel bestimmt man selbst. Wer nun die härte Gangart mag und die Kuschelrock genüsslich gegen die Wand wirft, kann hier den Lautstärkeregler auf Anschlag drehen und so lassen. Die Nachbarn hören auch W.O.S., ob sie nun wollen oder nicht. Veröffentlicht wurde "Tides" am 25.09. auf Noizgate Records. Wer ein Klangbeispiel braucht, kann sich gerne auf Youtube überzeugen, den Titel No Confidence gibt es da ohne GEMA-Sperre oder dergleichen in voller Länge.

Anspieltipps: Vultures, Until We Drown, Interlude, Misunderstanding

5,5/6 Punkten (Fuck, 5 nach 12)

Watch Out Stampede - Tides
(Quelle: carrycoal.de)