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Samstag, 19. August 2017

Die 24. Fleet Union: DNZR - Ebriety

Als ein Teil von Fewjar ist Felix Denzer musikalisch bereits seit ein paar Jahren bereits unterwegs. Andre werden ihn vielleicht eher von Youtube kennen, dass ist aber eher abhängig vom Alter oder Medienkonsum.

Der Wahlberliner fängt den Sound der Metropolen ein, die Schmelztiegel der Welt, und verarbeitet dieses in eine Mischung aus Jazz, Trip-Hop, Witch-House und Electro. Dabei meint man alte Bekannte zu finden, wie den Kalkbrenner Paul aber auch Internationale Bands sind wahrzunehmen. Dank einiger Saxophone-Passagen muss man unweigerlich an Vök aus Island denken.

Dementsprechend bildet sich eine dichte Klangwelt vor den Ohren des Zuhörers: manches ist Dicht bepackt, anderes wirkt durch das bereits erwähnte Saxophone leicht verrucht (wie in Metropolis) und lässt viel Platz zum entspannen. Andere Tracks erinnern wiederum an Titel aus Soundtracks von prägenden Filmen, die jeder kennt oder zumindest kennen sollte. Da wäre No More Than An Hour Ago, wo man wegen des Beats an die Frau im Roten Kleid innerhalb eines Trainingsprogramms denken muss. Ihr wisst schon, Matrix und so. Fight Club findet man auch stellenweise, aufgrund der aufgelegten Geschwindigkeit und der geschaffenen Atmosphäre. So muss und sollte moderner Pop klingen, vielfältig und divers, nicht eintönig und die zigste Reinkarnation irgend eines aktuellen Popsternchens, an welches sich man im nächsten Jahr schon nicht mehr erinnern wird. Denzers Konzept lädt zum wiederholten Anhören seines Albums ein und ehe man es sich versieht ist man wieder am Ende es Langspielers angelangt.

Produktionstechnisch sind wir hier ganz weit vorn, alle Schichten, die hier aufgetragen werden, sind ständig zu hören, glasklar und verschwinden nicht in irgendeinem Rauschen. Auf neun Titeln weiß der Künstler zu überzeugen und reist euch in den Trubel der Großstadt mit. Am 25.08. wird das Album „Ebriety“ auf Smile Records erscheinen.

Anspieltipps: Metropolis, Chivvy, Floating Loads

6/6 Punkten (Bitte mehr davon, auch im Radio!)

DNZR - Ebriety
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Montag, 14. September 2015

5th Backstage Broadcast: Vögel Die Erde Essen - Besuch Von Innen

Das Federvieh bittet zu Tisch und schickt euch auf die Suche nach dem Passierschein A38. Dreht vorher bitte alle Uhren auf Links. Klingt das verrückt? So ist es auch. Da wo Deichkind mit Ihrer Absurdität aufhören, schreiten die Vögel Die Erde Essen noch zwei Schritte weiter und durchbrechen mit dem Kopf die nächste Betonwand... Nase voran. Dies geschieht jedoch nicht mit Keyboard und Samplern, nein, man nimmt den 6-Saiter, einen Bass und ein Drumset zur Hand und legt frenetisch los, so wie keine Band zuvor. Man läuft ständig Gefahr durchzudrehen und lacht über Wortfetzen, die einem spontan auffallen.

Hinter diesen Vögeln verbirgt sich eine Dreierkombo aus Berlin, bestehend aus Moritz Bossmann (u.a. Gitarrist bei Käptn Peng), Jan Preissler und Oli Friedrich (u.a. Drummer bei Georg auf Lieder). Zusammen hat man einen gemeinsamen Nenner im Humor gefunden und legt mit Besuch von Innen ein extrem gelungenes, verkopftes, verjazztes, abgedrehtes Erstlingswerk an den Tag. Wer den Besuch hereinlässt, braucht die Tür nicht zu öffnen, die Wand daneben ist bereits durchbrochen, mit einem Picknick, direkt am Abgrund. Klingt erschreckend, ist es auch, denn das passiert ohne Vorankündigung. Danach gibt es eine "Mitsingladung " "Radioaktivität", denn die ist gut für dich (zum Video geht es hier entlang). Wie in den 50ern, als die Amis glaubten, dass radioaktiv behandeltes Wasser der Hit sei. Zwei Titel später kommen auch schon die Froschmänner, wie in Invasion vom Mars von 1953, mit straffer Haut, wie David Hasselhof. Den Refrain kann eh jeder grundlos mitsingen. Wobei das hier schon der punkigste Titel ist, irgendwie. Alles ist hier irgendwo zwischen Punk, Rock und Jazz ... und vielleicht auch etwas Zwölftonmusik. Mit dem "Fahrstuhl nach Unten", beginnt der längste Abschnitt im Album, total verstrahlt, um dann im Anschluss wie zwei Helikopter zusammenzuprallen. Danach rauscht eh alles. Wie man beim Lesen merkt: das klingt abgefahren, quer, komisch. So ist es auch, man kann einiges gerne als Gesellschaftskritik auffassen oder einfach nur tanzen, aber dafür sind die Texte zu schade. Die Produktionsqualität spricht für sich und macht wunschlos glücklich. Kein Wunder, alle Instrumente wurden live eingespielt. Eben dadurch entsteht dieser Rausch, zu dem man unbedingt abgehen will. Das Chaos wurde dabei von Jens Güttes gebändigt, der eben auch schon Käptn Peng gesagt hat, wo die Fahrt hingeht. Geht das überhaupt, mit so nem Käptn? Veröffentlicht wurde diese in Instrumente gehauene Sammlung von abgedrehten Stories, verpackt in verrückte Rhythmen, am 11.09. auf Kreismusik.

Anspieltipps: (Cherrypicking ist hier echt schwer)

Picknick am Abgrund: Hier gibt es kein Wenn-und-Aber, raus an die frische Luft, Decke ausgebreitet und schön den Abgrund hinunter geguckt. Wer sagt dir, was das Ende ist??? Warum hat die Wurst eigentlich zwei? Knallt schön zu beginn volle Breitseite rein, mit einstürzenden Neubauten.

Radioaktivität (Video): Der Mitsingtitel schlechthin, wer bei nem Drivebyshooting in der Milchstraße nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, dem kann man nicht helfen. Bitte trällern Sie mit und staunen über Bild und Ton. Wahrlich pompös melodiös.

Froschmann: Ah, wieder was zum Mitsingen und schon drei Titel am Start, die man gehört haben muss. Aber hey, keine weiß warum er mitsingt, aber wenn, dann aus voller Kraft.

Einer von Ihnen: Wie ist das denn jetzt gemeint? Gut, ohne so ein paar Eisklumpen, die vor ein paar Millionen Jahren auf die Erde gefallen sind und so ein wenig Evolution, gäbe es uns humanoide Lebewesen nicht. Voll abgespacet.

6/6 Punkten (klare Ansage, voll durchgedreht, sehr gut produziert, bitte mehr)

Vögel Die Erde Essen - Besuch von Innen
(Quelle: Presskit von Backstage Broadcast)

Das gefiederte Trio gibt sich auch live die Ehre:

23.09.2015 - Rostock - JAZ
24.09.2015 - Flensburg - Kühlhaus
25.09.2015 - Rotenburg - Villa
26.09.2015 - Jena - Café Wagner
29.09.2015 - Hamburg - Übel und Gefährlich
30.09.2015 - Kiel - Schaubude
02.10.2015 - Helmbrechts - Betore Festival
18.10.2015 - Berlin - Monarch
19.10.2015 - Bernburg - Hotel Wien
21.10.2015 - Göttingen - tba
20.10.2015 - Dresden - Groovestation
22.10.2015 - Nürnberg - Club Stereo
23.10.2015 - Waidhofen - Ybbs (AT)
24.10.2015 - Schaffhausen - Tap Tab (CH)
26.10.2015 - Zürich - Dynamo (CH)
29.10.2015 - Freiburg - White Rabbit
30.10.2015 - Münster - Gleis 22

Dienstag, 8. Juli 2014

Bandcamptage Vol. 127

Manche Tage mag ich es auch ruhiger, das wissen sicher viele Wiederkehrer. Alle anderen dürfen jetzt so tun, als seien sie überrascht.

Nun habe ich ewig nach einem Jazz-Album gesucht, denn wenn man auf Bandcamp sowas eingibt, kommen meist irgendwelche Alben von Künstlern zum Vorschein, die sich am Plattenteller oder einer Samplemaschine betätigen. Aber manchmal küsst einen das Glück. Und nun kann ich hier vom Jason Parker Quartet aus Seattle das Album No More, No Less vorstellen, welches randvoll mit Jazz ist. Das ganze Umfasst zwar nur sieben Titel, erstreckt sich aber über mehr als 40 Minuten, da einige Nummern um die Zehn Minuten laufen. Wer also mal einfach so in den Jazz hineinschnuppern möchte, kann dies hier gerne machen. Das Album kostet soviel Geld, wir ihr Ausgeben möchtet.


Jason Parker Quartet - No More, No Less

Stille kann gut sein, manchmal aber auch unheimlich.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Bandcamptage Vol. 93

Erinnert ihr euch noch an die Tall Ships, die Platte Everything Touching und das Interview mit den Jungs ?

Gestern hat die Band auf diesem ominösen Netzwerk vom Zuckerberg eine kleine EP geteilt, zwar nicht von sich selbst aber das ist weniger wild. Es geht um die Band L O M aus Brighton. Das Trio spielt eine Mischung aus Akustik-Pop mit Jazzeinschlägen, wenn man es mal so nennen möchte. Auf vier Titeln reicht die Skala von den Hellsongs bis hin zu Katie Melua. Man kann dazu entspannt einen Kaffee trinken, sich durch ein Buch lesen oder ein Bad nehmen und das zu einem Preis, der euch gerade passt. Mein Anspieltipp: Salt, wie der Name der EP. 

L O M - Salt
Mit besten Dank an die Tall Ships.

Donnerstag, 12. April 2012

Bandcamptage Vol. 12

Wie schnell die Zeit doch verstreicht. Morgen ist schon wieder Freitag. Heute geht's noch mehr kreuz und quer durch das Gemüsebeet meines Musikgeschmackes. 


Fangen wir mit was ganz Entspantem aus Aukland an. Forest Shakes spielen viel Surf und auch Lo-Fi Stuff. Ganz interessant und sogar for free. Somit darf man hier beherzt zugreifen, auch wenn das Album nur 4 Titel enthält. Ist ja auch mehr eine EP, die aber reicht für die kurze Entspannung zwischendurch und man kann den Sommer schon ein wenig hören. 
Forest Shakes - Beach Fortress

Nun springen wir zur schreienden, blubbernden und auch schwitzenden Ecke, ihr wisst schon, Metal und so. Die Band schimpft sich Time for Energy & singen/schreien englische Texte. Das wäre so zwar nicht ungewöhnlich, stammt die Band doch aus Frankreich und einige von euch wissen ja, wie es die Franzosen mit den Fremdsprachen haben. Die EP ist 6 Titel lang und man bekommt sie für, wie sollte es auch anders sein, 0€. Die Qualität stimmt hier vorne und auch hinten. Also, schreit und blubbert mit. Das mit dem Schwitzen wird von ganz alleine kommen. 
Time For Energy - Time For Energy EP

Nachdem ihr nun euer Herz und eure Lungen aus euren Leibern geschrien habt oder es einfach bewusst nicht hören wolltet ;) , gibts nun was zur Entspannung. Mir fällt auf, vor allem beider Suche nach Musik, die kostenlos bzw. zu einem "Name-Your-Price"-Tarif angeboten wird, das man ziemlich oft auf Hip-Hop/Rap oder auch Ambient stößt. Soweit ist das zwar nichts Schlimmes, da es ja verschiedene Geschmäcker gibt und ich keinem Vorschreiben kann und auch nicht vorschreiben will, was derjenige zu hören hat. Ich habe so schon einige Mixtapes gefunden, die zum Teil wirklich gut sind. Eines davon ist von Terem. Er hat zw. 2007 und 2011 so einige Tracks aufgenommen und versteht sich als Beatproduzent. Das Album ... oder eher Mixtape, ist sehr entspannt am Jazz und hat sowas schön Oldschooliges, was ich ja auch mag. Über das Cover mag man Streiten können, aber da man das Album für Umme bekommt, sollte man da drüber hinwegsehen können. 
Terem - Here And Now