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Samstag, 29. August 2020

Boy & Bear - Boy & Bear at Golden Retriever Studio (Nettwerk Music Group)

Vielleicht kennt das jemand von euch. Ihr bekommt Musik vorgeschlagen und merkt im ersten Moment, dass der Titel alle Sinne anspricht und eine gewisse Tiefe und Raum hat... oder auch Bauch. Wer Bad People in der akustischen Version von Boy & Bear hört, wird verstehen, was gemeint ist. 

Die australische Band gibt es seit 2009 und sie hat seit dem vier Alben aufgenommen. Das neue Album wurde, wie es der Titel schon beschreibt, in den Golden Retriever Studio in Sydney aufgenommen. Dabei ist es eigentlich nichts anderes, als eine Sammlung eigener Titel und Cover, die man durch die Erfahrungen auf Tour in den USA, einfach als Akustikversion aufgenommen hat. Wie oben schon erwähnt, werden dabei aber alle Sinne angesprochen, die Musik klingt nach Mehr, man könnte es mit klassischer Musik vergleichen, wo jeder Frequenzbereich gut ausstaffiert ist und man nichts vermisst. Man ist überrascht, wie reichhaltig das alles auf einmal sein kann, wenn man sich nur Mühe gibt und seine Erfahrungen einfließen lässt. Man denkt automatisch an Künstler wie Todd Hannigan, Jack Johnson oder Kings of Convenience und wünscht sich automatisch diese Zeit zurück. Man könnte sich vorstellen, dass die Tracks auf einen Surf-Film passen oder zu einer Dokumentation, wo es um Reisen geht. Auf das Album haben es nur neun Titel geschafft, die insgesamt auf eine Spiellänge von nicht ganz 35 Minuten kommen. Durch die angesprochenen Qualitäten geht der nächste Durchlauf oder Durchläufe voll in Ordnung. Man kann sinnieren, in die Weite schweifen und sich in Gedanken verlieren, die etwas schwermütiger sind. 

Release: 04.09.2020
Label: Nettwerk Music Group

Anspieltipps: Old Town Blues, Limit Of Love, Wicked Game

6/6 Punkten (Das hier ist vollwertige Musikkost.)


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Boy & Bear - Boy And Bear At The 
Golden Retriever Studio 
(Quelle: Presskit von Nettwerk Music Group)

Samstag, 9. September 2017

3. Nachschlag: Random Willson & Brokof - Brother Equal (Add On Music)

Eigentlich sollte man Alben entweder direkt mit einem Titel beginnen, der einen positiv aufhorchen lässt oder man wird direkt mit einem Track namens "Intro" begrüßt. Beides keine schlechte Idee, ich persönlich habe es mir daher zur Gewohnheit gemacht, dass wenn mir ein Album angeboten wird, welches ich rezensieren darf, dass ich nicht den ersten Titel nehme, sondern einen aus der Mitte. Dies lässt einen dann eher erahnen, ob das Album, welches einem unterbreitet wird, ein Meisterwerk ist oder vielleicht doch eher nur zwei oder drei gute Singles enthält und die Songs dazwischen vielleicht doch eher nur Füllwerk sind. So ähnlich habe ich es auch beim Album Brother Equal von Random Willson & Brokof gemacht, einfach den zweiten Track angespielt und ich wurde nicht enttäuscht.

Denn der Opener Own Time, ohne der Band und dem Sänger zu nahe treten zu wollen, der ist nicht ganz so ideal gewählt. Der Gesang wirkt ein wenig neben der Band, hat jedoch, um nicht nur negatives zu nennen, eine angenehme Lagerfeuerstimmung. Slow Down wirkt da eher ausgereift und hat mich relativ versöhnlich mit diesem Langspieler gestimmt. Der Bandname, nebenbei erwähnt, ist nicht umsonst so holprig gewählt. Der aus New York stammende Sänger Random Willson hatte sich bereits 2016 mit der Band Brokof im Popschutz-Studio getroffen und man fand direkt zu Beginn zueinander.

Wer sich Brother Equal nun hingibt, erinnert sich entweder an Surf-Filme von Jack Johnson oder an den Film Sound City. Man verspürt eine angenehme Harmonie, man möchte an vergangene Zeiten denken und in alten Alben rumkramen, sich an schöne Momente erinnern. Dank der ausgezeichneten Produktion, fällt auch nichts hinten herunter, Willson und die Band kommunizieren auf Augenhöhen miteinander, treffen auf verschiedenen Pfaden aufeinander und sind sich akustisch immer wieder einig. Dabei ist man nicht nur auf der akustischen Klampfe oder dem Klavier zugange, wie ihr am Anfang dieser Rezension schon lesen und hören konntet. Das ganze findet auf fast 40 Minuten statt und breitet sich auf zehn Titeln aus. Wer auf Tom Petty oder Fleetwood Mac steht, kann hier getrost zugreifen.  Erschienen ist der Soundtrack für alte Surf-Filme oder verregnete Sonntagnachmittage am 01.09. auf GoldrauchRecords.

Anspieltipps: Slow Down, First To Know, East To West

5/6 Punkten (Grüne Mädchen vom grünen Planeten?)

Random Willson & Brokof -
Brother Equal
(Quelle: Presskit von Add On Music)



Mittwoch, 28. Juni 2017

2. Nachschlag: Igorrr - Savage Sinusoid (Metalblade)

Eigentlich wollte ich die Überschrift anders haben, aber leider kam das Album kurz vor Release, somit war ein genaueres Hinhören nicht möglich, leider. Und ja, wir haben mit Metal Blade Records einen neuen Mitstreiter im Bunde. Daran ist mal wieder Youtube schuld, genauer ein Musikvideo. Dazu im Review mehr. Ich hoffe natürlich, dass wir auch unter der Fahne des Totenkopfs weiterhin interessante Bands und Musik finden werden. Nun geht es weiter zum Review.

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Ist das Kunst oder kann das weg. Das fragte sich nicht nur ein bekanntes Gesicht aus dem TV, nein das wird sich sicher jeder einmal mindestens im Leben gefragt haben. Bei dem Video zu Igorrrs "ieuD" poppten viele Fragen auf, auf der anderen Seite kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Igorrr, ja das hat so viele R im Namen, ist ein Projekt des Franzosen Gautier Serre, in welchem alles, was Kunst und die Musik zu bieten haben ineinander verschmelzen. Dies mag im ersten Moment komisch klingen, führt beim ersten Durchhören des Langspielers aber durch eine verschrobene, hochinteressante Landschaft. So mischt man hier zum Beispiel auf Houmous eine Ziehharmonika mit Death-Metal-Drums, um dann kurz mit Drum'n'Bass zu tanzen. Und man findet das nicht mal komisch oder gar unpassend. Der Beginn des Album hätte genauso von einem Betrunkenen gesungen worden sein, dennoch, wieder nicht unpassend. Und diese Faszination, das Spielen mit den verschiedenen Stilrichtung, das Durchbrechen der Genregrenzen, das wirkt hier nicht erzwungen, nicht gewollt, es wirkt wie ein Naturschauspiel, ein großartiges noch dazu. Während andere Manager versuchen, dass nächste große Ding des Musikbusiness zu finden, macht Guatier einfach was er will und kommt damit erstaunlicherweise sehr gut voran. Andere mag es vielleicht abschrecken, dass man hier auch mit E-Gitarren, Operngesang und brachialem Gebrüll durch die akustisch, sich ständig ändernde Landschaft wandelt, tanzt und stampft, aber denen fehlt vielleicht das nötige, salopp formuliert, Weiterdenken. Das der Kopf vielleicht selbst die Musik, die einem rein zufällig über die Trommelfelle hüpft, ergänzt, oder gar erweitert. Und genau das schafft der Franzose, er ergänzt, mischt die Farben ganz neu und erschafft seine eigenen Genres um sie dann ein paar Sekunden später doch wieder umzuschmeißen. Und ehe es man sich versieht, ist man fast 40 Minuten durch Chaos und Spaß gestapft, hat immer wieder geschmunzelt und brennend darauf gewartet, welches Stilelement der Franzose hinter der nächsten Sekunde oder dem nächsten Takt versteckt hat. Das ist Kunst, um des Kunstes Willen, um es etwas hochtrabend zu formulieren. Igorrs Savage Sinusoid erschien am 16.06. auf Metal Blade Records und kann auf Bandcamp gestreamt werden.

Anspieltipps: Viande, Houmous, Spaghetti Forever

6/6 Punkten (Das ist abstrakte Kunst auf Instrumenten)

Igorrr - Savage Sinusiod
(Quelle: Bandcamp.com)

Freitag, 11. November 2016

Der 1. Starkult: Andrew Paley - Sirens

Ist das Jahr wirklich schon so weit vorangeschritten, dass man darüber sinnieren kann? Kann man denn jetzt schon, also Mitte November, ein Album auf den Markt bringen, um über die Tage des noch nicht ganz vergangenen Jahres 2016 nachzudenken? Wenn ihr der gleichen Meinung seid, wie Andrew Paley, den wir hier schon mal hatten, dann ist sein neues Album "Sirens" genau das Richtige.

Schon bereits zu den ersten Klängen will man an seinen Rechner oder sein Smartphone, um dort die Fotoordner zu durchstöbern. Man feiert einiges, lacht vielleicht auch über ein paar Schnappschüsse oder denkt sich: "Du Vollidiot." Natürlich überlegt man auch nach, was wäre wenn... ihr wisst schon. Zusammen mit dem Album könnt ihr den perfekten Flashback erleben, denn er sitzt mit seiner Gitarre, Klavier und anderen Instrumenten neben dir.  Dein Wohnzimmer oder wo auch immer du dir das alles anguckst und hörst, bekommt eine Menge Hall und Größe verliehen. Das Gefühl, den JD aus Scrubs machen zu müssen, das begleitet einen hier jede einzelne Sekunde des 42 Minuten langen Albums. Vollwertig ist es, auch wenn einen ein paar Bekannte aus der EP Songs For Dorian Gray vorbeikommen, wie der Father John oder die liebe Ellie. Man mag es ihm verzeihen, die Titel Ordnen sich hier ganz geschmeidig ein. Hier auch wieder eine Form des Flashbacks, auch wenn die Erinnerungen an den November 2014 etwas sehr arg verflossen sein könnten, also wieder an die Fotoordner. Auffällig ist, dass der Titelname "Sirens" ganz im Kontrast zum Klang des Langspielers steht. Sind Sirenen laut, so gibt es auf der Platte fast nur Akustikgitarren, Klaviere und Streicher, der Gesang ist sehr gefasst, nicht ausrastend, mit "Let Me Go" gibt es mit Synthies einen Ausflug in die 80er des letzten Jahrtausends. Trotzdem man hier mehrere Produktionsstandorte hatte und die Aufnahmen aus unterschiedlichen Zeiten zusammengetragen sind, ergibt sich ein homogenes Hörerlebnis, allein an den alten Bekannten aus der EP erkennt man, wo man sich im Album befindet.  Veröffentlicht wird "Sirens" am 18.11. auf Made My Day Records und Paper and Plastick Records.

Anspieltipps: Ellie Dreams Of Flight, Go To The Wolves, Take Cover

6/6 Punkten (Nicht so lange nach oben rechts gucken.)

Andrew Paley - Sirens
(Quelle: Presskit von Flix Records)

Samstag, 13. August 2016

K&F-Records Nr. 1: Black Oak - Equinox

Was haben Bands wie Simon & Garfunkel und Kings of Convenience gemeinsam? Es handelt sich immer um zwei Musiker, die akustisch unterwegs sind und sich damit einen Namen gemacht haben.

Die Band Black Oak aus den Niederlanden kann sich hier ebenso einreihen. Der Sound des des Duos Geert van der Velden und Thijs Kuijken (bitte fragt nicht, wie man das ausspricht) schmiegt sich mit Folk ebenso, wie der Bands, die vorher bereits aufgezählt wurden, in eure Ohren und erzeugt eine wohlige Atmosphäre, fern jedem Stress des Alltags. Zur Aufnahme von "Equinox" hat man sich noch ein paar andere Musiker ins Boot geholt, das erklärt dann auch, warum man so viele Lagen von Instrumenten in die Ohren gepackt bekommt. Und das alles relativ unaufdringlich, ohne Effekthascherei. Wer die Augen schließt, wird automatisch in den Melancholiemodus gelegt, man erinnert sich an wunderschöne Szenen aus der Vergangenheit oder dem, was das Hirn einem in Schönfärbung vor das innere Auge schiebt. Wer wachen Auges durch die Gegen schlendert, wird sich mit dieser Musik in einem Wunderland wähnen, aber bitte mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Auf Bandcamp kann man das gesamte Album, welches immerhin knapp 39min umfasst, verteilt auf elf Titel, komplett anhören und natürlich auch kaufen. Erschienen ist das gute Stück in Deutschland auf K&F-Records aus Dresden, welches auch mp3's verschenkt. Also lohnt sich der Blick auf die Labelseite allemal.

Anspieltipps: The Grain (Video), Melee, Thaw

5/6 Punkten (Hach, weißt du noch, damals?)

Black Oak - Equinox
(Quelle: Bandcamp.com)

Diese warme Dusche gibt es auch auf Tour im Spätsommer:

07.09. Dortmund, Neues Schwarz
08.09. Mainz, Schon Schön
09.09. Erfurt, Franz Mehlhose
10.09. Dresden, Blue Note
11.09. Jena, Café Wagner
13.09. Freiburg, Swamp
14.09. Bern (CH), Musigbistrot
15.09. Chur (CH), Werkstatt
16.09. Rorschach (CH), Treppenhaus
17.09. Wien (AT), Haus der Musik

Sonntag, 21. Juni 2015

Die 3. Fleet Union: Liza & Kay - Liza & Kay

Das mit der deutschsprachigen Musik ist immer so eine Sache. Entweder es wird irgendwie heimelig, wo man final im Fernsehgarten landet oder bei Hansi Hinterseher neben den Kastelruther Spatzen. Oder man geht in die andere Richtung – eher Richtungen – und macht das, was bei den Jugendsendern der Republik funktioniert. Einige Beispiele sind der gute Poisel Philipp oder auch Clueso, obwohl... egal. Bei dem Duo Liza & Kay weiß man nicht ganz genau wo es hingehen wird. Der Plan ist sicher, dass man bei der Jugend ankommt, jung wirkt und vielleicht auch meilenweit entfernt ist, von atemlosen Nächten anno 2014. Wer sich vielleicht noch an eine Frau erinnert, die eigentlichnur Spielen wollte und keinen Ernst hinter einer Nacht sah, der wird hier Parallelen hören. Zwar fehlt es etwas an anderen Vergleichsmöglichkeiten, aber dort in der Nähe von Anett Louisan könnte man die beiden Hamburger finden. Auch wenn man einen Track der Band spielt und danach ein Video von der blonden Dame laufen ließe, man würde nicht aufblicken und meinen, dass das anders klänge. Sicher, es gibt einen Mann, der hier auch mal ans Mikro darf, dennoch, das ist alles … man kann ihnen nicht böse sein. Die Texte sind hier und da etwas markig, stoßen auf, da man einen harten Kontext recht leiblich herüberbringt. Man könnte hier ein wenig Schizophrenie finden. Das aufgebaute Universum der beiden misst fast 40 Minuten, ausgestattet mit einer ausgezeichneten Produktionsqualität. Der Herr Kay singt zwar nicht immer ganz grade ins Mikro, das verleiht der Geschichte noch ein wenig mehr Charme. Wer eine harte Partynacht hinter sich hat oder einen verregneten Sonntag vor sich, kann sich mit diesem Album über den Sonntag retten, da man hier leicht beschwingt wird. Ein Boot, Sandburgen und Deine Kammer geben nicht nur akustisch die Richtung vor und können auf Youtube angehört und angesehen werden. Schlussendlich bildet sich daraus der Kontext, wer diese beiden Titel kennt, kennt fast das ganze Album. Man muss sich dann nur entscheiden, ob man diese Musik mag oder doch eher andere Stilrichtungen bevorzugt. Das Werk erschien bereits am 12.06..

Anspieltipps: Ein Boot, Sandburgen, Lass Los


4,5/6 Punkten (jetzt kann jeder Tag ein Sonntag sein)

Liza & Kay - Liza & Kay
(Quelle: lizaundkay.de)

Mittwoch, 11. März 2015

Die 1. Tür des Grand Hotel Van Cleef: Torpus & The Art Directors - The Dawn Chorus

In letzter Zeit ist viel los, sei es in meinem E-Mail-Postfach oder auf diesem Blog hier. Das liegt nicht nur daran, dass meine Adresse in einige Verteiler rutscht, wie auch immer das gehen mag, sondern auch daran, dass ich mich kümmere, Anfragen an Promotionfirmen stelle. Das Grand Hotel Van Cleef, oder viel mehr eine Mitarbeiterin, hat mich angeschrieben und mir eine Band vorgestellt, was ihr dann im Folgenden lesen könnt. Da das Grand Hotel van Cleef nun mal ein Gebäude mit Türen ist, öffnen wir diese und sehen und hören natürlich hinein. Nun denn, viel Spaß beim lesen und hören.

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Heute öffnet sich hier die Hotelzimmertür von Sönke Torpus und seinen Freunden. Wie der Vorname es vielleicht erahnen lässt, kommt diese Band aus dem hohen Norden, da wo es zum Nachmittag Tee gibt und so ein Klönschnak sich auf ein paar Worte auf Platt beschränkt, die die Touristen eh nicht verstehen. 

Nordfriesland ist die Heimat und die Geschichten der Band drehen sich um den Tot einer Großmutter, die doch alles hatte, was sie brauchte; von der Sehnsucht nach etwas neuem und natürlich darf das große englische Wort mit den vier Buchstaben nicht fehlen. Als Produzent hat man sich jemanden aus dem großen B geholt, Simon Frontzek, der alles mitnehmen sollte, was er an Technik so schleppen kann. Und das finale Ergebnis ist eine Sammlung aus dreizehn Titeln, die einen auf knapp 50 Minuten über die weiten Wiesen und Felder der nordfriesischen Landschaft tragen... bis an die aufgewühlte See, mit einer zerzausten Frisur und der Nase im Wind. Hatte man auf dem Vorgänger noch dreißig Instrumente in den Händen gehabt, ging es auf The Dawn Chorus dann doch etwas bescheidener zu. So wollte man das ganze Konzept etwas knackiger halten. Trotzdem hört sich das nach mehr an, nach gemütlichen, verregneten Abenden, wo sich Freunde mit ihren Instrumenten treffen und ohne viel Aufwand einfach eine Atmosphäre des Nachdenkens schaffen, aber auch des Schmunzelns und des „Aus-dem-Fenster-guckens“. Ein E-Gitarre, ein akustische Gitarre, ein Schlagzeug, ein Bass und diverse andere musikalische Werkzeuge lassen den Folk immer noch frisch wirken, man könnte fast ahnen, dass man sich auf eine Tour mit Mumford & Sons vorbereite oder mit William Fitzsimmons. Mit dem Video zu „Two Hearts“ kann sich jeder ein kleines Bild von dem künstlerischen Umfang machen oder man gibt sich den Albumtrailer. 


Torpus & The Art Directors - Two Hearts (Musikvideo)
(Quelle: Youtube.com)

Alles in allem kann man sagen, dass die Platte sich gut anhört, man merkt wo der Anfang und das Ende ist und die Produktionsqualität ist auch aller erste Sahne. Veröffentlicht wird das ganze als Download, als LP mit Downloadcode und auf CD wird es dieses Album auch geben, aber erst ab dem 13.03.2015. Auch wenn es das nun schon es Öfteren passiert ist, vergebe ich … 

 6/6 Punkte (wegen der ganzen „Hach“-Momente)

Torpus &  The Art Directors - The Dawn Chorus
(Quelle:ghvc-shop.de)

Konzerttermine:
07.04.15 - Blauer Engel - Lübeck
08.04.15 - Mau Club - Rostock
09.04.15 - Café Wagner - Jena
10.04.15 - Beatpol - Dresden
11.04.15 - Privatclub - Berlin
13.04.15 - Musikbunker - Aachen
14.04.15 - Blue Shell - Köln

15.04.15 - Kleine Freiheit - Osnabrück
16.04.15 - Zeche Carl - Essen
17.04.15 - Club Schili - Ulm
18.04.15 - Milla - München
19.04.15 - Waldsee - Freiburg
20.04.15 - Club Stereo - Nürnberg
22.04.15 - Lux - Hannover
23.04.15 - Gruenspan - Hamburg
24.04.15 - Speicher - Husum
25.04.15 - Tower - Bremen

Sonntag, 14. Dezember 2014

Ver-Flixt Nr. 14: Communicaution - Unfixed

Das Sänger auch abseits Ihrer Bands recht kreativ sind, weiß man ja nicht erst seit Slipknot oder den Deftones. So ergeht es auch dem Sänger der Band Versus You, die hatten dieses Jahr mit Moving On (hier auf die Rezension klicken) einen riesigen Erfolg in Ihrer Heimat gefeiert, worauf dann natürlich auch viele Auftritte folgten. Bereits vor den Zehn Jahren mit Versus You war Eric Rosenfeld in Bands und hat einige Projekte mitgestaltet. Nebenbei hat er aber auch immer wieder Titel geschrieben, andere gecovert und dies alles auf seinen Bandcamp-Account geladen. 

Nun hat er sich die Zeit genommen und einige Titel auf einen Silberling gebracht. Was einem nun da in die Ohren läuft ist nicht einfach nur irgend ein einzelner Musiker mit seiner Gitarre, der dann einfach in sein Mikrofon trällert, während ein Tonbandgerät mitläuft. Vielmehr bekommt der Zuhörer den Eindruck, dass wirklich komplett grundlegende Ideen und Soundstrukturen gefunden wurden und so eine sehr große Bandbreite geschaffen dargeboten wird. Klingen Unhappy For You oder  Come Clean noch nach reinen Heimstudioaufnahmen, gibt es mit Stücken wie Someone By My Side sogar Ausflüge in die Zeit von Tollen auf dem Kopf, Autos mit großen Flossen und Diner, in denen man von Frauen auf Rollschuhen bedient wurde. Letzteres ist dann mit einem kompletten Bandgewandt ausgestattet. Somit hat man hier eher so was wie ein Tagebuch vor den oder eher in den Ohren. Je nach Idee und Stimmung hat man hier einfach das aufgenommen, worauf man gerade Lust hatte, zumindest vermittelt dies Unfixed. Natürlich kann es da auch mal etwas ernster zur Sache gehen, wer She Takes Those Pills hört, wird dies sicher mitbekommen. Der halbstündige Ritt durch die Musikprärie ist gelungen, auch wenn die Platte ein paar Anläufe braucht, aber dadurch erfährt sie um so mehr Charme. Das Tagebuch... pardon, die CD gibt es seit dem 12.12.2014 und läuft auf Flix-Records.

5/6 Punkten


Communicaution - Unfixed
(Quelle: communicaution.bandcamp.com)




Donnerstag, 21. August 2014

Gunner Records die 3te: Zeki Min - Majestic


Zeki Min, das ist ein Musiker der aus Bremen kommt und nun in Berlin wohnt. Von sich selbst sagt er, dass er ein Late-Bloomer sei, da er erst im Alter von 20 Jahren mit dem Musizieren begonnen hat. Von sich sagt er auch, dass er bei Namensfindungen für Soloprojekte nie so ein gutes Händchen hatte, somit blieb er bei seinem echten Namen. Das haben andere große Musiker auch nicht anders gemacht. Zentral geht es um seinen Gesang und um seine Gitarre (die Kombination Querflöte und Gesang gleichzeitig wäre wohl auch blöd gewesen), daneben gesellen sich aber gerne ein Schlagzeug, Klaviere und in „Everything's Gonna Be OK“ gibt es sogar eine Frauenstimme, die mitsingt. Sonst findet man alles, was auf eine Singer-Songwriter-Platte gehört: Gefühle wie Selbstzweifel, Verlorensein, das Aufstehen nach einem Fall und die Frage nach dem Warum. Dennoch ist seine Stimme recht kraftvoll, die Instrumentalisierung und die Produktionsqualität ist ausgezeichnet und weist keinerlei Macken oder dergleichen auf. Elf Titel sind heutzutage eigentlich ein normaler Schnitt, Studiozeit ist ja heutzutage ein schwerer, finanzieller Faktor. Für ein Debüt ist "Majestic" gelungen und man kann sich den jungen Barden gut alleine auf einer Bühne vorstellen und niemand im Publikum wäre gelangweilt. Erschienen ist das ganze am 25.07.14, der Vertrieb läuft über Broken Silence Independent Distribution. Wer sich selbst ein Bild von der Schaffenskraft des Bremer Musikers machen möchte, kann sich auf Bandcamp das gesamte Album anhören und sich dann eine eigene Meinung dazu häkeln.



4,5/6 Punkten.

Zeki Min - Majestic

Mittwoch, 23. Juli 2014

Bandcamptage Vol. 130

Die Zeit vergeht, als wenn sie durch die Finger rieselt, wie Sand. So oder so ähnlich ist hier gerad das Stimmungsbild. Somit geht der Musikgeschmack auch gerade in diese Richtung.

Die Band Twin Voices aus Montréal, Québec untermalt eigentlich das alles, was hier gerade so abgeht. Die Musik der beiden ist folkig, klingt ein wenig nach Blues und Americana. Stets ist die Gitarre zur Hand und die zweite Stimme steigt hier und da ein, deswegen wohl auch "Zwillingsstimmen". Und das der Osten Kanadas nun mal zweisprachig ist, gibt es hier auf dem letzten Titel der EP, ein paar französische Wörter ins Ohr gehaucht. Der Preis ist frei nach Belieben wählbar und so nahe am Monatsende, da sind einige gewiss nicht mehr so liquide. 



Twin Voices - Twin Voices EP
Und nun schreit der Kalender ganz laut, dass ich älter werde. Mit meinem heutigen Wissen, einfach mal zehn Jahre jünger sein. Oder wie man auf Twitter zu schreiben pflegt: #ausgründen

Dienstag, 22. Oktober 2013

Bandcamptage Vol. 93

Erinnert ihr euch noch an die Tall Ships, die Platte Everything Touching und das Interview mit den Jungs ?

Gestern hat die Band auf diesem ominösen Netzwerk vom Zuckerberg eine kleine EP geteilt, zwar nicht von sich selbst aber das ist weniger wild. Es geht um die Band L O M aus Brighton. Das Trio spielt eine Mischung aus Akustik-Pop mit Jazzeinschlägen, wenn man es mal so nennen möchte. Auf vier Titeln reicht die Skala von den Hellsongs bis hin zu Katie Melua. Man kann dazu entspannt einen Kaffee trinken, sich durch ein Buch lesen oder ein Bad nehmen und das zu einem Preis, der euch gerade passt. Mein Anspieltipp: Salt, wie der Name der EP. 

L O M - Salt
Mit besten Dank an die Tall Ships.

Samstag, 6. Oktober 2012

Youtubisch Vol. 10

Es ist gerade Herbst und mein Stimmungsbild scheint sich dem leider etwas anzugleichen. Das kann mehrere Ursachen haben, aber alle will und kann ich hier nicht erklären.


Ich stolpere also so durch meinen Musikordner und finde Newton Faulkner. Nicht das ich nicht gewusst hätte, wo der liegt, aber hab den schon seit einiger Zeit wieder im Ohr. Dabei hat mich meine damalige Freundin darauf gebracht. Und irgendwie kam ich von dem nicht mehr weg. Sie zeigte mir das Cover von Massive Attacks Teardrop, was ich dann in Dauerschleife gespielt hatte. Ich kam von diesem Titel nicht mehr weg. Das Album drumherum ist auch ganz große Klasse, welches zwischen tieftrauriger und teils doch sehr fröhlicher Musik hin und herschwankt. Wie das Leben, so die Musik. Und achtet mal auf seine Haare. 


Mittwoch, 12. September 2012

Bandcamptage Vol. 47

Ihr wisst sicher, dass ich auch eine Schwäche für gute akustische Musik habe. Mit Hella Better Dancer hab ich hier ja auch was ruhiges drinnen.

Die Band Broken Fences
stammt aus Pitsburgh. Die Band besteht hauptsächlich aus zwei Mitgliedern, Morgan Erina und Guy Russo. Sie spielen alles in allem recht angenehme Indie-Folk-Musik zwischen Simon and Garfunkel und den Hellsongs, dank der Frauenstimme. Die Songs der Band haben es zum Teil sogar in's TV geschafft, was natürlich sehr gut ist um den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Für ihre Arbeit im Studio haben die beiden tatkräftige Unterstützung mehrerer Musiker bekommen, die streichen, posaunen und trompeten, wenn es dazu passt. Somit klingt das alles recht gut und man kann ein wenig dem Alltag entschwinden. Es soll sogar Geld von Kickstarter geflossen sein, das könnte auch die Preispolitik erklären. Denn das gute, selbstbetitelte Album mit 12 Titeln gibt es für einen frei wählbaren Preis ohne Minimum. 

Broken Fences - Broken Fences
 Und, falls ihr noch nicht genug von der Band haben solltet, gibt es einen Youtube-Channel, der wohl jeden Montag aktualisiert wird, mit neuen Melodien und Geschichten.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Bandcamptage Vol. 25

Vor ein paar Tagen hatte ich hier mal Lipstick Homicide aus Iowa gehabt, also im Blog. Ein Mitglied der Blendours, Trevor Treiber, hatte bei denen auf dem Album Isnt It Glorious ein kleines Gastspiel, mit Gitarre und Gesang. Das habe ich aber erst herausgefunden, als ich auf die Facebookpage der Band ging. Aber fangen wir von vorne an.

Die Blendours muss man sich vorstellen wie Blink182 nur ohne Strom auf den Gitarren oder wie Buddy Holly mit auf doppelter Geschwindigkeit. Also ists das irgendwie Pop-Punk mit zwei Stimmen auf akustischen Gitarren.

 Der Humor der beiden ist richtig gut, mit Anspielungen auf große Filme wie Broke Back Mountain als Albumnamen. Und hier und da, wie in Mario Karts and Broken Hearts oder in Miley and Me, merkt dass man es wohl mit Nerds zu tun haben könnte. Das schadet der Musik aber keineswegs. Die ersten 3 Alben Country Grandpa (dieser Wortwitz wieder), Disability Blues und Broke-Zach Mountain sind jeweils kostenlos ladbar und sind durchgängig mit diesem Humor durchsetzt. Ich finde die Musik gut und aufheiternd. Wer danach nicht lachen kann oder zumindest schmunzelt, dem kann ich hier dann auch nicht mehr weiter helfen. 
The Blendours - Country Grandpa
The Blendours - Disability Blues
The Blendours - Broke Zach Mountain

Und woher nun die Namensänderung kommt, kann ich euch leider nicht erklären. Aber die Musik ist gut. 

Edit 11.06.2012:
Nachdem ich den Jungs von The Blendours meinen Post gezeigt hatte, sind die vor Freunde gar nicht mehr zur Ruhe gekommen. Sie waren begeistert davon, wie genau ich den gespielten Stil getroffen hätte und geben Christian und mir sogar die Erlaubnis, die Titel für unsere Sprechpausen ins Internet streamen zu dürfen.

Derweil gibt es wieder neuen Output. Die EP hört auf den Namen Go To The White House und ist ganz und gar The Blendours und für "Name Your Price" ohne Minimum. Somit ist hier alles studenten-freundlich und man kann so viel geben, wie man möchte. In diesem Sinne, haben wir wieder was gelernt für heute, auf wiederlesen.
The Blendours - Go To The White Houes EP