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Mittwoch, 7. August 2019

Batushka - Hospodi (Check Your Head)

Wenn man an Black Metal denkt, denkt man auch an die brennenden Kirchen in Norwegen, die von den Anhängern der Szene in den 90ern angesteckt wurden. Nun kam 2015 der Pole Krzysztof Drabikowski auf die bahnbrechende Idee, mitunter angeregt durch eine Kommentare unter Youtube-Videos, die Texte und die Gesänge der orthodoxen Kirche einfließen zu lassen. Er Gründete die Band Batushka und das Album Litourgiya lief sich damals bei mir daheim bereits die Füße wund (Anspieltipps: Yekteniya 3,Yekteniya 5)

Am 12.07. erschien bereits der Nachfolger Hospodi auf Metal Blade Records bzw. Sony Music. Auf dem Album Hospodi geht es um die Totenmessen der Orthodoxen, die Lieder, Brauche und das Gedenken an einen Verstorbenen. Der Name an sich ist aus dem altslawische Bezeichnung für Gott. Man wird zu Beginn des Langspielers von Glocken begrüßt, ein Geistlicher spricht ein Gebet und choraler Gesang ist im Hintergrund wahrzunehmen. Jedes einzelne Wort in einer Sprache, die man nur versteht, wenn man sich ausgiebig mit der orthodoxen Kirche beschäftigt hat.

Erst nach dem Opener bekommt man innerhalb der ersten 20 Sekunden eine Vorahnung, wo man gelandet sein könnte. Die Messe wird finster und brutal. Aber keine Angst, man bekommt auch Atempausen, wie bei Polunosznica, aber nur innerhalb der ersten Minute, danach wird wieder zur E-Gitarre gegriffen und ehe man sich wieder zurechtgefunden hat, gibt es einen Rundumschlag Black-Metal vom feinsten. Die Produktion ist hier besser als beim Vorgänger, auch wenn dieser mit einigen, tiefer gestimmten Gitarren aufwarten kann. Auf Hospodi ist die Atmosphäre dichter, es gibt eine Geschichte, man folgt der Band und den umstehenden Personen, die auf der Platte zu hören sind, durch verschiedene Räumlichkeiten des Gotteshauses und kann den Muff der alten Gemäuer quasi riechen.

Wer mit Black-Metal nichts anfangen kann, der wird sich vielleicht schwer mit diesem Album tun. Andere, die schon härtere Musik gewöhnt sind und sich vielleicht nicht ganz an Black-Metal heranwagen, dem kann ich dieses Album wärmstens ans Herz legen. Denn zwischen all der Härte, findet sich an einigen Stellen ein ruhiger Moment, was das ganze Album rund macht.

Anspieltipps: Utrenia, Wieczernia, Tretij Czas

6/6 Punkten (Ob Gott zu dieser Musik seine Mecke schwingt?)

Batushka - Hospodi
(Quelle: Presskit von Check Your Head)

Montag, 20. Juni 2016

Die 14. Fleet Union: Grizzly - Kidlife Crisis

Bei den ersten Klängen von Kidlife Crisis musste ich unweigerlich an eine andere, große Band denken, die hinter dem Atlantischen Ozean ihr Unwesen treibt. Gemeint ist A Day To Remember. Aber dazu später vielleicht etwas mehr (?).

Die sechs jungen Bären aus Karlsruhe haben sich Heavy-Pop-Punk auf die Fahnen geschrieben und sind seit 2014 am werkeln und können nun ihren ersten Longplayer veröffentlichen. Der Name des Albums kommt nicht von ungefähr, alle Musikanten befinden sich im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Hier stellt sich einiges um. Einige werden richtig erwachsen, mit Heiraten, Haus und dem, was die Gesellschaft von einem erwartet. Andere werden wiederum nicht erwachsen, man trifft sie auf Konzerten, Partys und der Hausbauer aus dem Satz davor wünscht sich diese Freiheiten. Mit sechs Menschen an den Instrumenten kann man nun eine Menge anfangen. Die Produktion und das Drum und Dran kann sich hören lassen, man klingt wie Bands aus Übersee, die es schon seit Jahren gibt. Digital ist natürlich so einiges möglich, sodass man selbst in einem recht frühen Bandstadium viel erreichen kann. Die Band schwimmt hier aber auch auf einem Trend mit, der sich seit ein paar Jahren abzeichnet, den Verschnitt aus derbsten Anleihen des Metal und Metalcores und ein paar Elementen des Rocks und des Pops. Punk? Nun, davon vermag man hier wenig zu finden. Der Metaller selbst wird vielleicht ein wenig die Nase rümpfen, trotzdem es, wie in "This Is Life", mal kurz etwas, salopp formuliert, Geballer gibt. Davon hätte es aber auch gerne mehr geben können, aber das kann auch einfach nur Geschmackssache sein. Die breite Masse könnte sich, dank Alben wie That's The Spirit von BMTH, an den Sound gewöhnt haben und sich auch für Grizzly's Album entscheiden. Vielleicht entwickelt sich die Sechserbande dann in eine andere, härtere Richtung und der nächste Langspieler setzt direkt mit der Brechstange an. Beachtlich ist die Anzahl der Titel und die Länge des Albums: vierzehn Titel und fast 47min Spielzeit. Man könnte meinen, ein Rundumsorglospaket. Veröffentlicht wurde die kindliche Krise am 27.05. auf Department Musik, den Vertrieb regelt hierbei Sony.

Anspieltipps: This Is Life, Forever, No Better Place

Hörbeispiel: Close At Heart

4,5/6 Punkten (Jaja, so sind sie, die jungen Bären.)

Grizzly - Kidlife Crisis
(Quelle: Promomail von Fleet Union)

Dienstag, 18. August 2015

5th Carrycoal: Bullet For My Valentine - Venom

Wenn man das fünfte Album veröffentlicht, hat man in der Regel, so will es das Musikgeschäft, seit zehn Jahren Alben auf dem Markt. Wenn dann der Albumtitel dann auch noch mit einem V beginnt, was ja nun mal ne fünf im Römischen Zahlenbereich ist, dann kann das doch nur mit den Illuminaten zu tun haben, aber ob sich jetzt Galileo Mystery darum kümmern wird, sei mal dahingestellt. Unter den Kreativen gab es schon immer Wortspielereien. Venom heißt also das fünfte Werk der Band aus Enlgand, Bullet For My Valentine.

Wie immer in der Musik, geht es um Gefühle, der Sänger Matthew Tuck musste sich wohl, laut eigener Aussage, erst in einen dunklen Gefühlsmodus bringen, um diese Texte verfassen zu können. Gut, sowas machen Schauspieler, siehe Heath Ledger in seiner legendären Rolle des Jokers, auch, textlich wirkt das aber dann vielleicht doch ein wenig, als hinge man an etwas altem, verblasstem. Andere Bands, wie mit dem K vorne dran, erkranken leider auch an diesem Syndrom, welches manch aktuellen Titel doch vielleicht etwas obsolet macht. Da aber Venom, wie auch The Poison übersetzt Gift heißt, ist dieser Vergleich nicht so weit hergeholt, man schließt quasi den Kreis. Auf dem Album ist eigentlich alles vertreten, was das Metaller-Herz begehrt, es gibt klassische Gitarrensoli (warum waren die jetzt wieder en vogue?) bis hin zum Metalcoregehämmer eigentlich alles, die gesamte Bandbreite. So kann man natürlich viele Lager vereinen, eine Brücke zwischen den Generationen spannen. Dies spiegelt sich natürlich in den verschiedenen Stimmlagen wieder, die hier angeschlagen werden: im Opener No Way Out ("V" als Into gilt nicht) geht es am Anschlag sofort los, bevor man dann in den Gesang übergeht. Venom selbst klingt so, als hätte man sich die Besetzung von 30 Seconds To Mars ausgeliehen, fast vorn bis hinten. Nicht, dass man das schlecht finden könnte, jedoch könnte man diesen Titel auch getrost auf ein 30StM-Album pressen, keiner würde es merken. Das Album drückt gut, die Produktion sucht Seinesgleichen, die Albumlänge ist im Rahmen, was die Musikindustrie halt hergibt. Man kann sich seine Favoriten rausnehmen und möchte eigentlich nicht skippen, bzw. gibt es eigentlich keinen Grund dafür, weil jeder Titel für sich, gut ist und das Album vervollständigt, ohne überflüssig zu wirken oder gar als Füller abgestempelt werden. Was man den Walisern zu Gute halten muss: sie haben Ihren Stil beibehalten und sind dennoch am Zahn der Zeit. Andere Bands schaffen das schwer bis gar nicht, entwickeln neue Sounds oder sich selbst neu und verschrecken damit die treuen Fans, das beste Beispiel kommt hierzu auch aus England. Veröffentlicht wurde das Album am 14.08. auf Sony Music und wird in einer normalen, sowie auch Bonus-Edition angeboten.

Anspieltipps: Army Of Noise, Venom, The Harder The Heart, Skin (ist da ein alter Metalschinken versteckt?)

5,5/6 Punkten (Das knüppelt ganz schön los)

Bullet For My Valentine - Venom
(Quelle: Presskit von Carrycoal)

Montag, 29. Dezember 2014

6. Rosine der Resultpromotion: Black Moon Secret - Another World

Nicht das hier jemand grantig wird, Result Promotion hat mir einen Packen CDs geschickt, über den ich mich natürlich sehr gerfreut habe, vor allem, weil da ein Album dabei ist, welches ich als eines der Alben des Jahres 15 nach 2000 bezeichnen möchte. Auch wenn es mir gerade etwas in Seele etwas weh tut, das sich die Band der folgenden Rezension wirklich angestrengt hat, schlussendlich jedoch konnte es Konzept nicht zünden. Auch wenn hier ein Sony den Vertrieb regelt, etwas schön zu schreiben, das wäre nicht ich, das wäre nicht nebendemstrom, auch auf die Gefahr hin, dass mir Sony oder Hall Of Sermon, so will das Label genannt werden, nie wieder etwas zuschicken wird. Nun aber zum Review.

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Das schwarze Geheimnis des Mondes hat seine Heimat in Hamburg und versucht mit Gothic-Rock und ein paar Musikern aus der Szene eine große, epische Platte zu erschaffen. Am Anfang geht Another World auch gut voran, man freut sich direkt auf den nächsten Track, in der Hoffnung, dass so weiter gebrettert wird, HIM schafften einst auch solche Glanzstücke. Aber dann fängt es direkt ab Hurt an, plätschert bis Falling, um dann nur noch zu plätschern und die Titellänge liegt im Schnitt irgendwo – lasst es euch auf der Zunge zergehen – bei fünf Minuten. Es gibt Bands und Künstler, die schaffen es auch, die Zuhörer über diese Zeit zu tragen, zu treten oder an zu treiben, aber BMS schaffen das nicht ganz. Klar, die Produktionsqualität lässt keine Wünsche offen, wirkt ausgewogen und Black Stone ist ein Brett, was es auf der „anderen Welt“ kein zweites Mal gibt... leider. Man wartet förmlich immer wieder das Ende eines Titels ab und spürt irgendwie, dass man mit einem Gitarrensolo nur einen Füller dran setzt. Singen kann Olaf Senkbeil, keine Frage, die anderen beherrschen all ihre Instrumente, aber mal eben die Geschwindigkeit etwas erhöhen und ein wenig mehr, nennen wir es Gewalt, in die Stücke bringen und vielleicht ein paar tiefer gestimmte Gitarren, hätten die nötigen exotischen Gewürze sein können, um nicht einfach zwischen den mit Salz und Pfeffer gewürzten Alben anderer Künstler zu liegen. Klar haben sich alle Nasen einen Kopf gemacht, wie man etwas arrangieren kann, sicher steckt hier viel Schweiß, Blut und ein Sack voll Arbeit drinnen, das ganze läuft ja auch unter der Flagge von Hall Of Sermon (Destr. über Sony Music), da werden sich die Manager schon was dabei gedacht haben. Wie bereits weiter oben erwähnt, fällt „Falling“ positiv auf, das erinnert an Negative, musikalisch ist dieser Track wieder auf der Höhe und schafft dann doch einen Lichtblick, in der Soße.

Was bekommt man also für sein Geld: 52min voller Musik für die Szene, die schwarze, in sehr guter Produktionsqualität, also was vollwertiges. In der B-Note, was ja eigentlich das Wichtige an der ganzen Geschichte ist, kommen die Jungs aus der Hansestadt nicht über eine 4- hinweg, wegen der eben etwas langen Titel (drei Minuten hätten meist voll gereicht), die leider kaum kraft zum Tragen haben und eher schlurfen, denn tanzen. Die Lichtblicke sind Black Stone und Falling


2,5/6 Punkten

Black Moon Secret - Another World
(Quelle: Promopakage von Result-Promotion)