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Sonntag, 17. Februar 2019

Bandcamptage Vol. 161

Laut, schnell und hart. Das passt nun zu vielem, da mag jeder von euch Lesern und Hörern hineininterpretieren, was er mag.

Die Band Erosion aus Vancouver vertritt mir ihrer Musik genau das. Man ist schnell wie Punk, die Gitarren laut wie im Death Metal und der Gesang klingt wie aus dem Black Metal. So derb wie sich diese Mischung liest, so hört sie sich auch an. Auch wenn die Band von sich selbst behauptet, dass sie "Shitty-Music" macht, so lohnt es sich durchaus, mal ein Ohr oder auch beide an die Lautsprecher zu halten. Wer des zarteren Gemüts ist, wird hier heute nicht ganz glücklich, alle anderen dürfen sich die EP Kill Us All für einen frei wählbaren Preis laden.

Anspieltipps: The Forest Is Not What It Seems, Civilization Eclipse

Erosion - Kill Us All
(Quelle: Bandcamp.com)
Mitte Februar schon mehr als 10°C, das ist gar nicht gut.

Mittwoch, 28. Juni 2017

2. Nachschlag: Igorrr - Savage Sinusoid (Metalblade)

Eigentlich wollte ich die Überschrift anders haben, aber leider kam das Album kurz vor Release, somit war ein genaueres Hinhören nicht möglich, leider. Und ja, wir haben mit Metal Blade Records einen neuen Mitstreiter im Bunde. Daran ist mal wieder Youtube schuld, genauer ein Musikvideo. Dazu im Review mehr. Ich hoffe natürlich, dass wir auch unter der Fahne des Totenkopfs weiterhin interessante Bands und Musik finden werden. Nun geht es weiter zum Review.

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Ist das Kunst oder kann das weg. Das fragte sich nicht nur ein bekanntes Gesicht aus dem TV, nein das wird sich sicher jeder einmal mindestens im Leben gefragt haben. Bei dem Video zu Igorrrs "ieuD" poppten viele Fragen auf, auf der anderen Seite kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Igorrr, ja das hat so viele R im Namen, ist ein Projekt des Franzosen Gautier Serre, in welchem alles, was Kunst und die Musik zu bieten haben ineinander verschmelzen. Dies mag im ersten Moment komisch klingen, führt beim ersten Durchhören des Langspielers aber durch eine verschrobene, hochinteressante Landschaft. So mischt man hier zum Beispiel auf Houmous eine Ziehharmonika mit Death-Metal-Drums, um dann kurz mit Drum'n'Bass zu tanzen. Und man findet das nicht mal komisch oder gar unpassend. Der Beginn des Album hätte genauso von einem Betrunkenen gesungen worden sein, dennoch, wieder nicht unpassend. Und diese Faszination, das Spielen mit den verschiedenen Stilrichtung, das Durchbrechen der Genregrenzen, das wirkt hier nicht erzwungen, nicht gewollt, es wirkt wie ein Naturschauspiel, ein großartiges noch dazu. Während andere Manager versuchen, dass nächste große Ding des Musikbusiness zu finden, macht Guatier einfach was er will und kommt damit erstaunlicherweise sehr gut voran. Andere mag es vielleicht abschrecken, dass man hier auch mit E-Gitarren, Operngesang und brachialem Gebrüll durch die akustisch, sich ständig ändernde Landschaft wandelt, tanzt und stampft, aber denen fehlt vielleicht das nötige, salopp formuliert, Weiterdenken. Das der Kopf vielleicht selbst die Musik, die einem rein zufällig über die Trommelfelle hüpft, ergänzt, oder gar erweitert. Und genau das schafft der Franzose, er ergänzt, mischt die Farben ganz neu und erschafft seine eigenen Genres um sie dann ein paar Sekunden später doch wieder umzuschmeißen. Und ehe es man sich versieht, ist man fast 40 Minuten durch Chaos und Spaß gestapft, hat immer wieder geschmunzelt und brennend darauf gewartet, welches Stilelement der Franzose hinter der nächsten Sekunde oder dem nächsten Takt versteckt hat. Das ist Kunst, um des Kunstes Willen, um es etwas hochtrabend zu formulieren. Igorrs Savage Sinusoid erschien am 16.06. auf Metal Blade Records und kann auf Bandcamp gestreamt werden.

Anspieltipps: Viande, Houmous, Spaghetti Forever

6/6 Punkten (Das ist abstrakte Kunst auf Instrumenten)

Igorrr - Savage Sinusiod
(Quelle: Bandcamp.com)

Sonntag, 19. Februar 2017

Das 5. Napalm: Ex Deo - The Immortal Wars

Was würde passieren, wenn die Geschichtslehrerin oder der Geschichtslehrer sich auf einmal mit einer E-Gitarre vor seine Klasse stellen und das Unterrichtsmaterial im gutturalen Gesang wiedergeben würde? Einige Schüler würden den Lehrer vielleicht verurteilen, die Fraktion, die eh immer in Schwarz zur Schule kommt, würde sich eher freuen. Wie dem auch sei, der Geschichtsunterricht wäre um einiges interessanter. Jeder der das hier liest, wird nun eher nicken und kurz an seinen Geschichtslehrer und seinen Unterricht zurückdenken.

Ex Deo aus Kanada würden so sicher die besten Geschichtslehrer sein, die man je gesehen hat, wenn es denn zumindest um die Punischen Kriege ginge. So nebenbei könnten sie sicher auch den Musikunterricht abdecken. Das Sextett (nicht lachen, das schreibt man wirklich mit Sex) ist aus den Resten von Kataklysm entstanden und spielt seit jeher Death-Metal beziehungsweise Pagan Metal, nur das es hier eben nicht, wie bereits weiter oben erwähnt, um keltische Sagen und Götter geht. Dabei legt man hier ein ordentliches Tempo an den Tag, ist ja auch Death-Metal, aber nicht in purer Form. Wer sich das Album gibt, wird orchestral begrüßt. Richtig gelesen, Instrumente aus der Klassik halten hier Einzug und vermitteln ein ganz eigenes Flair. Als hätte man den Soundtrack von Der Herr Ringe oder von einem Computerspiel mit antikem Hintergrund genommen und diesem mit elektrischen Gitarren und gutturalem Gesang noch mehr Energie verliehen. So kann man es sich in etwa vorstellen, was die Trommelfelle da (vielleicht etwas zu laut) massiert, denn diese Mischung passt zusammen wie Arsch auf Eimer. Textlich werden hier die Punischen Kriege auseinander genommen und wiedergegeben, wodurch der Lerneffekt entsteht und solche epischen Titel wie The Rise Of Hannibal, was hier die Geschichte einführt, oder The Roman (Vorsicht: hier gibt es entblößte sekundäre Geschlechtsmerkmale zu sehen), wobei dieser Titel das Album abschließt.

Produktionstechnisch ist man hier ganz vorne, die klassische Musik wird bestens zwischen den Lärm der E-Gitarren und den bollernden Bass gelegt, wobei die Klassik im Skit "Suavetaurilia (Intermezzo)" auch mal eben alleine da steht. Leider dauert dieser harte Ritt nur etwas mehr als 38 Minuten, weiß aber durch seine Energie bestens zu tragen, mit jedem Durchlauf wird das Album besser. The Immortal Wars wird am 24.02. auf Napalm Records erscheinen.

Anspieltipps (das ist hier nicht leicht): Crossing The Alps, Cato Major: Cathargo delena est!, The Spoil Of War

6 von 6 epischen Punkten (Und alle Schüler headbangen im Geschichtsunterricht)

Ex Deo - The Immortal Wars
(Quelle: Presskit von Napalm Records)

Samstag, 2. Juli 2016

Das 1. Napalm: Dawn Of Disease - Worship The Grave

Da es hier im Blog ab und an recht rund geht und hier allerlei Musikrichtungen abgedeckt werden, ist Napalm Records aus Österreich ein Schlag in Richtung der derberen Musik. Mit einem Ableger in Berlin und in den USA ist man auf vielen Partys vertreten. 1992 gegründet, kann man aktuell ein recht großes Portfolio aufweisen und deckt nicht nur den Doom oder Death Metal ab. Ihr Nasen werdet euch vielleicht fragen, wie ich jetzt hier in den den Genuss von Rezensionsexemplaren gekommen bin. Über Nu-Nations Video zu Make Them Bleed. Da stand Jinjers Words Of Wisdom in der Auswahlliste. Da der Titel gefiel, habe ich nachgeforscht und angefragt, ob man ein Rezensionsexemplar des nächsten Albums bekommen könnte. Tja, nun wird es hier öfter mal Blut von der Decke regnen.  Nun geht's auf in die erste Metal-Rutsche.

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Die Osnabrücker Band Dawn Of Disease hatte sich ursprünglich bereits 2003 zusammengefunden, 2004 gab es mit "Through Bloodstained Eyes" bereits die erste Maxi-CD. Trotzdem man sich in der Szene einen Namen gemacht hatte, war 2007 erstmal die Luft raus und man machte eine Pause. Damit wollte sich dann der Sänger Tomasz nicht zufrieden geben und hat 2009 die Band von Grund auf neu aufgebaut. 2011 konnte man dann bereits den ersten Langspieler "Legends of Brutality" vorweisen. Und nach dem zweiten Album "Crypts Of The Unrotten" hat man nun, am 24.06., das Album Worship The Grave auf Napalm Records veröffentlicht.

Wie man an den Albennamen vielleicht erkennen kann, macht die Band keine halben Sachen was die Musik und die Titel angeht. Dabei ist der eingespielte Death Metal nicht zu brutal oder gar eintönig eingespielt. Man schaft es Einflüsse des Metals aus den skandinavischen Ländern in die eigene Musik einzuweben und bringt somit einen modernen Touch in die ganze Geschichte. Es wird nicht einfach so losgedroschen, als gäbe es kein Morgen mehr, man gibt sich polyrhythmisch und kann mit den Gitarren auch mehr, als nur wild die oberste Saite kaputtspielen. Da zeigt sich dann auch der Vorteil von zwei Gitarren, "Ashes" klingt fast so, als könnte es auf einem BFMV-Album platz finden, zumindest in den ersten paar Akkorden. "On Trails Of Death" könnte von einem Soulfly-Album kommen, auch wenn man hier nicht nur eine Schlagzahl beherrscht.

Der Gesang ist hier standesgemäß und trägt die Marke "Growl and Scream", sollen die anderen doch lieblich säuseln. Wahrlich muss man das mögen, wer sich aber in dieser Szene bewegt und beim Label "Death Metal" feuchte Augen und einen grenzdebilen Blick bekommt, der weiß, dass das Thema Gesang hier ad acta gelegt werden kann, die Stimmbänder sind immer am Anschlag. Wer das eine ganze Show durchhält, hat Respekt verdient.

Der Trommler, der die Felle malträtiert kann mehr, als nur irre schnell Sticks wirbeln und mit den Beinen schlackern, so dass die Kick nur doppelt kommt. In "Outsocurcing The Brain" könnte man meinen, dass das Schlagzeug wie ein Pferdegalopp klingt. Durch die standesgemäße Aufnahme, kommt das Drumset nicht zu kurz und kann sich hören lassen, da man hier nicht alles durch Verzerrer jagt. An sich klingt die Platte fett und kann über die gesamten 41 Minuten überzeugen, der Meister am Pult hat hier alles richtig gemacht und verdient ein paar Klopfer auf die Schulter.

Anspieltipps: The Saviour's Tomb, Outsourcing The Brain, Ashes.

5,5/6 Punkten (Leise rieselt das Blut...)

Dawn Of Disease - Worship The Grave
(Quelle: Presskit von Napalm Records)

Samstag, 5. Dezember 2015

Die 9. Fleet Union: Ära Krâ - Ära Krâ EP

Aus den Resten von "FYSFB" und "Der Weg Einer Freiheit" formte sich 2011 das Trio Ära Krâ in Berlin. Seit diesem Zeitpunkt macht man sich auf, um mit Black Metal auf, die Welt zu erobern. Wie es der Name vielleicht erahnen lässt, geben die Krähen Töne von sich, die wir hier alle zwischen Sylt und Südtirol bestens verstehen. Bereits im Jahr der Gründung wurde auch gleich das Album Ferne Tage veröffentlicht, welches überall guten Anklang gefunden hat. 2013 wurde es dann etwas volle im Krähennest, damit man live so richtig loslegen konnte. Aktuell ist man zu fünft und hat nun eine neue EP am Start, die mit drei Titeln knappe 18 Minuten umreißt. Wie das Funktioniert?

Der Titel Grauer Sand misst mal eben 8 Minuten, der Rest ist dann nur noch Mathematik. Wie man es vom Black- und auch Death-Metal erwartet, wird erstmal wild losgeballert, bis man sich nach ein paar Sekunden einkriegt. So kann man natürlich auch ein Intro gestalten, aber hört selbst. Dennoch trifft man hier und da gar versöhnliche und dennoch traurige Klänge an, die man sonst nur von irgendwelchen Klassiksendern kennt. Fast schon verstörend, aber dennoch interessant. Die Platte wurde anständig aufgenommen, bei drei Titeln jedoch drei Favoriten herauszunehmen... das könnte sich wohl hier schwer gestalten. Grauer Sand glänzt dennoch sehr, auch wenn der Track etwas Überlänge hat. Wer sich die Ladung Metal geben mag, kann dies auf Bandcamp gerne tun. Veröffentlicht wurde die EP am 04.12.15 auf Through Love Records.

5/6 Punkten (Verwirrend anders und interessant, dass muss denen erstmal jemand nachmachen)

Ära Krâ - Ära Krâ EP
(Quelle: Presskit von Fleet Union)