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Montag, 17. August 2020

Kid Dad - In A Box (Long Branch Records/SPV/Fleet Union)

Kid Dad hatten wir hier mal im Interview, wer sich vielleicht daran erinnert. Damals waren die Jungs mit RAZZ auf Tour und es gab nur eine kurze EP, das Potential der Band zeigte sich bereits hier. Auch auf der Bühne konnte das Quartet überzeugen. 

Nun ist zwischen dem Interview und In A Box relativ viel Zeit vergangen, die Jungs studieren ja noch. Ihr angesammeltes Wissen spiegelt sich auf dem Langspieler in jeder einzelnen Sekunde wieder. Das Beginnt schon beim kurzen Intro, welches einen leeren Raum darstellt. Die Aufnahmen hingegen fanden außerhalb von gewohnten Bahnen statt, da man mal in Ostfriesland, mal in Berlin und auch Hannover war. Wer jetzt genau diese Einflüsse sucht, kann sie finden, das muss aber nicht passieren. In A Box wirkt wie aus einem Guss aber dennoch spannend. Es gibt Spannungsbögen, man wirkt zerbrechlich wie im Grunge, es gibt nicht direkt lärm. Dann gibt es Songs, die Anfangen wie die besten Stücke von The XX, um dann doch mal kurz mit den Gitarren alles niederzuschlagen. Und genau im selben Stück geht es dann wieder zurück zu den Briten, die früher gerne viel Schwarz trugen. Direkt im ersten Durchlauf hat man das Gefühl, dass das ein Album voller Lieblingslieder werden kann. Die Melodien schneiden sich direkt in die Gehirnwindungen fest und mehrfach huscht einem einen Grinsen über das Gesicht, da man den nächsten guten Moment auf der Platte erwischt hat. 

Thematisch geht es recht ernst zu. Man singt über unsichtbare Gefängnisse, darüber, dass man am liebsten Brennen würde, es geht um den Selbsthass, dass man nicht der sein darf, der man ist und dass man hier und da Notlügen einschleust, was mitunter die menschliche Natur ist. Das sind mitunter die Themen, die einen umtreiben, wenn man erwachsen wird und auf seine Eltern oder Großeltern sieht, was die alles in ihren jungen Jahren erreicht haben. Man nimmt dem Sänger diese schweren Gedanken ab, man hört den Schmerzen, die Fragen und die Zweifel. 

Wie bereits erwähnt, setzen die jungen Männer aus dem Studium in ihrer Musik um. Es gibt nichts, was zu viel ist, nichts, was absichtlich streckt oder irgendwo künstlich eingestreut wird nur um ein paar Minuten mehr Musik auf den Langspieler zu bringen. Experimente, wie absichtlich falsch gestimmte Gitarren auf A Prisoner Unseen, glücken erstaunlicher Weise und passen direkt ins Soundgewand.

Release: 21.08.2020
Label: Long Branch Records / SPV

Anspieltipps: Happy, [I Wish I Was] On Fire, Window

6/6 Punkten (In diesem Alter sind die schon so gut!)

Kid Dad - In A Box
(Quelle: Bandcamp.com)

Donnerstag, 2. Juli 2020

Youtubisch Vol. 36

Heute reißen zwei Frauen mit ihren Bands akustisch eure Wände ein. 

Wir beginnen mit der Band No Rest For Jane aus Berlin. Die gibt es noch nicht so lange, machen aber auf ihrer ersten Single Death Angel so viel Lärm, wie die großen Bands des Metalcore-/Deathcore-Business. Die Stimme der Dame hält ordentlich gegen die 8-/7-Saiter, den Bass und das Drum Kit. Textlich geht es um einen Todesengel, laut Wiki hat dieser in den verschiedensten Religionen auch verschiedene Funktionen. Gleich am Anfang heißt es, dass "deine Zerstörung mein Schicksal ist" und dass man genauso kaputt sei, wie die anderen. Aktuell gibt es noch keine EP oder ein Album, man habe aber schon weiteres Material am Start. Das Video ist Corona geschuldet, man hat aber das Beste daraus gemacht. 

No Rest For Jane - Death Angel (Musikvideo)
(Quelle: Youtube.com)


Die Band Sharptooth erklärt euch mal eben, dass man auch mit wortwörtlich Nichts einen Song schreiben kann. In Say Nothing (In The Absence Of Content) geht es darum, dass man eh alles wieder vergisst, dass man eh nur nach dem nächsten Beatdown heischt und darum, dass wenn man nichts kreiert hat, auch nichts zerstört werden kann. Auch das Video passt hier dazu, obwohl es eher mit den Bildern der Sternchen des Pop-Business spielt. Da gibt es eine Gaga ode auch Perry, man tanzt ein wenig, lächelt in die Kamera oder tut, wie die Gaga, eben cool a.f.. Wie bereits versprochen, reißt auch diese Band ordentlich die Wände ein und ballert los. Hier gibt es Metalcore und Hardcore vom Feinsten. Das Album dazu heißt Trasitional Forms und ist ab dem 10.07.2020 auf Pure Noise Records erhältlich.

Sharptooth - Say Nothing (in The Absence Of Content) (Musikvideo)
(Quelle: Youtube.com)


Mal eben das Gehirn freipusten. 

Sonntag, 14. Juni 2020

HEADS. - Push (Glitterhouse Records/All Noir)

Es gibt Alben, die zünden nicht sofort im ersten Moment. Da hört man sich hier und da ein paar Titel an und entscheidet dann. Dann gibt es Alben, die man einfach so laufen lässt und merkt dann, dass das dann doch nicht so schlecht ist und man nimmt sich dem an. So geschah es bei Push der Band HEADS..

Dabei fängt alles so an, als würde die Band akustisch einen Alarm oder eine schwere Maschine darstellen. Der Sänger spricht einen Text drüber. Dann packt man den Bass aus und lässt den Sänger von der Leine, die Gitarren sind eher etwas glatt und weniger verzerrt. Dieses Konzept zieht sich über die gesamten zehn Titel hin, wobei man nicht über eine Spiellänge von 36 Minuten kommt. Hier können sich klar Lieblingstitel herauskristallisieren. Push You Out To Sea ist so ein Song. Er beginnt hypnotisch und eskaliert ein wenig im Refrain, ab nicht zu sehr, um dem Grundthema nicht zu sehr zu entweichen. Man kommt immer wieder zum Spannungsbogen zurück, den man immer wieder neu aufspannen kann. Das Britisch-Englisch des Sängers trägt dazu bei, das jeder Textfetzen eindeutig verstanden wird. Wer You Guitar Prayer (hatten wir hier mal), kann hier gerne zugreifen. Für alle anderen könnte die ganze Geschichte ziemlich verkopfter Rock sein. 

Release: 29.05.2020
Label: Glitterhouse Records


5/6 Punkten (Hier spielt der Bass die erste Geige.)

HEADS. - Push

Sonntag, 15. Dezember 2019

Culcha Candela - Besteste (Culcha Sound/Add On Music)

Das zweite Best Of innerhalb von 17 Jahren kann man schon mal bringen. Man hat ja viel Erfahrung und hat die Musiklandschaft mitgeprägt. Und diese Erfahrung führte wohl auch dazu, diese Compilation auf dem eigens gegründeten Label zu veröffentlichen.

Die Zeit der Veröffentlichung dieser Sammlung ist, mit Verlaub geschrieben, recht schräg gewählt. Draußen ist es grau und kalt, der Klimawandel führt dazu, dass es jetzt im Dezember in Niederungen kaum noch schneit. Also bleibt das nervige, graue Novemberwetter. Da wirkt das Album mit dem Gemisch aus Reggae, Dancehall und Rap fast wie ein Antidepressivum, zumindest wenn die Partykracher wie Hamma! oder Partybus über die Lautsprecher laufen. La Bomba führt euch direkt nach Lateinamerika, hier bekommt ihr dann einen Salsa-Kurs gratis hinterhergeworfen. Also Hitze soweit das Ohr hören kann. Zu den besten Tracks gibt es sechs neue, dazu gehören unter Anderem No Tengo Problema (dessen Musikvideo in Kooperation mit Samsung komplett in 8k entstand), Ballern und Dinero. Diese Songs liegen auf dem Doppelalbum auf der zweiten CD, fügen sich aber in den Sound der Band ein. Man nimmt von hier und da ein paar neue Einflüsse mit und macht sie sich zu Eigen ohne das es dabei sperrig klingt oder sonderlich aus dem Rahmen fällt. Der Titel selbst, also "Besteste", ist dagegen recht sperrig, ist aber in der heutigen Jugendsprache (dank Youtube und den anderen sozialen Netzwerken ) häufiger zu finden.

Wer nun gar nicht weiß, was das für eine Band ist, aber Interesse hat, kann hier gerne in das CD-Regal greifen. Wer die ganzen Alben aber schon hat, weil er eben schon Fan ist, wird mit den sechs neuen Titeln dazu animiert, sich ebenfalls dieses Doppelalbum in das heimische Regal zu stellen.

Release: 13.12.2019
Label: Culcha Sound

Anspieltipps:
Von den Oldies: La Bomba, Rodeo, Partybus
Von den Newbies: No Tengo Problema, Ballern

5/6 Punkten (Zumindest scheint dann die Sonne von Innen.)

Culcha Candela - Besteste

Donnerstag, 29. November 2018

18. Nachschlag: Crashcaptains - In Too Deep (Fleet Union)

Ach die Crashies, eigentlich begleitet mich diese Band schon fast ein ganzes Jahrzehnt. Bedingt durch die Konzertbesuche (es waren nicht wenige) 2007 und 2008, damals nannte man sich noch anders, war dann auf der Bühne mit LAID oder auch Jennifer Rostock.

Und nun haben sie es geschafft, ein Album auf die Beine zu stellen. Gleich zu Beginn denkt man an den vergangenen Sommer, der nicht enden wollte. Die Gedanken schweifen weit weg, hin zu Nächten am See oder anderen magischen Orten und Ereignisse, die sich zugetragen haben. Der angeschlagene, melancholische Unterton lässt einen fast ein leises "Hach" hauchen. Die dazu erzählten Geschichten sind, durch den doch recht deutlichen Gesang, klar vor den Augen sichtbar. Sie sind aber weiter weiter weg als der letzte Sommer.

Musikalisch schwimmen die Captains durch milde, poppige Gefilde, wobei man aber eher auf die analogen Instrumente zurückgreift. Ein Keyboard hat es dennoch ins Ensemble geschafft. Singen kann man auch mehrstimmig, alle recht hohe Tonlagen anschlagen, aber anders kennt man die Formation nicht. Gegen Ende des Langspielers, der neun Titel umfasst, wird man noch per Orgel, wie bei einem Gottesdienst, nach draußen begleitet, als hätte man eine göttliche Erleuchtung erlitten. Das kann hiernach aber jeder für sich entscheiden, ob die Erleuchtung funken schlägt oder einfach nur kurz dahinglimmt. Veröffentlicht wurde dieser Zeitreisebegleiter am 02.11. auf Lametta.

Anspieltipps: In Too Deep, Summerhouse, To Late For My Love

4/6 Punkten (Ein Sommer hat nun mal ein Ende.)

Crashcaptains - In Too Deep
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Freitag, 5. Oktober 2018

16. Nachschlag: 24/7 Diva Heaven - Superslide (All Noir)

Manchmal muss es eben analog sein. Digital kann heute ja eigentlich, dank Computertechnik, jeder. 24/7 Diva Heaven aus Berlin gehen eben diesen analogen Weg und bringen mit ihren One-Take-Aufnahmen ein wenig Garagenfealing auf eure Trommelfelle. Das Trio macht gleich zu Beginn ohne Umschweifen klar, wo der Hase lang läuft. Man wird begrüßt von einer Mischung aus The Pack A.D., Sex Pistols und einem Hauch Schmutz, der sich perfekt in das Gebilde der Superslide EP einfügt.

Eigentlich ist es schwer zu glauben, dass man die Scheibe komplett in Eigenregie aufgenommen hat, denn es gibt Songs und Alben, die klingen im Vergleich dazu, echt bescheiden schlecht. Vielleicht zeigt das aber auch das Können des Toningenieurs auf, der die Regler bedient hat. Wie dem auch sei, seit dem 06.09. ist die Scheibe erhältlich und kann vollständig auf Bandcamp gestreamt werden. Einzig das Cover könnte etwas verstören, aber so ist das mit dem Punk/Rock'n'Roll, es muss provoziert werden.

Anspieltipps: Doctor Touch, No. 1, Half Moon

5/6 Punkten (Ein kurzer Spaß.)

24/7 Diva Heaven - Superslide
(Quelle: Presskit von All Noir)

Sonntag, 4. Februar 2018

Die 29. Fleet Union: New Native - Asleep

New Native, eine Band, die wir hier (und hier und hier) schon mal hatten. Die vier Jungs, einige von ihnen hat es nun vollständig nach Berlin verschlagen, haben ein neues Album aufgenommen. Mit Asleep wird man auf eine Reise mitgenommen.

Man trifft auf die Höhe- und Tiefpunkte, die man auf seinem Pfad durch das Leben so mitmacht. Bereits im Opener "Awfull Thinker" wird einem die Frage gestellt, ob man nicht vielleicht lieber dumm hätte sein sollen, denn man "zerdenke" alles. Dabei passt die instrumentelle Untermalung stets zum Thema, auch wenn das gesamte Album eher trübe wirkt. Man fühlt sich von der ersten Sekunde an in der Welt der Band gefangen, mit all ihren Problemen und Konflikten. Genretechnisch bewegen wir uns hierbei irgendwo im Emo-Indie-Rock, mit einigen, kleinen Ausrastern am Wegesrand. Man hat aber insgesamt an Härte verloren. Und trotz dem man das Album innerhalb von zehn Tagen im Kasten hatte, das Schreiben und Proben ist hier nicht eingerechnet, konnte man dennoch einen Langspieler erschaffen, der nach mehr klingt, der gut ausstaffiert ist und einen, wie bereits erwähnt, direkt in seinen Bann zieht, in die dunklen Höhlen und Abgründe des eigenen Kopfes. Das fasziniert und führt zu Fragen: Wann ist die Band wieder glücklich? Hätte man das Album "Awfull Thinker" nennen sollen? Vollständig hören könnt ihr das Album seit dem 02.02.2018 auf allen großen Streamingportalen, physisch wird das ganze am 23.03. auf Midsummer Records erscheinen. Also wie bei Fever Ray's Plunge.

Anspieltipps: Until It All Stops, Tied Down, Night Scene

5/6 Punkten (Zwischen Wien und Berlin liegen viele Kilometer.)

New Native - Asleep
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Zusammen mit den Sandlotkids geht es im Februar auf Tour:

08.02. D - München - Kranhalle
09.02. D - Stuttgart - JuHaWest
10.02. CH - Luzern - Treibhaus
11.02. D- Freiburg - White Rabit
12.02. BE - Antwerpen - JC Bouckenborgh
13.02. D - Köln - Privat
14.02. D - Münster - Baracke
15.02. D - Kiel Medusa
16.02. D - Hamburg - Gängerviertel
17.02. D - Berlin - tba.
18.02. D - Chemnitz - AC 17
19.02. HUN - Dürer Kert
20.02. AUT - Wien - B72

Freitag, 12. Januar 2018

11th Carrycoal: DinoSound - Claudia

"Heute gibt es Eintopf." Anders ließe sich der Sound der Band DinoSound aus Berlin nicht beschreiben. Das in jeglicher Hinsicht bunt gemischte Quartett aus Berlin mischt fast alles, was es im Bereich Rock'n'Roll in den letzten 20 Jahren gab. Der Albumname bezieht sich, laut Promotext, dabei auf einen Mädchennamen, der in den Jahren 1940 bis 1970 in Deutschland am meisten vergeben wurde.

Musikalisch bewegen wir uns hier zwischen verzerrten Gitarren des Stadionrocks von Biffy Clyro, U2, Incubus und, jetzt wird es komisch, Nickelback. Fragt lieber nicht woher ich das jetzt weiß. Dennoch braucht man sich nicht schämen, denn es gibt großartige Moment auf diesem Album, getragen durch den Gesang von Florin Kerber und Janine Semmler, wobei die Dame nicht immer am Mikro steht sondern eher pointiert. Die gesamte Platte wird druckvoll präsentiert, es wird gefrickelt, mit den Wah-Wah-Pedals gespielt und ordentlich gedrückt. Das einzige was etwas hinten runterfällt, ist das Schlagzeug... zumindest die Becken. Wo der Rest der Felle ordentlich eingespielt ist, so scheppern die Becken sehr komisch, als wenn man, wie bei Stop Eating Robots, die Becken in 128kb/s aufgenommen hätte, vor allem dann, wenn alle Gitarren gespielt werden. Das kann aber auch am Mix des Promoexemplars liegen, zumindest hoffe ich das. Dennoch kann man mit "Claudia", welche 30 Minuten lang ist, glücklich werden. Aufgenommen und gemastert wurde das Album bandeigenen Tausendsassa Studio in Berlin. Veröffentlicht wird die Dame am 19.01. in kompletter Eigenregie.

Anspieltipps: You and I, Better At It, Lose

5/6 (Dinos schepperten früher schon ganz schön laut.)

DinoSound - Claudia
(Quelle: Promosheet von Carrycoal)

Freitag, 20. Oktober 2017

Teil 1 des Interviews mit Behead The Broken Queen vom 15.10.2017

Am 15.10.2017 gab es ein kleines Stelldichein der härteren Gangart im Muggefug. Das Lineup war richtig fett, eigentlich sollten Falcie (die vorher Nu-Nation hießen) auch kommen, nur ist denen leider der Tourbus in Bayern kaputtgegangen. So musste dann der gute Sebastian mit seiner Band "Dispray" aushelfen. Auch die Jungs habe ich interviewt. Es wäre sicher interessant gewesen, was passiert ist, zwischen dem letzten Interview mit Nu-Nation und diesem Sonntag. Nun denn, genug des Schwafelns, hier kommt der erste Teil des Interview mit Behead The Broken Queen (oder auch BBQ) aus Berlin.

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Machen wir erst mal eine Vorstellungsrunde. Du bist wer?

Murat: Ich bin Murat, bin 27 Jahre alt, komme aus Berlin, meine Wurzeln sind in Berlin.

Und was spielst du so?

Murat:
Ich spiele Gitarre, manchmal Siebensaiter, manchmal auch Achtsaiter.

Nils: Ich bin Nils, bin 26 Jahre alt, komme aus Bielefeld, bin aber in Lübeck geboren und bin seit drei Jahren in Berlin. Ich bin Fabis Ersatz und bin der Shouter der Band.

Simon: Der ist nicht Fabis Ersatz, er ist immer dabei. - Ich bin der Simon, bin 27 Jahre alt, ursprünglich aus Aserbaidschan, aus Baku, seit ca. 14 Jahren bin ich in Berlin und ich bin der Schlagzeuger.

Sebastian: Ich bin der Sebastian, auch 25 Jahre alt und ich mach den Bass. Jetzt fehlt eigentlich noch der Martin, der ist 1000 und der macht die andere Gitarre. Manchmal Siebensaiter, manchmal Acht.

Fünf Berliner machen BBQ. v.l.: Simon (d), Sebastian (b), Nils (v), Martin (g) und Murat (g)
(Quelle: Promo-Ordner der Band auf Facebook)

Woher kommt der Name BBQ (Behead The Broken Queen)? Wer hat den erfunden?

Sebastian: Eigentlich wir alle irgendwie, wir wollten ursprünglich einen doppeldeutigen Namen.

Aber heißt das dieses Broken nun Pleite oder Kaputt?

Murat: Eher Kaputt, aber wir sind auch manchmal pleite, also passt das ganz gut.

Simon: Die Idee kam damals noch von Fabi. Und wir dachten uns: Super. Denn keiner spricht die Namen immer ganz aus und deswegen fanden wir den Namen von Beginn an ziemlich cool.

Murat: Außerdem mag jeder BBQ und deswegen mag uns jeder.

Simon: Wir haben so viel Merch, wenn du in den Supermarkt gehst, siehst du überall BBQ.

Murat: Selbst vegan, weil es ja auch veganes BBQ gibt.

Ihr könnt so alle Gruppen abdecken. Vegan, die Vegetarier, die Fleischesser...

Murat: ...Pescetarier, Allestarier

Also gibt es keinen tieferen Hintergrund hinter dem Broken.

Murat:
Eigentlich wollten wir uns am Anfang „Nutella“ nennen, wir haben eben versucht mit vielen Wortspielen was einzuarbeiten.

Ach, wegen Nu-Metal?

Nisl: Gott sei dank habt ihr euch nicht Nutella genannt, sonst hätte ich mich nämlich nicht beworben.

(Alle lachen.)

Was sind eure Spiritanimals? Wer hat euch inspiriert?

Murat: ScottPilgrim.

Simon: Ursprünglich war die Idee All Shall Perish und Whitechapels Sound einzufangen.

Sebastian: Wir sind über die Jahre durch jedes neue Core-Genre gegangen. Metalcore, Deathcore, ein bisschen Hardcore-Einfluss, jetzt ist es teilweise Progressive, Deathcore-Gedöns... einfach alles.

Murat: Bei den Genres, die wir in unsere Musik einfügen, können wir uns nicht in irgendeine Schublade packen. Wir machen irgendwie experimentellen Scheiß und wenn man die Songs alle hört, kann man sie nicht alle in das gleiche Genre packen.

Simon: Zum Anfang war es Metalcore auf Sweep und irgendwann ist härtere Musik entstanden.

Sebastian: Durch Nils ist das ganze nochmal richtig brutal geworden.

Murat: Das Genre ist das, worauf wir Bock haben.

Das heißt, dass ihr irgendwann einen auf Money Boy oder S.S.I.O. macht?

Murat: Das kann passieren.


Nun sehe ich euch ja nicht zum ersten mal live...

Sebastian:
… übrigens, auch an euch alle: wir haben in keinem Club häufiger gespielt als im Muggefug. Das ist heute Premiere gewesen. Wir sind jetzt das sechste Mal hier. Ihr vergesst, dass wir mir Feeding TheTitans auch schon hier gespielt haben. Wir haben schon viel zu oft hier gespielt. Wir haben sogar schon vor Feeding The Titans hier gespielt, zu Sonnys B-Day. 

Donnerstag, 13. Juli 2017

Waterfall No. 1: Bone Zeno - Black Milk

Wie kommt es schon wieder zu einem neuen Thema? Nun, das ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass ab und mal E-Mails in meinem Postfach landen, die von Waterfall Records stammen . Dieses Label gehört wiederum zur Berlin Music Commision. Diese Kommission sieht sich als wichtiger Knotenpunkt der Musik und Musikwirtschaft und vereint dort einiges unter einem Dach.

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Bone Zeno, das ist ein Musiker, der in den 70ern in London geboren ist und noch all das mitbekommen hat, was Grundsteine der Klischees der Hippies und Punks gelegt hat. Genau das spiegelt sich auch, bis auf die Klänge der Hippiezeit,  im aktuellen Werk "Black Milk" wieder. Hier trifft purer, trockener Blues auf Rock und Psychobilly und schafft eine ranzige Stimmung, die man nur aus alten Spelunken kennt oder Bars, die noch morgens um 5 offen sind, aber absolut kein Leben mehr in sich haben. In seinem Album, welches er zusammen mit drei Gastmusikern in Berlin aufgenommen hat, findet man viele Lieder über Alkohol, Sex, und andere Dinge, die sich im Leben eines Reisenden ergeben. Und wenn er darüber singt, dass er morgens auf der Reeperbahn auf ein Taxi wartet, während ihm sein Blut über sein Gesicht rinnt, glaubt man ihm das. Seine Stimme hält zwar keinen Ton mehr, aber sie ist echt. So wie die Musik, die, wie bereits erwähnt, ohne viel Pomp und Glamour daherkommt. Life mag das sicher gut mitreißen, leider gibt es auf der Platte ab und an mal ein paar Durststrecken, wo nicht wirklich viel passiert, man verliert sich in Experimenten mit der Gitarre und streckt somit ein paar Songs. Der Sinn dahinter erschließt sich leider nicht immer, denn wie geht es in dem Sprichwort: "Aufhören, wenn es am schönsten ist." Die Produktion geht für den gewählten Genremix völlig in Ordnung, trocken, einfach gehalten, bis auf die paar Sperenzchen mit der Klampfe. Erscheinen wird "Black Milk" am 14.07. auf dem Berliner Label Impression Recordings.

Anspieltipps: U Fuck Me, Caroline, Bleed

4,5/6 Punkten (Was staubt mehr: die Gitarre oder das Drumset?)

Bone Zeno - Black Milk
(Quelle: ImpressionBerlin.com)

Sonntag, 4. Juni 2017

Youtubisch Vol. 31

Da musste ich erstmal das Internet befragen, was "Phrenesis" genau ist. Der PONS definiert diesen aus dem Latein stammenden Begriff als Wahnsinn oder auch Geisteskrankheit. Behead The Broken Queen, kurz BBQ, schreiben diesem Thema einen ganzen Track und lassen eine junge Dame durch einen Wald rennen. Wovor sie flieht, wird hier nicht verraten.

Die Band hat ihren Sound weiter definiert, die Atmosphäre der früheren Werke wich größtenteils der Brutalität, die Gitarren und der Bass sind weiterhin tief gestimmt und jeder hat mehr Saiten zur Verfügung als Finger an einer Hand. Ist das Djent? Ist das Deathcore? Das müsste man die Jungs aus Berlin mal fragen.

Behead The Broken Queen - Phrenesis
(Quelle: Youtube.com)

Das ist ja das beste Wetter für einen Pfingstsonntag.

Samstag, 15. April 2017

Konzertbericht: Jinjer + Nullachtfuffzehn (13.04.17 Sage Club, Berlin)

Eine Geschichte in drei Akten. So könnte man diesen Abend im Sage Club bezeichnen. Wo fängt man hier an? Der Einlass war wohl später als gewohnt, aber das war noch zu verkraften. Aber denkt jetzt nicht, dass der Abend komplett für die Hose war. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, legt ein Plattenspielalleinunterhalter auf... am MacBook natürlich. Dabei kramt er von Beginn an die Rock-Klassiker der frühen 2000er aus und lässt dabei auch nicht Nickelback oder Sum41 aus. Er erwischt sogar einen Titel der Filthy Dukes und Incubus.

Nach etwas mehr als 2 Stunden Musik aus dem Rechner kommt die erste Band auf die Bühne. Nullachtfuffzehn wollen die Jungs genannt werden. Der erste Gedanke vieler, die in edlen schwarzen Bandshirts im Pit stehen: "What the fuck?" Wer hat bitte den basketballspielenden Hippster vom Spielfeld geholt auf die Bühne gelassen? Ach so, die Jungs meinen das also ernst? Jeder mit einem schwarzen Shirt einer Metalband verdreht die Augen und wähnt sich im falschen Film. Die Band selbst spielt irgendwas zwischen Pop, Funk und Rock, zwar nicht härteste Schiene, aber immerhin werden Saiteninstrumente bedient. Ihr Handwerk beherrscht die Gruppe, ohne Frage, wenn man aber Metal erwartet oder irgendetwas in härterer Gangart, bietet sich jedoch dort auf der Bühne ein akustischer Autounfall. Der Großteil der Masse wird dabei auch nicht bewegt, außer die paar Groupies, die brav nach jedem Titel jubeln. Nach einer knappen Stunde bedankt man sich fleißig bei Jinjer, die ja danach kommen sollen, kündigt den eigenen Merch an und verschwindet von der Bühne. Ob die wussten, dass der Mainact mit seinem Sound Wände einreißt? Auf ein Campusfestival, wie Laut gegen Nazis, würde diese Band super passen, aber nicht vor einer Metalkapelle. Der Merch bleibt dementsprechend liegen.

Während des Stage-Over gibt es auch einen Crowd-Over, der DJ (müsste der jetzt nicht eigentlich MacJ heißen oder MJ?) legt nun eine Spur härter auf, Nirvana und The Offspring plärren nun aus den Boxen und die Menge geht mit. Das Publikum ist zunehmend in schwarz gehüllt und jeder wartet sehnsüchtig auf Jinjer.

Die Band wird vom Intro des aktuellen Albums auf die Bühne geleitet und schmettert sofort los, als gäbe es kein Morgen mehr. Die gesamte Menge bewegt sich auf und ab, von links nach rechts und von oben nach unten. Kein Stein bleibt auf dem anderen und das hat einen guten Grund. Es gibt technisch versierten Metal in vollstem Klanggewand. Das was man auf Platte bekommt, wird genauso live wiedergegeben und der Rest der Nullachtfuffzehn-Fans fragt sich: "Kommt das aus ihrem Mund?" Man spielt sich durch die bekannten Singles, wobei die Stimme und Saiten der Hitze und der dazugehörigen Anstrengung standhalten. Und ehe man sich versieht zeigt die Uhr 1:00, mitten in der Nacht. Die Band kommt so gut an, dass man zur Zugabe aufgefordert wird. Die Sängerin klopft auf ihren Brustkorb, 90 Minuten zwischen klarem und gutturalem Gesang belastet und dazu noch diese Hitze, die von den sich bewegenden Körpern vor der Bühne ausgeht. Das Publikum ist sicht- und hörbar begeistert. Das Outro von "King Of Everything" geleitet die Band wieder von der Bühne und jeder feiert sie, die Dame und die drei Jungs. Der eindeutige Gewinner des Abends, wenn man das als Wettstreit bezeichnen würde, ist die Metalband aus der Ukraine.

Aktuell sind die Ukrainer noch auf Tour, jeder der die Chance hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen.

Jinjer @ Rock At Sage (13.04.17)
(Quelle: eigenes Bildmaterial)

Wo die Band weiterhin Wände einreißen wird, seht ihr hier:
15.04. - Easter Cross Festival - Oberndorf
16.04. - Alte Hackerei - Karlsruhe
18.04. - Rudeboy Club - Bielsko Biala (PL)
19.04. - U Bazila Club - Poznan (PL)
21.04. - Backstage - München
22.04. - Viper Room - Wien (AT)
28.04. - Werkk - Baden
29.04. - Les Prisons - Moudon (CH)
30.04. - Les Rats - Puget Sur Argens (F)
03.05. - Azkena - Bilbao (ES)
04.05. - Sala Lemon - Madrid (ES)
05.05. - La Burbuja - Castellón (ES)
06.05. - Razzmatazz - Barcelona (ES)
07.05. - 16 Toneladas - Valencia (ES)
09.05. - Gibus Live- Paris (F)
10.05. - Le Fridge - Bordeaux (F)
12.05. - Come Inn - Renchen
13.05. - Circus - Florenz (IT)
14.05. - Traffic Club - Rom (IT)
15.05. - Rock Town - Pordenone (IT)
17.05. - Freaked Studio - Reims (F)
18.05. - Der Kult - Nürnberg
19.05. - Channel Zero - Ljublijana (SVN)
20.05. - Cross Fest - Ceske Budejovice (CZ)
21.05. - M-Klub - Valašské Meziříčí (CZ)
27.05. - Rock Metal Camp Festival - Hilaire Les Places (F)

Sonntag, 26. März 2017

Bloggeburtstag Nummer 5

Seit nun mehr fünf Jahren sind wir, bin ich, hier neben dem Strom. Fünf Jahre voller Erfahrungen und auch Arbeit. Fünf Jahre voller Wow-Effekte und Momente, bei denen man sich fragte, ob das der Künstler oder die Band wirklich ernst meint. Fünf Jahre in denen ich teilweise geflucht habe vor dem Rechner, weil eben dieser (einer ist seit 2006 in meinem Besitz) nicht genau das tat, was ich ihm aufgegeben hatte oder in einer Zeit, in welcher man eben locker einen Kaffee kochen konnte.
Fünf Jahre zwischen derbstem Core und leichterer Popmusik, zwischen Sprechgesang und akustischen Gitarren, von einem Label zumal, von welchem man sowas am wenigsten erwartet hätte. Fünf Jahre zwischen kostenloser Musik von Bandcamp und Jamendo und Musik von den ganz großen Plattenfirmen wie Roadrunner oder den kleinen, feinen Plattenfirmen wie Big Scary Monsters. Hätte mir jemand vor fünf Jahren gesagt, was ich in dieser Zeit alles erleben werde, wen ich alles auf diesem Wege treffen werde, was für kleine Träumchen erfüllt werden, welche Platten ich einmal rezensieren darf, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht für voll genommen. Fünf Jahre zwischen dem Suchen nach guter, kostenloser Musik und dem Überfluss.

Dieses Blogjahr brachte nun doch weniger hervor, als vielleicht vermutet. Das hat viele Gründe: Arbeit, Arbeitgeberwechsel, wenig Zeit um Musik zu hören durch andere Hobbies und viele anderer Umstände. Wie ihr jedoch bei den Releases sehen könnt, zu hören gäbe es genug, allein in diesem März mehr als 30 Alben. Pro Tag also mehr als ein Langspieler. Wer sich erinnern kann, die Band Nu-Nation aus St. Petersburg hatte ich interviewt und was soll ich sagen. Dieses Interview schlug ein und bescherte diesem kleinen Ding hier neue Besucherrekorde, zumal der dritte Teil in englischer Sprache immer noch häufig angeklickt wird.

Auf der anderen Seite lief und läuft mir die Zeit davon, ich entdecke neues oder bekomme Rezensionsexemplare, deren Qualität exorbitant gut ist. Dann kommt jemand anderes und auf einmal könnte man drei Reviews schreiben und merkt dann, dass der Release-Termin bereits in der Vergangenheit liegt. Dafür muss ich mich bei den Platten- und Promotionfirmen entschuldigen. Natürlich gilt ihnen auch mein Dank, denn ohne diese kleinen und großen Helden des Business wäre das hier alles vielleicht weniger interessant, auch wenn manche Platten hier ins extremste abdriften. Der Redaktionschef, Hörer und Schreiberling bin immer noch ich, alles in einer Person. Sicher habe ich auch schon ein paar Leute, die eine differenzierte Meinung über Musik haben, gefragt, ob sie vielleicht für diesen Blog schreiben würden wollen. Es traut sich nun mal nicht jeder zu ein paar Zeilen Text zu einem Album zu schreiben, was zumal hier in den Stil passen muss. Bringt ja alles nichts, wenn man dem Text nicht folgen kann, weil die Schreibe uninteressant wirkt.

Wer weiß, wo ich mit dem Ding hier in fünf Jahren stehen werde oder ob ich immer noch neben dem Strom schwimmen werde. Es gibt Blogs, denen ich gefolgt bin und die leider gestorben sind. Dann gibt es Blogs, die unglaublich groß geworden sind, wie das Kraftfuttermischwerk. Natürlich bin ich weiterhin auf der Suche nach guter Musik, immer in der Hoffnung, dass weiterhin gute Musik in meine Postfächer (analog wie digital) trudelt. Natürlich wünsche ich mir, dass mein Blog weiterhin lebt und ich nicht kapituliere. Ich habe ja immer noch ein paar kleine Wünsche, die ich mir erfüllen möchte, sei es ein Interview mit den Deftones oder vielleicht Incubus oder eine Platte von eben diesen Bands, zur Rezension.

Keiner wird wissen wo man in fünf Jahren sein wird, die letzten fünf waren aufregend und auch aufreibend. Aber ohne das ganze, was passiert ist, die durchgemachten Nächte, die Zeit vor den Bildschirmen, das Hetzen durch die Stadt (meist Berlin) um einen Interviewtermin rechtzeitig zu erreichen, ohne das ganze wären wir hier heute nicht an dieser Stelle und ich vielleicht nicht der, der ich heute bin.


Picture taken from my Instagram.

Donnerstag, 14. April 2016

9th Carrycoal: Khroma - Stasis

Khroma, das sind vier Finnen, die sich 2010 in Helsinki zusammengefunden haben und nun in Berlin wohnen und dort musizieren. Ihr aktuellstes Werk hört auf den Namen Stasis, das, wie wir alle natürlich wissen *hust*, aus dem Griechischen kommt und so viel wie Stillstand bedeutet, aber auch Bürgerkrieg heißen kann. Klingt etwas brutal, aber so könnte man auch die Musik des finnischen Quartetts bezeichnen. Hier scheppern Gitarren mit mehr als sechs Saiten neben bollernden Bässen und, man höre und staune, neben einem selbst aufgenommenen Schlagzeug. Dazwischen plänkelt mal mehr mal weniger präsent ein Synthesizer und untermalt alles mit einem Hauch Atmosphäre. Daraus ergibt ein sich ein Ritt, der einen an Bands erinnert, die man schon mal gehört haben zu meint. Da gibt es Titel wie "Wrong", die einen fast an Korn erinnern; "Truth Serum" und "Hydra" erinnern fast an Soulfly und und und. Ich könnte hier ewig so weiter schreiben, nur dass es hier nicht langweilig wird. Der Stempel Alternative Metal ist ihnen hier sicher, dennoch schafft man es hier, eben durch die eingefädelte Elektrik, mehr enstehen zu lassen, als eine plumpe Kopie irgendeines Genres, woran sich manch einer gar nicht zurückerinnern mag. Und da der Trend zu vielen Saiten und tiefen Stimmungen geht, passt auch hier das Label Djent perfekt, nur dass man hier nicht einfach binären Metal spielt, sondern wirklich zu variieren weiß. Neun Titel bieten sich hier dar, um einen auf fast 38 Minuten die Gehörgänge frei zu pusten und hier und da über die Synthies zu schweben zu lassen. Erschienen ist das Album am 01.04.2016 auf Inverse Records.

Anspieltipps: Brace Yourself, The Push, Hydra, Alarmist

5,5/6 Punkten (Die Hölle aus Helsinki im Bären von Berlin.)


Khroma - Stasis
(Quelle: Presskit von Carrycoal)

Und wer sich live die Ohren durchpuste lassen möchte:

19.04.16 Leipzig, 4Rooms
20.04.16 Erfurt, From Hell
21.04.16 Amsterdam (NL), The Cave
22.04.16 Leeuwarden (NL), Mukkes
23.04.16 Copenhagen (DK), Kraftwerket
25.04.16 Hamburg, Pooca Bar
26.04.16 Gdansk (PL), Wydzial Remontowy
27.04.16 Lodz (PL), Dom
28.04.16 Chorzow (PL), Lesniczowka
29.04.16 Prag (CZ), Sberne Suroviny
30.04.16 Ceske Budejovice (CZ), Fabrika
01.05.16 Poznan (PL), Klub U Bazyla

Samstag, 5. Dezember 2015

Die 9. Fleet Union: Ära Krâ - Ära Krâ EP

Aus den Resten von "FYSFB" und "Der Weg Einer Freiheit" formte sich 2011 das Trio Ära Krâ in Berlin. Seit diesem Zeitpunkt macht man sich auf, um mit Black Metal auf, die Welt zu erobern. Wie es der Name vielleicht erahnen lässt, geben die Krähen Töne von sich, die wir hier alle zwischen Sylt und Südtirol bestens verstehen. Bereits im Jahr der Gründung wurde auch gleich das Album Ferne Tage veröffentlicht, welches überall guten Anklang gefunden hat. 2013 wurde es dann etwas volle im Krähennest, damit man live so richtig loslegen konnte. Aktuell ist man zu fünft und hat nun eine neue EP am Start, die mit drei Titeln knappe 18 Minuten umreißt. Wie das Funktioniert?

Der Titel Grauer Sand misst mal eben 8 Minuten, der Rest ist dann nur noch Mathematik. Wie man es vom Black- und auch Death-Metal erwartet, wird erstmal wild losgeballert, bis man sich nach ein paar Sekunden einkriegt. So kann man natürlich auch ein Intro gestalten, aber hört selbst. Dennoch trifft man hier und da gar versöhnliche und dennoch traurige Klänge an, die man sonst nur von irgendwelchen Klassiksendern kennt. Fast schon verstörend, aber dennoch interessant. Die Platte wurde anständig aufgenommen, bei drei Titeln jedoch drei Favoriten herauszunehmen... das könnte sich wohl hier schwer gestalten. Grauer Sand glänzt dennoch sehr, auch wenn der Track etwas Überlänge hat. Wer sich die Ladung Metal geben mag, kann dies auf Bandcamp gerne tun. Veröffentlicht wurde die EP am 04.12.15 auf Through Love Records.

5/6 Punkten (Verwirrend anders und interessant, dass muss denen erstmal jemand nachmachen)

Ära Krâ - Ära Krâ EP
(Quelle: Presskit von Fleet Union)

Donnerstag, 5. März 2015

Neues aus dem CD-Regal, Ausgabe 2: Stop Eating Robots - Keep Us Alive

Berlin ist seit je her ein Schmelztiegel der verschiedensten Kunst- und Musikrichtungen. So gibt es vom Rock, über Techno bis hin zum Rap alles, was das Musikerherz begehrt. Die Band Stop Eating Robots, eben aus der Bundeshauptstadt, legen mit Gitarren, Bass, Trommeln und Stimmbädern gen Richtung Alternative Rock ab. Die Ambitionen sind groß, einige Tourtermine kann man bereits vorweisen und der Kalender zeigt immer noch viele Ziele am Horizont. 

Die neue EP hört auf den Namen Keep Us Alive und kam - Obacht - am Sonntag, den 15.02.2015 auf den Markt, ob das gespiegelte Datum Absicht ist, weiß nur die Band selbst. Die Ambitionen hinter der zweiten EP sind Änderungen in den Stilrichtung und Gesang, da man aus dem Pop-Punk kam und damit nicht mehr so recht zufrieden war (EPK gibt es hier). Man versucht sich nun mehr an Shoutparts und es gibt sogar ein paar vorsichtige Versuche, Blastbeats erklingen zu lassen. 

Aber irgendwie scheint etwas Schwung zu fehlen, als wenn der Produzent nicht mit ganzem Herz dabei gewesen ist. Auch die Becken klingeln eher, als wenn man diese am Rechner zu stark komprimiert hätte, wie eine mp3 mit geringer Kilobitrate auf der Brust, wenn ihr versteht. Dafür kann aber die Band nichts, dies ist auch schon den Besten passiert, siehe Fongus Amongus von Incubus. Die Länge ist für eine EP mit 20 Minuten ordentlich, man kann die Pop-Punk-Wurzeln auch nicht überhören. Mit Dead For No Reason gibt es sogar einen Track mit Ohrwurm-Faktor.


Stop Eating Robots - Whithered Rose (Musikvideo)
(Quelle: Youtube)

Alles in Allem kann man nichts gegen diese EP sagen/schreiben, aber das mit der Produktion ist nicht ganz das Gelbe vom Ei, was bei der angestrebten Musikrichtung eigentlich sehr wichtig ist. Vielleicht wird sich das bei der nächsten EP ändern. 

4/6 Punkten (dies ist der Produktionsqualität geschuldet)

Stop Eating Robots - Keep Us Alive
(Quelle: itunes.apple.com)


Konzerttermine:
20.03.15 - Bandhaus Leipzig - Leipzig

27.03.15 - Studiclub - Eberswalde
28.03.15 - Faces Of Rock - Olbenau
02.05.15 - Wonnemond Festival Warm Up Party - Sebnitz

Dienstag, 10. Februar 2015

Ver-Flixt Nr. 17: Teil 2 des Interviews mit New Native vom 17.01.15

Ging es im ersten Teil noch um das erste Zusammentreffen der vier Mannen aus Österreich und die Aufnahmen zu Twisting, geht es im zweiten Teil des Interviews um neue Vertriebswege für Musik und ihre Vorliebe für Vinyl. Aber lest selbst. Hier geht es noch zum ersten Teil, wer den noch nicht gelesen hat.

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Warum habt ihr eure EP kurzzeitig kostenlos auf Bandcamp angeboten?

Alex: Das war unsere Neujahrsaktion.

Michi: Als kleines Geschenk und als kleines Dankeschön, weil das Jahr für uns eigentlich super verlaufen ist. Das alles wäre nicht ohne die Leute möglich gewesen, die uns beim Booking geholfen haben, die zu Shows gekommen sind, die die Platte gekauft haben, die uns generell unterstützen und unsere Musik hören. Und so als kleines Dankeschön von uns.


Christian @ Magnetclub Berlin
17.01.15
(Shot: AS-Pictures|Quelle: http://stageload.org)


Was denkt ihr über diese Vertriebswege? Mittlerweile gibt es ja so etwas wie Bandcamp, wo man den Preis vorgeben kann. Hattet ihr da ein Label, welches euch gesagt hat, wie teuer die EP auf diesem Portal anbieten müsst?

Michi: Nein, wir haben das mit dem Label eigentlich damals abgesprochen, dass die 3,50€ für vier, beziehungsweise fünf Songs fair sind.

Man kann ja im Grunde genommen so lange streamen wie man will.

Michi: Mittlerweile habe ich unsere Platte schon bei so vielen Blogspots als Free Download gesehen und ich bin auch niemandem böse, der das macht.

Das heißt, die Blogger haben das dann heruntergeladen und bei irgendwelchen Filesharern hochgeladen.

Michi: Genau.

Christian: Das kann man nicht vermeiden und wir sind auch niemandem böse, der das macht. 

Michi: Ich bin froh, wenn die Leute die Musik hören. Ich denke mir das so, dass wenn jemand die Musik mag und sich damit identifizieren kann - zumindest geht es mir so – dass ich dann wirklich Merch kaufe und versuche, die Band so gut es geht zu unterstützen. Andere Leute werden das genauso sehen und deswegen bin ich da keinem böse, wenn er die Musik da irgendwie illegal erwirbt.

Der andere Weg, der mittlerweile eingeschlagen wird, der Verkauf von Vinyl und CDs, seht ihr darin noch einer Zukunft? Oder sagt ihr euch, dass man das gar nicht mehr braucht, da dann eh alles über Bandcamp läuft?

Christian: Vinylplatten habe ich selber gern und ich denke auch, dass viele Leute gerne Schallplatten hören. Wir haben unsere EP ja auch auf Vinyl gepresst. Ich bin persönlich kein Fan von CDs, bei einer Schallplatte steckt mit dem Layout und Artwork auch mehr Arbeit dahinter. Wir haben zum Beispiel einen Screen-Print auf der B-Seite, da steckt dann auch wieder mehr Arbeit, somit hat man dann mehr als die Musik. Man kauft ein Stück Kunst.

Michi: Es ist auch ein schönes Gesamtkunstwerk.

Es gibt ja nun auch schon schöne Papphüllen für CDs, wie die 6'10 (Review) von Flix, mit schönem Booklet und einer angenehmen Haptik.

Christian: Das mag stimmen, aber das ist eher meine persönliche Meinung, die ich vertrete. Ich tendiere eher zu Schallplatten als zu CDs. Ob nun aus Erfahrung oder ähnliches, so war es bei mir.

Es gibt viele, die sagen, dass die Platte wärme klinge als die CD, weil die Compact Disc digital arbeitet. Durch das Dubbing habt ihr ja eigentlich auch alles digitalisiert.

Michi: Ja, aber die Schallplatte wird anders gemischt. Wenn du die Platte für einen Digital-Release oder eine CD masterst, dann wird alles auf die 0-dB-Grenze ausgearbeitet. Bei Vinyl lässt man noch Luft nach oben, das ganze klingt einfach harmonischer, weil du die untersten und obersten Frequenzen herausnehmen musst, weil sich das auf der Platte einfach nicht darstellen lässt.

Beim mp3-Format hat man ein ähnliches Phänomen, dass die Tiefen dann nicht mehr ganz klar dargestellt werden können.

Michi: Mir gefällt aber auch das Klangbild der Schallplatte sehr gut, weil es für mein Gehör harmonischer klingt. Aber das ist auch eher eine Geschmackssache. Eine Schallplatte bildet ein schönes Gesamtkunstwerk und die Tatsache, dass die Musik dort nicht in Nullen und Einsen aufgeteilt ist, sondern richtig eingraviert, das macht eher was her.

Wo seht ihr euch in etwa fünf Jahren?

Michi: Ich denke, dass wir in drei oder vier Jahren schon ein Album am Start haben, dass ich mit dem Studium fertig bin.

Was studierst du?

Michi: Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft.

Und du?

Christian: Ich arbeite als Webdesigner.

Und was macht der Klaus?

Klaus: Ich studiere Biomedical Engineering.

Wollt ihr dann hauptsächlich von der Musik leben oder sagt ihr euch, dass es doch besser ist, das Studium abgeschlossen zu haben?

Michi: Ich glaube, dass es gut ist und das war auch immer der Plan. Wir machen alle leidenschaftlich gern Musik und wir denken momentan auch noch nicht ans Aufhören. Wir schauen, wo es hin geht und wo und die Musik hin trägt. Aber es ist immer gut, einen Plan-B zu haben. Ich würde jetzt nicht alles wegschmeißen, nur um von der Musik leben zu können. Ich brauche ein gewisses Maß an Stabilität in meinem Leben, durch eben einen Job.

Habt ihr Wünsche oder Träume, Band mit denen ihr unbedingt mal auf Tour gehen wollt?

Christian: Ich lebe gerade meinen Traum. Auf Tour mit Pianos Become The Teeth, die mittlerweile eine meiner Lieblingsbands ist. Das ist ziemlich surreal, diese Europatour mit dieser großartigen Band.

Michi: Das denke ich auch. Es war immer so, dass ... nicht Ziel, sondern eher ein Traum, irgendwann mal auf einer so großen Tour mitfahren zu dürfen. Auch für mich ist das ein Nonplusultra.

Alex: Mein Höhepunkt wäre, wenn wir mal in Australien oder in Japan mal eine Tour spielen. Wenn ich das erlebte habe, denke ich mir, dann passt alles.

Und der Klaus reist dann mit, als Merch-Guy.

Michi: Den Klaus packen wir in den Koffer ein ...

Christian: ... der ist dann immer fix dabei. 

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Und im letzten und finalen Teil des Interviews geht es dann nicht um Entweder-Oder-Fragen, sonder um etwas ganz anderes. Einfach überraschen lassen.

Sonntag, 8. Februar 2015

Ver-Flixt Nr. 16: Teil 1 des Interviews mit New Native vom 17.01.15

Wie das nun mal so ist, wenn man sich versteht und dann ein gutes, aber eben auch langes Interview. So war dies auch mit New Native aus Wien. Somit werde ich das in Teile separieren, damit ihr nicht so viel Textwüste habt.

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Ihr seid New Native. Stellt euch doch der Reihe nach alle mal vor!

Michael: Ich bin der Michi, ich spiele Gitarre und singe.

Christian: Ich bin der Christian, ich spiele auch Gitarre und singe die zweite Stimme.

Alex: Ich bin der Alex und spiele Schlagzeug.

Klaus: Und ich bin der Klaus und bin nur so mit.

(alle lachen)

Simon+Alex+Christian+Michael=New Native
(Quelle: http://www.newnativeband.tumblr.com/)

Wir habt ihr eigentlich alle zueinander gefunden?

Christian: Wir haben alle schon von vornherein in verschiedenen Bands gespielt. Zum Beispiel haben Michi und ich vorher zusammen in einer Pop-Punk-Band zusammen gespielt. Simon, unser eigentlicher Bassist, spielt in einer Hardcore-Band. Alex spielt in einer Band, mit der unsere vorherige Band mal zusammen gespielt hat, das heißt, dass das etwas kompliziert ist. Wir hatten alle schon vorher Bands und so haben wir uns alle irgendwie kennengelernt. Ich bin auch erst später eingestiegen, Michi, Simon und Alex haben das alles eigentlich angefangen.

Wo du gerade das Wort Pop-Punk-Band erwähntest. Ist das eher ein österreichisches Phänomen? Denn mir fallen da noch Damn Mondays aus Salzburg und CANS aus Linz ein. Mit denen hatte ich auch schon mehr oder weniger viel Kontakt gehabt. Mir fällt gerade auch keine Pop-Punk-Band aus Deutschland ein.

Michi: In Deutschland hat es sich einfach nicht so durch gerungen, in Österreich waren wir so um 2011, 2012 in Pop-Punk-Bands. Im Anschluss zu unserer ersten EP sind Damn Mondays und CANS aufgekommen und haben das dann weiter getragen, als wir dann das Handtuch geschmissen haben. Aus Deutschland fällt mir auch keiner ein... Story Teller aus Dessau?

Wenn man mal so in die deutsche Musiklandschaft schaut, dann gibt es ja unzählige Bands. Deshalb ist es auch lustig, dass wir hier gerade über Damn Mondays reden, die in Deutschland aber kein Mensch kennt.

Alex: Das sind auch Freunde von uns.

Da haben wir die Frage, wie es um die Musikszene in Österreich steht, eigentlich schon viel früher angeschnitten, als eigentlich geplant. Wenn man sich das so ansieht, dann kennt man Money Boy, die Vamummtn...

Michi: Du hast es hier gerade mit Money Boy Fans zu tun...

Echt jetzt?

Alex: Wir feiern den Boy.

Man kann also Primät fest halten, dass es bei euch solche Trends, wie den Pop-Punk aktuell gibt.

Christian: Auf jeden Fall, da sprießen dann alle möglichen Bands aus dem Boden und vergehen dann halt. Und dann geht es in einem anderen Genre weiter.

Michi: Es ist halt auch lustig zu sehen, dass Bands in irgendwelchen Hardcore-Bands zusammen waren, sich auflösen und die Leute sich dann in anderen Bands wieder zusammenfinden. Im Endeffekt sind die Bands, die ich kenne, immer die selben Leute und die wir auch alle kennen. Wir waren in Hardcore-Bands, in Pop-Punk-Bands und haben uns dann eben zusammengerauft und eine neue Band gegründet.


Michi @ Magnetclub Berlin (17.01.15)
(Shot: AS-Pictures|Quelle: http://stageload.org)

Hängt das vielleicht auch mit der Fläche zusammen? Österreich ist ja nun etwas kleiner als Deutschland, dass man sich dann sagt: „Ich fahre mal eben zwei oder drei Stunden in's Land und bin dann in Linz oder Wien und bin dann mit einer anderen Band unterwegs“.

Michi: Ich denke schon, dass das ein großer Faktor ist. Es ist halt einfach nicht so groß, dadurch gibt es auch diese Szene, wodurch eben der Pop-Punk wiederbelebt wurde. Es gibt dann diesen Kreis von Leuten, die schon in Bands waren, sich für diese Gangart Punk begeistern lassen und mit anderen Leuten aus Wien zusammenfinden. Die Musikszene fühlt sich für mich sehr eng beisammen an, in Österreich. Wahrscheinlich eben durch die Fläche bedingt.

Wie habt ihr euch auf diese Musikrichtung geeinigt? Da hört man den Einfluss der 80er, Indie und Grunge.

Michi: Wir hatten im Vorfeld, der Alex, der Simon, der heute nicht da ist, zu dritt angefangen. Der Christian ist dann im Sommer dazu gestoßen, da waren wir bereits ein Jahr aktiv und hatten bevor wir mir dem Proben überhaupt angefangen hatten, schon alle möglichen Ideen. Da stand eine Country-Band im Raum und andere ganz bizarre Ideen. Wir wollten einfach mal was anderes machen, was möglichst wenig mit Punk, Hardcore oder Pop zu tun hatte. Wir sind dann im Endeffekt eh wieder bei poppigen Alternative-Rock-Nummern gelandet.

So dermaßen poppig ist das jetzt nicht, eine Spur hart ist das schon. Ihr habt auch in den Titeln ein paar Tempowechsel drinnen.

Anderes Thema: Wie seid ihr auf den Namen „New Native“ gekommen?

Michi: Rein aus der Ästhetik des Wortes und weil es über die Lippen geht. Da liegt jetzt nicht irgendwie eine großartige Bedeutung dahinter.

Also habt ihr nicht drei Stunden über einem Wörterbuch gesessen und dann gegrübelt.

Alex: Jeder hat seine Vorschläge eingebracht und ich glaube Simon hat am Ende dann „New Native" als Vorschlag gebracht. Jeder fand den Namen von Anfang an cool und das hat dann für jeden gepasst.

Michi: Das ist der erste Bandname, den ich nicht nach einem Jahr bereue den gewählt zu haben.

Wie viel Zeit ist verstrichen zwischen den ersten paar Zeilen und Ideen bis zum finalen Release eurer EP.

Michi: Bis das Release draußen war oder bis zu den Aufnahmen?

Bis das Release draußen war.

Michi: Die ganze Platte wurde im Sommer 2013 geschrieben, so in etwa im Juli, es hat ca. 4 bis 6 Wochen gedauert. Final kam die EP dann im Mai 2014 dann raus.

Wie habt ihr das mit der Produktion dann bewerkstelligt? Es klingt jetzt bei Weitem besser als so manche erste EP von anderen Bands. Hattet ihr da ein professionelles Studio an der Hand?

Alex: Wir haben in LeftSide-Studios in Wien. Der Michi und der Chris kennen die Leute dort, weil die bereits mit ihrer Pop-Punk-Band dort aufgenommen haben oder ich mit meiner Punkband. Wir wissen das der gute Arbeit macht und sind dann eben wieder zu dem gegangen.

Michi: Wir waren mit den Ergebnissen eigentlich immer recht zufrieden und das für einen sehr fairen Preis. Der Chef kennt unseren Workflow schon, von daher war es relativ einfach und wir wussten das das Ergebnis dann im Endeffekt passt.

Wer hat am längsten für seine Parts gebraucht?

Michi: Wahrscheinlich hat es beim Gesang am längsten gedauert.

Kennt ihr die DVD Sound City? Wo es auch einen Part gibt, wo eine Band einen Track zig mal spielen musste, aufgrund diverser kleiner Fehler.

Michi: Wir haben ja nicht live getrackt, haben schon Overdubbing. Also jeder Spur einzeln aufgenommen und dann übereinander gelegt. 

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Im nächsten Teil des Interviews wird es dann um die Vertriebswege der Musik gehen und ob die Jungs die Schallplatte eher mögen als die CD. 

Mittwoch, 20. August 2014

Ver-Flixt Nr. 10 / Gunner Records die 2te: Interview mit John Allen vom 16.08.2014 im Ramones Museum Berlin

Zu Beginn könnte man sich ja eigentlich schon wieder über den ÖPNV in Berlin und die Fähigkeiten der DB auslassen. Aber das lassen wir lieber. Es hat alles wunderbar geklappt, mein +1 habe ich ohne Probleme getroffen und man ist zusammen zum Ramones Museum. Nach einer kurzen Frage an der Bar, wurde der John Allen zu mir gebracht, der kurz etwas Englisch gesprochen hat, wohl aber anhand meiner Worte sofort in das Deutsche wechselte. Und ja, die leicht rauchige Stimme hat er auch, wenn er spricht und live ist der junge Mann allemal einen Besuch wert, auch wenn er auf der Bühne oben steht, ist er einem näher als man denkt.
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Als Einstiegsfrage: Wie lief die Tour bisher?

John:
Die Tour war bisher großartig. Joe (Ginsberg) und ich, wir haben eine großartige Zeit und auch relativ viel Publikum, so ca. 80 bis 100 Leute, zwischendurch spielen wir noch ein paar Gartenshows, also spielen wir im Schnitt pro Tag zwei mal. Die Gastfreundlichkeit, die einem entgegen schlägt, die ist großartig und gigantisch gut.

Welcher war denn bisher der beste Ort für euch? Also wo sagt ihr, müsst ihr unbedingt noch mal hin?

John: Die besten zwei Shows mit Abstand waren Berchtesgaden und Oberhausen. Oberhausen am Montag war ... oder war es am Mittwoch?... egal, es war irre, was da abging. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass so viele Leute mitsingen. In Berchtesgaden war einfach ein ganz kleiner Club mit einer super niedrigen Decke und es war irre laut und das hat einfach richtig gerockt. Das waren die Highlights auf dieser Tour, auf jeden Fall.

Wenn du sagst mitsingen, wie kommt das? Ich bekam ja das Master.


John: Das Album kommt am 29.08. raus, aber mit dem Label haben wir das abgestimmt, dass wir das auf Tour schon verkaufen können. Das ganze lief über Crowdfunding und die Leute, die da mitgemacht haben, haben das eben schon vorher bekommen.

Also wie Kartoffelsalat für 54.000$?

John: Genau, nur ohne Kartoffelsalat.

Wenn ihr auf Tour seid, gibt es da bestimmte Regeln? Kein Bier, kein Furzen, kein Sex?

John lacht

Ich kenne eine Band aus England, die sagt sich: keine Bierflaschen, sonst bekommt der Fahrer Probleme.


John: Wir hatten bislang keine Probleme und wir haben uns auch nicht auf irgendwelche Regeln geeinigt. Wir haben uns nur versprochen, dass wir uns nicht prügeln und das haben wir auch bisher nicht gemacht.

Obwohl die Musik ja so ein bisschen danach klingt. Also was heißt danach klingt... eher so wie eine kleine Barschlägerei aus den Filmen, die in Alaska spielen.

John:
Das ist doch übertrieben. (lacht)

Was war denn eigentlich das krasse Gegenteil zu den guten Shows? Also Orte wo man sich gefragt hat, ob man das überhaupt zum Laufen bekommt, die Leute total schlecht drauf waren oder das Publikum total verrückt war.

John:
Die erste Show war in Frankreich in Metz, das war ein wenig komisch, weil auch total wenig Leute da waren. Aber sonst scheint uns die Sonne ausm Arsch. Es macht Spaß, wir werden überall gut angenommen und das ist schon nicht selbstverständlich.




John Allen 16.08.14 im Ramones Museum
(Quelle: AS Pictures)

Zum Album: Sophomore, was heißt das für dich? Was heißt das überhaupt? Hab zwar mein Abitur in Englisch gemacht aber das Wort ist mir bisher nirgends untergekommen.

John:
Sophomore kommt eigentlich aus dem Griechischen und ist eine Mischung aus Sophos und Moros. Sophos ist jemand, der sehr klug ist und ein Moros ist jemand, der sehr dumm ist.

Also so etwas wie Ying und Yang in einem.

John:
... genau. Beide Seiten von einer Medaille. Eigentlich bin ich selbst nicht darauf gekommen. Jemand aus Köln hat mit diesen Namen vorgeschlagen. Ich finde es halt schön, dass es beides beleuchtet: man hat schon eben etwas erlebt aber es gibt noch soviel, was man erleben kann und es gibt noch soviel, was vor einem liegt. Auf der einen Seite ist man eben doch schon clever und auf der anderen Seite ist man doch eben noch grün hinter der Ohren.

Das zieht sich auch ein wenig durch's Album. Der erste Titel heißt „New Years Eve“, wo alle total verrückt sind, und dann gibt es eben auch andere Titel, wo es darum geht zu sagen: „Ach, scheiß jetzt drauf, weiter machen.“ Ist diese Grundstimmung, ist das eher so der Hamburger, der sich sagt: „Ach, drauf geschissen.“ ?

John:
Nein, gar nicht. Das ist gerade eher meine generelle Grundstimmung. Wo ich mir halt denke, dass ich etwas erreicht habe, wo ich mir nie gedacht hätte, dass ich das je erreichen kann, dass ich in wildfremde Städte gehe und Leute kommen zu meinen Shows, auch nicht in dem Maße. Das erzeugt in mir so eine gewisse Aufbruchstimmung, dass man weiter daran arbeiten sollte, weiter machen sollte. Das sollte in dem Album schon ein wenig raus kommen. Ich habe jetzt so eine gewisse Rastlosigkeit entwickelt, ich will dran bleiben und einfach weitermachen.

Okay. Wo kommt eigentlich dieser Sound her? Ich hab im Blog geschrieben, dass es nach Kanada oder Alaska klingt, nach irgendwelchen abgeschotteten Orten, wo Menschen die Hälfte ihrer Zähne nicht mehr haben und sich schlagen, weil das Bier nicht schmeckt. Kommt der Sound aus dem was du gehört und erlebt hast? Oder ist es einfach so, dass du dich gefunden hast und dir sagst, dass es dir so gefällt und das du in diese Richtung möchtest?

John:
Eher letzteres. Ich habe mit Kanada nicht viel am Hut, da muss ich dich leider enttäuschen. Es gibt ja immer so gewisse Songs, die man im Ohr hat, wenn man selbst einen Titel schreibt. Manchmal hat man auch eine bestimmte Instrumentalisierung im Ohr und genau so war das. Zum Beispiel „Rock'n'Roll Romeo“ klingt so ein wenig nach Tom Petty. In der Zeit, wo dieser Song entstanden ist, habe ich relativ viel Tom Petty gehört. Ich habe dann mit meinem Producer geschaut, welche Instrumente Tom benutzt, wie baut er die Songs auf, wie strukturiert er die von den Instrumenten her. Das haben wir versucht ein wenig nach zu bauen. Aber das fertige Stück hat uns dann überhaupt nicht gefallen. Aber aus diesem Grundgerüst haben wir dann eigene Ideen entwickelt. So lief es eigentlich bei vielen Songs, ein Konglomerat aus vielen verschiedenen Einflüssen.

Aber trotzdem hat sich ja eine Hauptrichtung herauskristallisiert, Akustik, deine Stimme, ist trotz des Tees, den du da gerade trinkst, rau. Aber man merkt in den Liedern, dass es immer noch ein Stück weit Rock'n'Roll.

John:
Auf jeden Fall. Dann gibt es auch Titel, wie „It's Raining Every Day“, der Song hat halt nur Gesang und Gitarre. Den habe ich mit Absicht so belassen, wie er ist. Er sollte sehr, sehr rau klingen, wie ein Demo, total unbehandelt.

Ich hab Demos gehört, die klingen schlechter als das.

John:
Deswegen waren wir auch im Studio. Aber aus Prinzip haben wir den Song ganz einfach gelassen. Wir hätten den auch mit dramatischen Streichern auskleiden können. Aber hier haben wir uns bewusst dagegen entschieden.

Ich habe gelesen, dass du Studiert hast. Pädagogik: Englisch und Geschichte. Wie kommt man auf die Idee, sich von einer sicheren Einkommensquelle - Kinder wird es ja weiterhin geben, Lehrer werden auch in Zukunft noch gebraucht – loszueisen, alles über den Haufen zu schmeißen und zu sagen: „Ich mach jetzt Musik und bestreite damit meinen Lebensunterhalt.“

John:
Ich arbeite immer noch als Lehrer. Ich habe noch bis Montag Ferien. Wenn einem passiert, was mir jetzt passiert ist, mit dieser ganzen Frank Turner Geschichte, auf einmal steht man vor 1000 Leuten und spielt da irgendwie. Das weckt Begehrlichkeiten, das pusht unglaublich, man will, dass das so weitergeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der das erlebt hat, sagt, dass er das nicht mehr möchte, nicht mehr bräuchte, nicht mehr will. Das ist so ein bisschen wie eine Sucht.



John Allen 16.08.14 Ramones Museum Berlin
(Quelle: AS Pictures)

Wie siehst du heute auf die Musikindustrie? Hast du da Erfahrungen sammeln können oder hast du schon Geschichten von anderen Musikern gehört, die vor zehn oder fünfzehn Jahren schon im Business waren, die gesagt haben, dass damals alles anders und besser war? Du hast ja selbst erzählt, dass dein Album durch Crowfunding ein Stück weit finanziert wurde, also Produktion und Studiozeit wahrscheinlich auch. Müssen die Menschen anders denken und anders Musik konsumieren, um etwas interessantes zu finden? Ist das alles mit den großen Gehältern, großen Gagen und Labelverträgen, ist diese Zeit vorbei?

John:
Ich glaube, dass es früher genauso viele Bands gab, die um ihre Existenz gekämpft haben, wie heute. Man macht aber, meines Erachtens nach, den Fehler, dass man ganz verträumt in die sechziger und siebziger guckt und sagt, dass es da noch gute Musik gab und Bands, die die Zeit überdauert haben und die viel Geld verdient haben. Man vergisst dann aber, dass genauso viele Bands gab, die hinten durch das Raster gefallen sind, weil sie vielleicht einen Hit hatten und dann nichts mehr. Ich glaube auch, dass Web 2.0, Facebook, Twitter immer wichtiger wird und das Bands somit mehr Chancen haben, sich selbst zu vermarkten und ich höre von Bekannten, dass Labels auch finanziell teilweise schwer zu kämpfen haben. Mir fehlt da aber komplett der Einblick. Mein Label ist ein Ein- oder Zweimannbetrieb, Gunner Records, und ich weiß, dass Gunnar damit nicht reich wird.

Das nicht, aber hat jede Menge interessante Bands.

John:
Das ist wahr, das ist dann aber auch wieder was anderes. Aber das ist dann aber eben auch ein Business von Idealisten. Das gilt halt für die Indielabels. Ich glaube bei Warner und bei Universal sieht das alles noch ein wenig anders aus.

Ich denke aber, dass auch selbst die mittlerweile zu kämpfen haben.

Was sind deine Pläne für die Zukunft, außer dass du am Montag wieder Kinder unterrichten musst?

John:
Spielen, spielen, spielen. Das Album kommt in zwei Wochen raus (Anm. d. Red.: 29.08.14), dann machen wir ein bisschen Promo für das Album. Ich spiele dann in Hamburg im Inn-Store, spiele an Wochenenden zwei, drei kleinere Festivals und dann fangen wir an zu planen für nächstes Jahr und für den Herbst. Zwischendurch werden noch ein paar Gigs eingeschoben. Ziel ist eben, dass  das Album in einem gewissen Rahmen eben einschlägt und das wir auf das Album aufbauen können.

Mein Blog wurde mir wegen deines Albums eingerannt. Ich fand es kurios.

John:
Das ist auch genial.

Und in zehn, fünfzehn Jahren, heißt es dann: „John Allen auf Tour“, dann aber als Headliner?

John:
  Das muss ja das Ziel sein irgendwo. Also wenn du ernsthaft Musik machst, dann machst du es ja nicht, weil du es geil findest, vor zehn Leuten zu spielen. Wenn du ernsthaft Musik machst, hast du den Traum, irgend wann mal groß zu sein. Das heißt aber auch nicht, dass Konzerte mit zehn Leuten nicht toll sein können. Ich habe auch schon geile Konzerte mit fünf oder sechs Leuten gehabt. Wenn jemand Musik liebt und ich liebe die Musik, dann ist Vorstellung davon leben zu können natürlich ein Traum. Und wenn man dafür was tun kann, macht man das eben. Ob das dann aber am Ende klappt, oder ob sich das in eine Richtung entwickelt, bei der man sagt, dass es klappen könnte, das steht dann auf einem ganz anderen Blatt. Aber so ein wenig träumen kann man schon. Fest steht auf jeden Fall für mich, dass ich nicht aufhören werde, Musik zu machen. Ob nun in zehn Jahren 2000 Leute meine Musik hören wollen oder nach wie vor 50 oder zwanzig.

Dann heißt es irgendwann: John Allen in der O2-World oder John Allen in der Zitadelle Spandau.

John:
Das glaube ich nicht.

Wie bei Mumford & Sons geht es bei musikalisch dir ja grob in die selbe Richtung.

John:
Mumford & Sons haben eine Band. Ich glaube schon, dass es für eine Band mit einem gewissen Kickstart deutlich einfacher ist als für einen Solokünstler. Eine gute Band macht aus, ob nun 500 oder 1000 Leute zu deiner Show kommen. Das ist alles echt noch Zukunftsmusik. Im Moment bin ich echt glücklich darüber, wie es gerade läuft. Es läuft wirklich richtig gut. Mit dem ganzen Projekt habe ich vor etwas mehr als eineinhalb Jahren angefangen und jetzt spiele ich hier mit Joe Ginsberg in Berlin und es werden wohl um die hundert Leute kommen. Als ich im März mit einem Kumpel, Ghost Of A Chance, hier zusammen war, waren auch um die achtzig Leute da. Also was will ich denn mehr im Moment? Ich sehe eine Progression, ich sehe eine Entwicklung, ich sehe dass das Publikum größer wird und ich sehe, dass es dem Publikum in der Regel gefällt. Und genau das genieße ich in diesem Moment gerade wirklich sehr. Wenn es so weiter geht, wäre das toll. Und wenn es so bleibt, wie es ist, dann hab ich immer noch richtig viel Spaß dabei.

Zum Ende eines jeden Interviews, frage ich immer ein paar Randomsachen.

Katze oder Hund?

John:
Hund. Ganz einfache Sache: Meine Eltern hatten seit dem ich klein war Hunde und nie irgendwelche Katzen.

Morgen oder Nachtmensch?

John:
Nachtmensch. Definitiv.

Bist du eher der Kaffee- oder Teetrinker?

John:
Ich trinke überhaupt keinen Kaffee, wenn dann eher Tee.

Ist das das Norddeutsche in dir?

John:
Überhaupt nicht. Ich vertrage ihn einfach nicht. Ich übergebe mich nach einem Kaffee regelmäßig.

Was ist dir Lieber: Touren oder Aufnehmen?

John:
  Touren, definitiv. Aufnehmen ist total spannend, Aufnehmen macht Spaß, Aufnehmen ist verdammt harte Arbeit, aber es ist toll zu sehen, wie etwas entsteht. Und das Touren ist dann das Lobabholen dafür. Es ist zwar auch anstrengend, aber es gibt halt nichts besseres, als abends auf der Bühne zu stehen und Applaus zu bekommen. Ich sehe hier, wie die Leute hier sitzen und sich auf das Konzert freuen und das ist eben irre.

Ich hab gehört, dass die Berliner ein bisschen eigen sein sollen und nach zwei, drei Mal gelangweilt sind.

John:
Meine Erfahrungen mit Berlinern, und das sage ich jetzt nicht nur, weil wir in Berlin sind: Die besten Shows hatte ich hier und im Kölner Raum. Also Köln, Düsseldorf, Oberhausen. Die Ecke, da hatte ich bisher meine besten Soloshows.

Letzte Frage: Singst du unter der Dusche?

John (lacht):
Gelegentlich schon, ja.

Ist das dann eher der Frank Sinatra oder ...

John:
Das ist wohl eher davon abhängig, was ich gerade höre. Mein letztes Duschsong war „Into The Great White Open“ von Tom Petty heute Morgen. Das liegt aber auch daran, dass Joe Ginsberg den auf der Tour ab und an gecovert hat, deswegen hatte ich den so im Ohr.

Du stehst übrigens nicht vorne am Eingangsschild.

John:
Ich bin ja auch nur Support.

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Nach dem Konzert hat mich eine junge Dame angesprochen, die während des Konzerts mit ihrer Spiegelreflex aufgefallen ist. Sie hat mir angeboten, Bilder von ihr auf meinen Blog zu hieven. Ich möchte hier an dieser Stelle Adina Scharfenberg sehr dafür danken.