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Dienstag, 6. März 2018

1. Teil des Interviews mit Margrét Rán von Vök

Bereits auf dem Weg nach Berlin wurde ich angerufen, dass die Band sich 20 Minuten verspäten würde. Final waren es 30, aber das lag am Verkehr der Stadt. Zuerst haben Margrét und ich darüber gesprochen, wie ich auf diese Band gestoßen bin (es war ein Werbevideo von 66° North) und ich fragte sie, was ihr Lieblingsgetränk und ihr Lieblingssänger ist. Und nein, Margrét kennt die Gilmore Girls nicht.

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Magst du dich vielleicht vorstellen?

Margrét: Mein Name ist Margrét Rán und ich bin die Sängerin der Band Vök aus Island. Ich spiele auch ein paar Instrumente, aber das werde ich nicht ausbreiten... oh und ich bin mit der Lead-Sänger. Ich spiele das Keyboard, den Bass und die Gitarre.

Was bedeutet dir Vök, der Name der Band oder das Projekt?

M:
Was es mir bedeutet? Interessante Frage. Natürlich bedeutet die Band mir sehr viel, sie ist eine Familie für mich. Das Projekt läuft nun schon fünf Jahre und es wächst seit dem stetig. Es ist wie Arbeit aber auch ein Baby.

Was inspiriert dich neue Musik und Texte zu schreiben?

M: Auf Tour sein inspiriert mich sehr. Ich bekomme da viele Ideen und ich glaube auch, wenn wir zuhause sind. Wir haben ziemlich mieses Wetter in Island und das kann manchmal sehr inspirierend sein. Und das auf eine komische Art und Weise.

Wirklich? Wenn man sich Dokus über Island anschaut, sieht man nur gutes Wetter, vielleicht etwas Schnee, vielleicht ist es auch kalt, aber es gibt überall glückliche Menschen.

M: Oh Gott, wie haben ohne Ende schlechtes Wetter. Man muss den Wettergott förmlich anbeten um etwas Sonne abzubekommen. Es kann aber auch schön sein und kalt und verschneit, aber der Wind ist das Schlimmste an Island. Urlaub machst du in Island am besten im Sommer.

V.l.n.r.: Einar, Margrét und Andri
(Quelle: Presskit von Nettwerk)

Sind das eigentlich primär deine Ideen hinter den Liedern und Texten oder gibt das eher einen regen Austausch zwischen dir und deinem Saxofonspieler Andri?

M: Manchmal tauschen wir Ideen aus, aber primär sind es meine Ideen. Ich fange einen Beat an oder eine Melodie und bringe das dann mit ins Studio.

Wird es dieses Jahr noch ein neues Album geben?

M: Definitiv. Wir suchen gerade nach dem richtigen Sound und dem richtigen Produzenten. Wir suchen nach dem Sound, den wir gerade spielen und wollen, denn Entwicklung ist gut für uns. Wir wollen den nächsten Schritt wagen und nicht im selben Soundgewand hängen bleiben. Für mich ist das sehr wichtig.

Wird es dann immer noch den warmen Klang der ersten EP's und des Albums geben?

M: Ja natürlich. Die neuen Klänge sind sogar noch wärmer.

Unterscheidet sich die isländische Musikszene von der in Europa?

M: Ich glaube, dass sie kleiner ist, weil auch die Gemeinschaft kleiner ist. Wir sind 300.000 Leute auf einer kleinen Insel und jeder kennt jeden. Vielleicht ist es hier in Deutschland oder sogar Europa viel härter.

Also kennst du sogar die Mitglieder von Sólstafir?

M:
Nun, ich kenne sie nicht direkt, ich habe mit ihnen aber schon geredet.

Was machst du, wenn du nicht gerade auf Tour bist oder an neuer Musik schreibst? Hast du einen Job?

M: Ich arbeite für die Firma Össur. Wir stellen Prothesen her und das gefällt mir. Und wenn ich gerade nicht an neuer Musik sitze, fahre ich gerne Ski, mache Sport oder lese Bücher.

Was ist dein Lieblingsgenre?

M:
Ich liebe Selbsthilfebücher. Eines meiner Lieblingsbücher ist Die subtile Kunst, des Daraufscheißens. Ich liebe es einfach.

Könnte auch ein Buch von Corey Taylor sein. Was für Musik hörst du oder hast überhaupt Zeit dazu?

M: Ich höre mir wirklich alles an. Aber wenn ich gerade nicht in der Stimmung bin, inspiriert zu werden und einfach nur genießen will, höre ich Billy Holliday und kubanische Musik, das beruhigt mich sehr. Ich habe eine riesige Playlist, die ich dann anschmeiße. Sonst höre ich noch Portishead, Massive Attack und anderes Zeug aus den Neunzigern.

Hörst du dir Musik mittlerweile anders an als in der Zeit vor Vök? Hast du eine andere Blickweise darauf?

M:
Ich analysiere höllisch viel, wenn ich auf Konzerte gehe und selbst wenn ich daheim Musik höre. Aber deswegen höre ich in den eigenen vier Wänden auch gerne Musik aus den 30er und 40er Jahren. Das analysiere ich gar nicht sondern genieße es einfach. Vielleicht liegt es daran, dass ich gar nicht diese Art von Musik mache.

Warum nicht? Vielleicht als Projekt nebenher?

M: Ja, vielleicht. Es ist wirklich gut sagen zu können: 'Oh, diese Snare klingt echt gut.'

Es war schwer in den 30er und 40er Jahren Musik aufzunehmen. Aber es klingt alles herzerwärmend und manchmal klingt es wie Weihnachten.

M: Genau.

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Im zweiten Teil des Interviews erzählt mir Margrét ein paar Geschichten aus ihrem Touralltag und was sie am meisten vermisst.

1st part of the interview with Margrét Ran from Vök


First of all, I was called during my way to Berlin. The band would be 20 minutes late. All in all it was 30 minutes because of the traffic in the city. At first we spoke about how I've discovered the band (it was a commercial video for thebrand 66° North) and what the favourite beverage of the singer is. And no, Margrét doesn't the Gilmore Girls.


Could you please introduce yourself?

Margrét: My name is Margrét Rán and I'm the singer from Vök from Iceland. I play a couple of instruments but I'm not gonna mention... oh, and I am the lead singer. I do the keyboard, the bass and the guitar.

What does Vök, the name of the band or the project mean to you?

M:
Mean to me? That's an interesting question. First of all it means a lot to me. It's kind a kind of a family to me. It is a five year old project and it has been growing for five years. It is a sort of a business and a baby.

What inspires you to write new music and lyrics?

M:
It really inspires me when we are on the road. I get lots of creative ideas there and I guess when we are at home. We have major depressing weather and that can be sometimes madly inspiring. In a weird way.

Really? When I see a documentation about Iceland, there is always good weather, maybe some snow, maybe it's cold, but there are always happy people.

M: Oh god, we have loads of bad weather. You have to pray to the weather god to have sun. It can be really beautiful and cold and snowy, but the wind is the worst part about Iceland. For vacation it is better to come in the summer time.

F.r.t.l.: Einar, Margrét and Andri
(Source: Nettwerk's presskit)

So there are your ideas on the songs and lyrics or do bounce your ideas of with your saxophone player Andri?

M: Sometimes we bounce ideas of. But usually it is me and my ideas. I start with a beat and a melody and I take that to the studio.

Will there be new record this year?

M: Yes definitely. We're trying to find the right sound and producer. We're looking for the sound we want to make now because it is good for us to evolve, to make the next step and not just get stuck in one sound scape. That is very important to me.

Will there still be the warm sound from your first EP's and the record?

M:
Yes, of course. The new sounds are actually warmer.

Is the Icelandic music scene different from the European one?

M: I think the main part is smaller because of the small community. We are 300,000 people living on a small island and everybody knows each other. And maybe it's harder here in Germany or even Europe.

So you know all the band members of Sólstafir?

M:
Well, I don't know them, but I've talked to them.

What are you doing when you're not travelling or writing music? Do you have a day job?

M:
I actually work at company called Össur. We're making prosthetics and I find it quiet exiting. When I'm not writing or working I like to ski, I exercise, I read books.

What is your favourite genre?

M:
I''m all into self care books. I really love The subtle art of not giving a fuck. I like it. 

Could be a book from Corey Taylor. What kind of music are you listening to? Or is there no time for listening to some music?

M:
I literally listen to everything. But when I don't want to be inspired and enjoy it, I listen to Billy Holiday and Cuban Music, because this is really calming to me. I have long playlist that I put on. Otherwise I like to listen to Portishead and Massive Attack and all that stuff from the 90's.

Do you have a different point view of into music at this moment referring to the time before Vök? Do you listen in a different way to music?

M: I analyse a lot like when I go to a concert and even when I am listening to music at home. But that's why I like listening to 30's and 40's music, I don't analyse that. I just enjoy it. I don't analyse it because I'm not making this kind of music.

Why not? Maybe as a side project?

M: Yes, maybe. It is really good to be like: 'Oh, this snare sounds amazing.

It was hard to record music back in the 30's and 40's. But it is heart warming and sometimes it sounds like Christmas.

M: Exactly.

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In the second part Margrét and I will talk about touring and what she misses the most.

Mittwoch, 2. November 2016

Pias 4: Junk Son - Beginning, Ending, Pretending

Kann es sein, dass die Menschen des britischen Königreichs, zumindest zum Großteil, ein unglaublich gutes Gespür für elektronische Musik haben, auch im Bereich Ambient und Trip-Hop? Man höre sich aktuell Massive AttackPortishead oder  The XX an! Junk Son, der bürgerlich John Dunk hießt, kann man hier ebenfalls getrost einordnen.

Auf seinem Album "Beginning, Ending, Pretending", welches am 04.11. auf 37 Adventures veröffentlicht wird, finden sich vielerlei Elemente zusammen, die man in den letzten Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten in der Szene rund um die elektronische Musik neu aufgetan und weiterentwickelt hat. Vermischt wird dies mit einer Menge Soul und Atmosphäre. Auf den elf Titeln wandert man gedanklich zwischen Nachtschichten am heimischen PC, Sonnenaufgängen auf Ibiza und Träumereien auf der heimischen Couch. Auch wenn diese Mischung sich krude lesen lässt, so umreißt man hier dennoch grob genau das, was man auf dem selbstproduzierten Album findet. Man erinnert sich hier an Portishead, die die schlurfend dunkle Ecke des Ambient noch weiter erforscht und verstanden haben; man sinniert, wie es doch war, zu den Hochzeiten von Café Del Mar, Titel wie "What I Want" könnte man hier sicher ohne große Probleme unterbringen. Ob das aber Künstler selbst möchte, bleibt ihm überlassen. Gelungen ist ihm dieses Werk allemal, wie bereits erwähnt, hat er das gute Stück alleine in seinem Londoner Studio aufgenommen und sogar produziert. Sicher werden hier nun viele Leute Schnappatmung bekommen, denn elektronische Musik sei ja so einfach zu produzieren und zu erzeugen. Eben nicht, denn wer sich mal umhört, auf Bandcamp, Jamendo oder Soundcloud, der wird leider auch hier feststellen müssen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Tracks zu schaffen, die einen bei der Stange halten, die nicht zu langatmig oder gar langweilig sind, das ist schon eine große Kunst, vor allem im Alleingang.

Anspieltipps: True, Picture, Over

5/6 Punkten (Wo wären wir wohl alle ohne unsere Computer?)

Junk Soun - Beginning, Ending, Pretending
(Quelle: Promomail von Pias.com)

Sonntag, 15. November 2015

Bandcamptage Vol. 147

Auch wenn ich den Künstler hinter KI:Theory anders entdeckt habe, so kann man doch froh sein, dass das alles unter Bandcamp fällt. Denn eigentlich bin ich durch mein anderes Hobby, das Radeln - gut in diesem Punkt viel durch den Film UnReal - auf den Künstler aufmerksam geworden. Hier wurde das Intro mit dem Titel "Goner" unterlegt und da Shazam nichts fand, musste man sich das Ende des Filmes ganz genau ansehen.

Am Ende fand ich die Homepage des Künstlers und musste mit verblüffen feststellen, dass hier alle Releases für einen frei wählbaren Preis liegen, man muss nur seine E-Mail-Adresse angeben. Da "Goner" recht mystisch und dunkel wirkte, überrascht er auf dem Album Kitty Hawk mit einem großen Abwechslungsreichtum, der irgendwo zwischen Portishead, Massive Attack, Nine Inch Nails, Tom Vek und Röyksopp liegt. Man findet elektrische Gitarren, Gesang, manchmal auch einen Hauch Chiptune. Eigentlich alles was das Herz begehrt und einige Alben zum Hören.

Anspieltipps (aus Kitty Hawk): I Wanna Run, Scot-Free, Open Wound

KI:Theroy - Kitty Hawk
(Quelle: Bandcamp.com)
Und da ist er nun, der graue November in seiner vollen Pracht.

Freitag, 30. Mai 2014

Soundcloudisch Vol. 10

Unter diesem Thema lief ja ewig nichts mehr. Versteht mich nicht falsch, es gibt viele gute Alben und Titel in der Soundcloud, aber nicht alles darf geladen werden. Das ist natürlich das gute Recht jedes Künstlers und auch jeder Band. 

Manchmal beißt einen förmlich das Glück, so auch bei dem Massive Attack-Tributemix von Funky Jeff. Wie, Massive Attack sagen euch nichts? Man kann diese Band aus UK getrost zu den Urgesteinen des Triphop zählen, mir wurde einst Ihr Album Mezzanine nahe gelegt. In München hat es mich gar einige Zeit begleitet, auch aktuell begleitet es mich häufig. Sind doch die Klassiker vie Teardrop oder Angel vertreten. Einige werden aufschreien, dass sie vielleicht was in einer Sendung über Illuminatenverschwörungen auf einem Privatsender aus München gehört haben könnten. Sicher ist das korrekt, das tut der Qualität aber keinen Abbruch. Wer also mal genau wissen möchte, was Massive Attack so treiben oder ohne Fernseher lebt (ihr GLückspilze), dann gebt euch das. Fans dürfen auch hier zugreifen, ist doch alles kostenlos. Also nicht nur streamen, sondern auch runterladen. 


Mittwoch, 8. Januar 2014

Jamendosis Vol. 19

Da gibt es hier nicht so viel im Blog, dass muss ich ja zugeben. Dieses Jahr war ich auf Jamendo und muss sagen, oder eher schreiben, dass die Startseite jetzt interessanter wirkt, aufgeräumter und mehr wie ein Blog. Da kann man den Entwicklern auf die Schulter klopfen.


Nun genug der blumigen Worte für Jamendo. Die Band, die dort bereits im Mai 2013 ihr Album mit dem Namen Across The Sky veröffentlich hat, heißt Sweet Play und kommt aus Frankreich. Die Musik die sich auf dem Longplayer findet, kann man getrost als eine sehr gelungene Mischung aus Massive Attack, Portishead, My Brightest Diamond und den ruhigen Sachen von Nine Inch Nails bezeichnen. Das alles ist wirklich genial und fesselt mit mit jedem Druchlauf mehr. Es wirkt erotisch, dennoch kühl. Der Gesang, der von einer Frau kommt, ist fast eingehaucht. Das Konzept dahinter ist, dass die sechs Mitglieder nicht in einem Raum oder Studio zusammengekommen sind, sondern alles über das Internet gemacht haben. Somit hatte jeder maximale Freiheiten.


Da auf Jamendo CC-Musik liegt, ist der Tarif eine runde Sache, so wie die Null. Meine Empfehlung habt ihr. Das solltet ihr gehört haben: Flight, In My Dreams, Come On


 Der Winter ist so warm, dass Leute schon wieder über ihren Heuschnupfen klagen.

Samstag, 6. Oktober 2012

Youtubisch Vol. 10

Es ist gerade Herbst und mein Stimmungsbild scheint sich dem leider etwas anzugleichen. Das kann mehrere Ursachen haben, aber alle will und kann ich hier nicht erklären.


Ich stolpere also so durch meinen Musikordner und finde Newton Faulkner. Nicht das ich nicht gewusst hätte, wo der liegt, aber hab den schon seit einiger Zeit wieder im Ohr. Dabei hat mich meine damalige Freundin darauf gebracht. Und irgendwie kam ich von dem nicht mehr weg. Sie zeigte mir das Cover von Massive Attacks Teardrop, was ich dann in Dauerschleife gespielt hatte. Ich kam von diesem Titel nicht mehr weg. Das Album drumherum ist auch ganz große Klasse, welches zwischen tieftrauriger und teils doch sehr fröhlicher Musik hin und herschwankt. Wie das Leben, so die Musik. Und achtet mal auf seine Haare.