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Mittwoch, 14. Oktober 2020

CATALAN! - Veritas (Gunner Records)

Die Band CATALAN! kommt aus Belfast, einem der Schauplätze der des Nordirlandkonflikts in den 70er Jahren. Katalanisch ist die Sprache Kataloniens, einer Region Spaniens, die sich seit Jahren autonom erklären. Und bei Veritas handelt es sich um niemand anderen als die römische Göttin der Wahrheit. Wie ihr lesen könnt, wird hier gleich bedeutungsvoll gestartet. Es geht auf dem Album aber weniger "schwergewichtig" zu, als es dieser ganze Namenskladderadatsch vermuten lässt. Mit Verlaub geschrieben, ist der Sound auch für Gunner Records, da wo Veritas, das Album, erschienen ist, relativ ungewöhnlich. 

Wer erinnert sich noch an die ersten Jahre hier NebendemStrom? Auf Twitter ist es ja auch Trend, den Anfang mit dem Jetzt zu vergleichen. Die Retrospektive ist insofern sinnvoll, da sich auf "Veritas" die Sounds hören lassen, die wir einst hier, hier und hier hatten. Die Tall Ships kamen auch aus UK, dann ist das mit dem Sound auch nicht so sehr weit hergeholt. 

CATALAN!'s Klangvielfalt schwingt zwischen großer Theatralik, mächtigen Soundwänden, bestehend aus viel Gitarre und einem drückenden Bass, und fast kindlicher Naivität, die sich meist in den vorgetragenen Gedichten wiederfinden lässt, hin und her. Bereits auf dem Opener Roussillion Serenade ist klar, wo es auf den nächsten 43 Minuten hingehen wird. Man darf tanzen, mitrufen, wenn man die Texte nach dem zigsten Durchlauf intus hat, und immer wieder auf akustische Entdeckungstour gehen. Viele Kleinigkeiten erschließen sich erst, wenn man sich der Göttin der Wahrheit vollständig hingegeben hat. Ist da etwa ein Topf im Track Oka versteckt? 

Thematisch, wie kann es im Jahr 2020 auch anders sein, wird die Gesellschaft auseinandergenommen. Man beschäftigt sich mit den Nachrichtenquellen, Blogs und was mit den Menschen passiert, wenn die alles jederzeit googeln können und permanent ihr Leben ins Netz stellen oder zumindest so tut, als würde es ihnen richtig gut gehen. Die Texte verhalten sich diametral zur gespielten Musik. 

Release: 02.10.2020
Label: Gunner Records

Anspieltipps: Single Source, Cornelius, Fortune

5,5/6 Punkten (Da kommen Erinnerungen hoch)

CATALAN! - Vertias
(Quelle: Presskti von Gunner Records)

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Big Scary Monsters - Annual Sale (Bandcamptage)

Big Scary Monsters, ein kleines Label aus Oxford, macht, wie wohl jedes Jahr, einen kleinen Ausverkauf. Das heißt, ihr könnt euch alle Alben herunterladen, für einen Preis, der euch in den Kram passt.

Ohne dieses Label gäbe hier einige Reviews nicht und schon gar nicht mein aller erstes, welches ich vor fast acht Jahren für Scene 2 Act (die Seite ist mittlerweile offline) geschrieben hatte. Auf dem Label gibt es auch die Tall Ships, Delta Sleep, TotorroSorority Noise, Alpha Male Tea Party, mewithoutYou, Gulfer, Gnarwolves, Terrible Love und viele mehr.

Dazu gibt es auch ein paar Schmankerl von Minus The Bear und La Dispute. Im Grunde ist für fast jeden was dabei und so nach Weihnachten, ist das, meiner Ansicht nach, eines des besten Geschenke, die man machen kann. Aber beeilt euch, der Sale endet am 02.01.2020.


Big Scary Monsters
(Quelle: Wikipedia)

Freitag, 14. September 2012

Scene2Act Part 5: Interview vom 07.09.2012 mit Everyone Everywhere in Berlin

Der Abend begann recht vernieselt im Osten Berlins, vor dem Bogen 47 und die Band hat gerade einen Eintopf zu sich genommen, als ich frage, wegen des Interviews. Sie sehen aus, wie aus einer Werbung für das Kleiderlabel Holden & sie wirken wie Jugendliche auf einer Klassenfahrt, mit ihren Rucksäcken und den Trinkflaschen, die sie bei sich haben. Nett und zuvorkommend sind sie auch. 

Hallo Everyone Everywhere. Erste Frage: Wer seid ihr und was macht ihr in der Band?
Mein Name ist Brendan McHugh, ich spiele Gitarre und singe.

Tommy Manson, ich spiele auch Gitarre.

Brendan Graham, ich bin an den Trommeln tätig.

Ich bin Matt Scottoline und spiele Bass. 




(v.l. n.r.: Tommy Manson, Brendan Graham, Matt Scottoline, Brendan McHugh: Inlay für das erste selbsbetitelte Album)

Das ist eure erste Europa-Tour, wie ging es soweit voran? Was war bisher gut und was war schlecht?

Brendan M:
Es ist gut, einige Shows waren besser, andere schlechter, aber soweit war alles in allem recht O.K. .

Brendan G: UK war wirklich gut, Stockholm und Oslo waren irre.

Also sind die Leute da vielleicht mehr an Indie/ Indie-Rock-Musik interessiert?

Brendan M:
Man kann das so nicht verallgemeinern, denn es kann ja sein, dass es in der Stadt irgendwo noch eine gute Show gibt und wir deswegen weniger Besucher haben, als erwartet. Zum Beispiel waren in Hamburg ca. 15 Leute da, aber nach einer Show will und kann man diese Stadt auch noch nicht wirklich einschätzen und beurteilen.

Was macht am meisten Spaß, wenn man mit einem kleinen Van in Europa auf Tour geht?

Tommy:
Das man verschiedene Leute trifft und alte Freunde, die hier her ausgewandert sind oder nur ein Austauschjahr machen. Wir haben 13 Länder in 30 Tagen bereist, das sind mehr Länder als wir bisher in unserem Leben gesehen haben.

Also ist das ein sehr hartes Programm, was ihr da fahrt?

Tommy:
Ja, es geht. Wir haben immer einen Tag Pause, das ist aber auch ab und an recht komisch, wenn man in so vielen verschiedenen Städten Halt macht. Man will gerne was Sicheres haben, immer eine Sprache und immer eine Währung, was in Europa nur schwer möglich ist, wenn man eine Landesgrenze überschritten hat. Und dann ist man am nächsten Tag auf einmal in einem anderen Land und ist leicht verstört, wenn man mit anderem Geld umgeht und die Leute auf einmal kein „Danke“ mehr verstehen.

Brendan M: Manchmal vergisst man wo man ist. Man fährt 8 Stunden in diesem Van, schläft bei jemandem auf dem Boden, dann geht’s zum Veranstaltungsort, man spielt eine Show, dann schläft man auf dem Boden einer anderen Person und man hat keine Möglichkeit irgendwas von den Städten mitzunehmen oder zu sehen. Man verliert das Gefühl für Raum und Zeit….

… wie in Fight-Club…

Brendan M:
… genau wie in Fight-Club. Wir haben sogar jeden Abend einen kleinen Kampf  auf der Bühne wie in Fight-Club.

Aber ihr kennt die Regeln? Verliere kein Wort über den Fight-Club?

Brendan M:
Wir machen das anders, wir brechen alle Regeln. (lacht)

Also ist das schlimme an der Tour, dass man an unterschiedlichen Orten, bei unterschiedlichsten Leuten aufwacht?

Brendan M:
Eigentlich ist das ganz nett. In den Staaten funktioniert das so überhaupt nicht. Dort kannst du dir nicht einfach so einen Schlafplatz organisieren wie hier in Europa. Keiner wird dir bei uns in den Staaten was anbieten. Die Menschen in Europa sind da um einiges freundlicher. Und es ist komfortabel, wenn man mal nicht viel Geld für ein Hotel ausgeben muss.

Tommy: Für mich ist das schlimmste am Touren, dass ich recht schnell krank werde. Ich erkälte mich recht schnell und das schlimmste ist, dass ich mich dann nicht so ganz erholen kann. Wenn dein Schlafrhythmus im Eimer ist, du nicht immer das Gesündeste isst, ist es ein Kampf, genug Schlaf und genug Nährstoffe zu bekommen um gesünder zu werden. Ich bin seit der zweiten Tourwoche krank, aber ich denke, dass ich langsam gesund werde.

Aber das hört sich nicht ganz nach dem „Rock’n’Roll-Livestyle“ an.

Brendan M:
Wir sind keine Rock’n’Roller, und an vielen Orten bekommt  man einfach kein Gutes essen…

… aber in Berlin sollte das eigentlich kein Ding sein….

Brendan M:
... ja, aber und fehlt dazu einfach die Zeit, um was Gesundes zu finden. Und da wir meist auf der Autobahn unterwegs sind, nimmst du dann halt das, was du an der Raststätte bekommen kannst. Wir sind alle Vegetarier, somit stellt dies noch eine größere Hürde da.

Ihr seid alle Vegetarier? Warum?

Brendan M:
Ja, wir sind alle Vegetarier. Ich kann dir nicht sagen warum. Die erste Regel eines Vegetariers: Rede niemals darüber, warum du Vegetarier bist!

Brendan G: Ich mach das schon eine Weile so. Es ist so ein Lifestyle.

Brendan M: Es schont die Umwelt und ein gewisser Lifestyle der dahinter steckt.

Anderes Thema: Was hat euch dazu bewegt Musik zu machen? Warum habt ihr euch nicht bei einer Bank beworben oder andere Berufe in Betracht gezogen?

Brendan M:
Wir machen Musik nicht, um damit Geld zu verdienen. Das ist nicht unsere Arbeit hier. Wir alle haben verschiedene Jobs.

Und wie hat das mit euren Chefs funktioniert, als ihr meintet: „Hey, wir sind dann mal für einen Monat in Europa auf Tour.“?

Brendan G:
Bei mir war das ganz einfach. Ich habe nachgefragt und erklärt, was ich in der Zeit machen werde und meine Arbeitgeber meinten nur, dass ich das unbedingt machen sollte, weil so was einmalig im Leben ist.

Brendan M: Tommy und ich arbeiten beim Film. Wir sind freiberuflich unterwegs, machen die Buchhaltung und hangeln uns von Job zu Job. Tommy hat bei einem Film gearbeitet und hat dann Zeit, bis zum nächsten Film. Somit nutzt er eigentlich nur seine freie Zeit. Wir haben beide unsere Arbeiten bei den Filmen fertig gemacht und sind dann erst auf Tour gegangen.

Matt: Ich bin an der Hochschule und studiere dort Pädagogik.

Was war die Idee hinter dem „Name-Your-Price“-Modell bei Bandcamp, für eure ersten beiden Alben?

Brendan G:
Wir wollten interessant werden.

Brendan M: Wir haben das eigentlich nur zum Spaß gemacht. Wir wollten die Macht über unser Schaffen nicht an ein Label abgeben, sondern die komplette Kontrolle behalten. Bei unseren Konzerten verkaufen wir unsere Produkte auch zu einem frei wählbaren Preis.

Also kann jemand einfach an euren Stand kommen und sagen, dass er gern ein Shirt von euch für $5 haben möchte, das macht ihr dann auch.


Brendan M: Ja, genau so läuft das dann. Die Leute freuen sich über unsere Musik, wenn sie dann aber nicht so viel Geld haben, aber ein T-Shirt haben wollen – T-Shirts sind in der Produktion recht günstig und wir müssen nicht versuchen aus den Leuten so viel Geld wie möglich zu bekommen. Wenn jemand aber viel Geld hat, fühlt er sich bereit mehr zu zahlen. Somit gleicht sich das dann aus. Aber generell sind die Leute interessiert, wir sind ne kleine Band und sie wollen uns unterstützen.

Ich hätte nie eine so gute Produktionsqualität für einen frei wählbaren Preis erwartet, bei dem es kein Minimum gibt. Einige Alben, die unter diesem Preis-Modell angeboten werden, sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Aber warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden, nicht zu einem Label zu gehen und über dieses dann CDs und Platten pressen zu lassen und das ganze Merch herstellen zu lassen?

Brendan M:
Wir machen das alles gerne selbst.

Aber ist das dann nicht richtig anstrengend, alles unter einen Hut zu bringen?

Brendan M:
Denkst du?

Tommy: Es wäre vielleicht sogar einfacher, wenn wir das nicht alles selbst machen würden. Aber wir bekommen das alles hin, unsere Jobs, unsere Freunde und unser soziales Leben unter einen Hut zu bekommen. Das nimmt dir vielleicht zwar ein paar Stunden in der Woche, aber….

Brendan M: … das ist ein Hobby. Das haben wir alles erreicht und alles, was man anfängt, nimmt ein wenig Zeit in Anspruch. Es wird keiner Maler um davon leben zu können, aber Leute malen, ungeachtet dessen, ob sie nun damit Geld verdienen können oder nicht.
Wir machen einfach das, was uns gefällt und riskieren dabei nicht so viel, was neues auszuprobieren.

Tommy: Das ist einfach eine Erweiterung dessen, was wir bereits alle machen. Eine Platte zu machen und diese dann selbst zu vertreiben, das ist für uns so was wie ein neues Level, welches wie erreicht haben. Das braucht zwar etwas Zeit aber unser Privatleben hat es, so glaube ich, nicht weiter beeinflusst. Wir haben alle Zeit, normal zu bleiben, machen nebenher aber noch was anderes, was sonst kaum noch Leute machen.

Euer Musikvideo für „Queen Mary II“ ist recht lustig. Wer hatte diese Idee?

Brendan M:
Das war eine gemeinschaftliche Idee, wir haben schon ziemlich lange darüber geredet.

Woher kam die Inspiration? Die ganzen Greenscreens und die grünen Gitarren.

Brendan M:
Das fing alles damit an, das wir gern Spike Lee als Regisseur für unser Musikvideo gehabt hätten. Und wir fragten uns, was das wohl das lächerlichste Video wäre, bei dem Spike Lee Regie führen würde. Der ganze Unsinn mit den grünen Gitarren und den weißen Kitteln.

Matt: Wir wollten einfach ein lustiges Video machen.

Brendan M: Wir wollten halt kein gewöhnliches Musikvideo machen, in dem die Band einfach ihre Instrumente spielt oder das irgendeine Geschichte damit erzählt wird. Wir wollten einfach was Komisches machen.

Brendan G: Ich glaub, wir wollte alle kein ernstes Musikvideo machen.

Wer kam eigentlich von euch auf die Idee, dass aktuelle Album auf Youtube zu streamen?

Brendan M:
Das war eine weitere gemeinschaftliche Idee, über welche wir schon eine Weile nachgedacht hatten. Das wird jetzt ein wenig kompliziert:
Spike Lee führt die Regie für ein Video über uns und er meint dann: „Wir sind fertig mit dem Dreh, ich wird das jetzt mal bearbeiten.“ Wir gingen dann schlafen. Dann kommt er wieder mit dem fertigen Video in der Hand, wir wachen auf, er schmeißt das Video an und es beginnt von vorne und zeigt, wie wir schlafen. Also recht verwirrend.
Wir wollten dieses Video getrennt vom Musikvideo machen.
Der ganze Stream ist ein Einblick in das ganze Album und man kann gucken was passiert, man kann es auch einfach im Hintergrund laufen lassen ohne dem ganzen Beachtung zu schenken. Es ist einfach cool, das Album dort streamen zu können.

Aber ist das nicht recht gefährlich, in Zeiten von Youtube-Downloadern? Die Leute kommen dann ja kostenlos an euer Album. Ich mein, man kann es von da ja dann einfach nehmen, ohne zu zahlen.


Brendan M: Das ist in Ordnung so. Jeder, der dieses Interview liest, hat die Erlaubnis, dieses Album illegal zu laden, egal über welchen Weg das läuft.

Wie System of a Downs „Steal This Album“.

Brendan M:
Genau so, wir sind wie System of a Down. Das Album kostet auf Bandcamp einen Dollar. Bandcamp nimmt ja Geld für jeden Download. Das ist ja nur ein kleiner Betrag, den man für unser Album zahlt. Wenn man aber unser Album haben will, kann man uns eine E-Mail senden, wir schicken ihnen dann die mp3’s, da machen wir uns keinen Kopf drum. Für die Vinyl-Platte muss man ja so oder so bezahlen.
Wir haben auch kein Problem damit, wenn es Leute gibt, die unsere Musik in Filme einbauen. Wenn sie daraus keinen Profit ziehen, machen wir da ohne weiteres mit. Es wäre zwar cool, wenn wir was vom Kuchen abbekommen würden, aber es ist nicht wild, wenn das nicht passieren würde. Wir sind bei weitem noch nicht so weit.

Also könnten mein Kumpel und ich eure Musik in unseren mittwöchlichen Skypecast ein bauen?

Brendan M:
Ihr verdient damit kein Geld?

Nein, dass machen wir alles zum Spaß.

Brendan M:
Na dann ist das kein Problem. Könnt ihr gerne machen.

Seht ihr eine Revolution im Musikvertrieb, mit Portalen wie Reverbnation und Bandcamp?

Tommy:
Das ist mehr eine Evolution. Bandcamp macht das alles ziemlich einfach für uns. Die Menschen sind hier mehr bereit, Geld für einen Download auszugeben als bei iTunes. Es gibt zwar immer noch hier und da ein paar Schwachpunkte, wo man dran (Bandcamp) arbeiten könnte, wie zum Beispiel die Adressübermittlung an uns. Das ist irgendwie komisch, wie die Daten dann bei uns ankommen. Sie nehmen auch einen hohen Prozentsatz: 15% von dem Preis, den man für das Werk veranschlagt. Das kommt einem dann doch recht viel vor. Der Service ist recht gut. Ich weiß zwar nicht warum ich das gerade sagen muss, aber es wäre cool, wenn sie so was wie eine jährliche Einzahlung hätten, so dass man einmal zahlt und dann alles flutscht.
Bandcamp ist eine gute Sache. Man kann dort Alben hören, die Alben herunterladen, T-Shirts bestellen und auch Vinyl und das alles von einer Internetseite. So wie das früher mit Myspace lief, ist Bandcamp heut auch ein Ort, wo man sich Musik anhören kann und was über die Bands erfährt. Nur ist das ganze viel standhafter und wird länger überdauernd als Myspace. In Zukunft, so glaube ist, wird es immer mehr solche Seiten wie Bandcamp geben, die den Vertrieb von Musik vereinfachen werden.

Brendan M: Es gibt ja mittlerweile so viele Streamingangebote und Spotify ist das erste, was sich bei den Leuten festgesetzt hat und auch gut besucht wird. Es wird sicher die Zukunft des Vertriebs werden.

Tommy M: Die physischen Medien, wie CDs, werden weiterhin klassisch vertrieben, es wird mittlerweile auch wieder viel nach Vinyl gefragt. Digital ist das auf einem neuen und guten Weg. Wenn ich was bei Mediafire habe und das bookmarke, kann ich das an Freunde verschicken per Mail oder als Tweet, dass ist das größte an der heutigen Zeit. Links verschicken für Downloads, als Vertrieb ist das wunderbar.

Macht das aber nicht viel kaputt? Es gibt mittlerweile Menschen, die davon reden, dass Streamingdienste den Musikmarkt Schritt für Schritt kaputtmachen.

Brendan M:
Naja, die Menschen waren früher eher fokussiert auf ein Album oder auf eine Band, weil das physische Medium da war und man nicht so viel Auswahl hatte.

O.K. Bevor das hier zu weit abschweift. Ne einfache Frage: Wann habt ihr in dieser Formation angefangen Musik zu machen?

Brendan M:
Um 2007 herum.

Ist Cool Pool Keg Toss Pete, ist das eine wahre Geschichte? Mit dem Typen, der von München wieder nach Hause kommt und ihr schmeißt ihm ne Party?

Brendan M:
Als wir unsere erste Platte aufnahmen, kam eine meiner Freundinnen aus München zurück. Sie hat dort ein Jahr studiert. Sie kam zurück und nach dem ersten Tag im Studio sind wir zu ihrer „Welcome-Home-Party“. Das war verrückt und ich habe genau das genommen, was dort passiert ist, um am nächsten Tag die Lyrics dazu zu schreiben. Pete hat am Ende des Abends dann ein Fass in den Pool geworfen, so ist der Titel entstanden. Er lebt sogar in Berlin.

Tommy M: Ich bin in deren Pool gesprungen und hab dort einiges kaputt gemacht. Alles ist genauso passiert, wie es im Song zu hören ist.

Einige Random-Fragen:
Singt ihr unter der Dusche?

Brendan M:
Nein, ich habe zu viele Mitbewohner, ich will mich nicht blamieren.

Matt: Ich pfeife ab und an, wenn ich unter der Dusche stehe.

Tommy: Ich höre eigentlich nur Musik…

Brendan G: Wir haben dich alle singen gehört. Das kannst du jetzt nicht abstreiten. Ich hab gehört wie du Lady Gaga gesungen hast.

Tommy: Kann sein, dass das passiert ist. Aber ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern. Ich weiß ja nicht mal, wann ihr mich gehört haben wollt. Brendan kommt ab und an rüber und da kann’s sein, dass er mich mal gehört hat. 


Gibt es irgendwelche Regeln auf Tour hier in Europa?

Brendan M:
Keiner furzt im Van.

Tommy: Japp und natürlich sollte man auch nicht im Van kotzen.

Brendan G: Es werden keine Frauen geküsst.

Tommy: Im Van darf auch nicht geredet werden. (grinst)

Brendan M: Wer spricht, muss 50€ zahlen. Sonst gibt es eigentlich keine Regeln auf dieser Tour.

Was sind eure musikalischen Einflüsse?

Brendan M:
Das ist ne schwere Frage.

Tommy (holt gerade sein iPhone raus): Das was ich auf dieser Tour am meisten gehört habe… oh misst, dass zeigt nicht an, wie oft ich was gehört habe. Das geht wohl nur in iTunes.

Brendan M: Meine Lieblingsbands sind „Yellow Tango“ und „The Talking Heads“

Matt: Das Interview, was du gerade machst ist recht inspirierend und unterhaltsam.

Brendan M: Poppige Basspuren, dass ist doch was für dich.

Tommy: Das was mich momentan am meisten Beeinflusst hat und was ich auch am meisten gehört habe, so aus der Erinnerung heraus, ist „Sparkle Horse“ und „Yellow Tango“.

Brendan G: Lil’ Wayne, Wiz Kalifa,…

Tommy: Ich höre Wiz Kalifa recht gerne, er macht richtig gute Rap-Musik…

Brendan M: … der beeinflusst dich?

Tommy: Er hat ihn doch nur genannt. Ich will nicht sagen, dass er mich in irgendeiner Weise beeinflusst, ich höre ihn einfach nur gerne. „Small-Head-Timmy“. Auf Youtube gibt es da ein schönes Video zu sehen.

Ich möchte mich bei euch herzlich bedanken, dass ihr mir die Fragen beantwortet habt und ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft.


Sonntag, 5. August 2012

Mal was anderes die 12te

Als die E-Mail von Kevin von www.scene2act.de bei mir eintrudelte, konnte ich meinen Augen kaum glauben, da ich gebeten worden bin eine Rezension für ein anstehendes Album zu schreiben. Als ich dann weiter gelesen habe … eigentlich stand schon im Header, dass es sich um Erveryone Everywhere dreht, die ich hier schon mal hatte, war ich voll auf begeistert, da die Werke A Lot ofWeird People Standing Around und Everyone Everywhere, sehr gute Alben sind, die die Band bei Bandcamp für „Name Your Price“ ohne Minimumabgabe anbietet.

Das Album Everyone Erverywhere 2012 wird am 14.08.2012 in Europa erscheinen und für den europäischen Markt in England gepresst.

Everyone Everywhere 2012 selbst ist ein abgerundetes Werk, welches die Band auf eigene Kosten produziert hat, da sie ohne Label agiert. Ihrem Stil, der Verspieltheit, dem „Frickeligen“, sind sie treu geblieben und schöne Geschichten erzählen sie mit ihren Liedern immer noch. Dabei schwimmen sie mit ihrem Sound angenehm zwischen Emo- und Indie-Rock, was eigentlich gut in den Sommer passt und wozu ich gerne eine Radtour machen würde, die wohl niemals enden sollte. Oder einen wunderbaren Abend mit Freunden an nem See mit Lagerfeuer verbringen wöllte. Ihr seht, ein Album für viele Lebenslagen.

Meine Anspieltipps:

„Queen May II“ legt mit einer Gitarre los, die irgendwie zuerst gar nicht passen will, aber sich doch trotzdem harmonisch in das Soundgeflecht einspielt. Es gibt hier und da ein paar Tempowechsel, der Schlagzeuger legt ein massives Tempo hin man macht mit der Gitarre Dinge, von denen ich nur im Ansatz nur zu träumen wage, dass ich das irgendwann auch mal könnte.

„Turn & Go & Turn“ legt mit richtig viel Gitarre los und wird dann für einen Moment ruhig, um dann wieder loszuspielen, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Melancholie gibt es gratis oben drauf. 

In „Big Hat“ ist der Drummer die treibende Kraft und die Gitarre umspielt ihn erst um dann voll mit einzusteigen. Die Gitarren sind wieder richtig schön verspielt und man wundert sich, wie viele Finger man für so was braucht. 

Damit ihr wisst wovon ich rede, hat die Band zu Promozwecken das Album komplett auf Youtube hochgeladen, als 40-Minuten-Stream. Die Band legt sich in der Zeit schlafen, während man die Titelnamen auf die Wand projiziert. Zu „Queen Mary II“ gibt es sogar ein recht ironisches Musikvideo, welches das moderne Musikbusiness auf die Schippe nimmt und mit den Klischees eines Musikvideo-Regiseurs spielt. 

Everyone Everywhere - Everyone Everywhere 2012
(full album stream)




Everyone Everywhere - Queen Mary II


Das Album wird per Vinyl angeboten, wobei die ersten 100 limitierten Stück, die eine Bonus-DVD beinhaltet, wurden am 07.08.2012 an die Besteller geschickt. Leider sind diese Bereits ausverkauft. Die Vinyls ohne DVD gibt es für 10$, in Europa denke ich wird der Preis änhlich sein. Man kann, wie man es von meinem Blog kennt, auch von Bandcamp laden. Zwar nicht für 0$, sonder n für ein Minimum von 1$, aber für ein Album mit 9 Titeln alle mal ein fairer Preis. 



Everyone Everywhere - Everyone Everywhere 2012

Und nicht zu vergessen ist, das die Band eine Tour zum Album startet, und man sogar in Deutschland in 4 Städten halt macht. Die Tourdaten sind wie folgt:

01.09.12 - Offenbach - Hafen 2
02.09.12 - Hamburg - Rote Flora
07.09.12 - Berlin - Marie-Antoinette
08.09.12 - Chemnitz - AJZ

Vom Konzert in Berlin, wo ich dann auch ein Interview mit der Band führen darf, hier nochmals Dank an Kevin von www.scene2act.de, werde ich natürlich auch berichten.

Irgendwie fühlt sich das ganze gerade ein Stück professionell an, ich bin begeistert. 

Donnerstag, 5. Juli 2012

Bandcamptage Vol. 35

Gestern habe ich beim Stöbern im Internet eine neue Musikquelle aufgetan, somit wird es hier auch bald ein neues Topic geben. 

Die Band die ich hier heute präsentieren werde kommt aus Philadelphia und nennt sich Everyone Everywhere. Das Quartet, wobei sogar Brendan heißen, spielt eine angenehme Mischung aus Mathcore , Emo und solidem Indie-Rock. Die Mischung passt gerade so in den Sommer, da alles leicht klingt und keiner irgendwie negative Stimmung mitbringt. Die Band stellt einem 2 Alben zur Verfügung. Das eine ist eine ist eine 4-Track-EP aus dem Jahre 2009, die es for free gibt, mit dem wohlklingenden Namen A Lot Of Weird People Standing Around, wobei mich das Cover sehr an ein paar Charaktere aus MTV's Free For All erinnert. Und in Cool Pool Keg Toss Pete geht es um nen Kumpel, der aus München zurückkommt, die im ne Party schmeißen und ihn dann über die Parties ausfragen, die man in Deutschland so schmeißt. Das alles for free.

Das Album Everyone Everywhere ist, da es ja von der gleichen Band kommt, vom Sound ganz identisch. Hier gibt es diesmal ein Vollformat-Album mit 10 Titel, welches sogar auf 25 Vinyls gepresst wurde. Die Band ist hier so nett, und bietet dieses Album für "Name-Your Price" an, ihr kennt ja die Regeln. Du bekommst viel Geld, kannst also eigentlich auch was springen lassen, du bekommst wenig Geld, du darfst es auch für 0€ laden. 
Die Produktionsqualität ist bei beiden Alben ist Top und kann mit großen Majors mithalten. 
Everyone Everywhere -
A Lot Of Weird People Standing Around


Everyone Eveyrywhere - Everyone Everywhere

Aktuell stellt die Band ein weiteres Album fertig und lädt die Titel so nach und nach auf Bandcamp hoch. Durch die beiden bisher veröffentlichten Titel in ich erst auf diese Band aufmerksam geworden.
Everyone Everywhere - Everyone Everywhere (2012)